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Sportler essen eben anders

Lebensmittel-Pyramide für Sportler

*Wieso eigentlich?*

Lebensmittelpyramiden oder -kreise sind bereits in vielen Ländern im Einsatz. Das wesentliche Ziel dieser Darstellungen besteht darin, wissenschaftliche Empfehlungen in Lebensmittelempfehlungen zu übersetzten, um dadurch die Lebensmittelauswahl im Alltag zu erleichtern. Wissenschaftliche Empfehlungen aus der Sporternährung drücken beispielsweise aus, wie viel von einem Nährstoff pro Kilogramm Körpergewicht von einem Sportler bei einer ­bestimmten Trainingsbelastung gegessen werden sollte. Die bisherigen ­Pyramiden sind aber nicht für Sportler ausgelegt. Die Lebensmittelpyramide für Sportlerinnen und Sportler stellt erstmals eine solche Übersetzung für Sportler dar, die bei der täglichen Lebensmittelauswahl hilft.

Der Weg zur Pyramide

Sporternährung gründet prinzipiell auf einer ausgewogenen Basisernährung. Deshalb wurde die Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung als Basis verwendet und um den zusätzlichen Nährstoffbedarf für den Sport erweitert. In einem ersten Schritt wurde ein zusätzlicher Energiebedarf für den Sport bestimmt und anschließend ­wurde diese Energie so in Portionen aus den verschiedenen Lebensmittelgruppen verteilt, dass der zusätzliche Bedarf an Kohlenhydraten, Protein und Fett für die Sporternährung abgedeckt ist.

Validierung

Nachdem die Pyramide berechnet und erstellt worden war, wurden über 160 Menüpläne aufgrund der Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl der Pyramide erstellt. Diese Validierung zeigte, dass die Energiebilanzen sehr gut aufgingen und die aktuellen Richtlinien für die Sporternährung für verschiedene Trainingsumfänge und unterschiedliches Körpergewicht ­effektiv optimal abgedeckt wurden. Beispielsweise nahm die Kohlenhydratzufuhr linear von 4,5?g pro kg Körpergewicht bei eine Stunde Sport pro Tag auf 8,5?g pro kg Körpergewicht bei vier Stunden Sport zu. Die Proteinzufuhr lag bei 1,6?g pro kg für eine Stunde Sport und nahm linear auf 1,9?g pro kg zu für vier Stunden Training pro Tag, womit der Proteinbedarf für den Leistungssport großzügig abgedeckt ist. Weil die Basis­pyramide bereits relativ proteinreich ist und über die Ge­treide- und Sportnahrungsprodukte aus der Getreideebene zusätzliche Proteine reinkommen, kann auf weitere Portionen Fleisch, Fisch und Milch verzichtet werden. Dies hat den Vorteil, dass auch für tiefere Trainingsumfänge bereits eine optimale Proteinversorgung erreicht wird. Auch bei den Lebens­mittelgruppen Gemüse und Früchte sowie Süßigkeiten bleiben die Empfehlungen im Vergleich zur Basispyramide unverändert.

Möglichkeiten und Grenzen

Die Lebensmittelpyramide für Sportler führt also zu einer Nährstoffaufnahme entsprechend den aktuellen Guidelines für die Sporternährung. Natürlich hat die Pyramide aber auch ihre Limiten. Ein Punkt ist, dass es Sportler geben wird, die mehr oder weniger intensiv trainieren als die definierte „mittlere“ Intensität, wofür die Pyramide berechnet wurde. Da die Intensität jedoch definiert ist, kann jeder Sportler selber erkennen, ob er allenfalls etwas „aufrunden“ oder „abrunden“ soll. Beispielsweise dürfte eine Kunstturnerin eher einen tieferen durchschnittlichen Energieverbrauch haben und könnte z. B. für zwei Stunden Training pro Tag einfach nur für eine Stunde gemäß der Pyramide essen. Schlussendlich werden wohl die wenigsten jede Mahlzeit gemäß der Pyramide genau aufs Gramm abwägen und somit erfolgt die Feinregulation beim Individuum beispielsweise durch das Hunger-, Sättigungs- und Durstgefühl. Solange man sich also nicht zu stark an absoluten Zahlen festklammert und sich mehr am Verhältnis der Portionen zueinander bzw. den Prinzipien der Pyramide orientiert, kann diese für praktisch alle Sportarten als Richtlinie für eine hochwertige Sporternährung verwendet werden.

Die Pyramide kann unter
www.sfsn.ch
heruntergeladen werden.

Samuel Mettler

Ausgabe MSN 3 / 2008

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 3 / 2008.

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