17.05.2012 14:29 - Über uns - Impressum & Kontakt - succidia AG - Partner
Ernährung RSS > Leaky gut Syndrom

Leaky gut Syndrom

Ausdauer- und Hochleistungssportler haben oft mit Magen- Darmproblemen zu kämpfen. Die Ursache ist dabei in vielen Fällen Stress. Die Durchlässigkeit der Magen- und Darmschleimhaut reagiert auf verschiedene Stressfaktoren sehr empfindlich. Ausgeprägte Störungen an dieser Grenzfläche lösen eine Immunantwort aus, die, sind die Kontrollmechanismen des Immunsystems bzw. Stresssystems geschwächt, zu einem Entzündungsprozess mit Folgen werden kann.

Beim Sportler sind lang andauernde, erschöpfende Anstrengungen, Hitzestress oder Medikamente wie nicht steroidale Entzündungshemmer (unter Athleten sehr gebräuchliche Painkiller) einige der vielen Stressfaktoren, die die Funktionen der Schleimhaut beeinträchtigen. Das „Leakygut- Syndrom“ fasst Phänomene zusammen, die auf eine erhöhte Darmdurchlässigkeit zurückzuführen sind. Die Physiologie dahinter ist komplex: Eine Reduzierung des Blutflusses während der körperlichen Belastung, pH-Verschiebungen, eine erhöhte Kerntemperatur, Scherkräfte durch die Bewegung, vermehrte Freisetzung freier Sauerstoffradikale, Aktivierung von Immunzellen und Freisetzung von Immunfaktoren, ein überaktives autonomes Nervensystem und vieles mehr. Die pharmakologischen Optionen, um die Symptome geschweige denn die Ursachen zu behandeln, sind vor allem im Wettkampfsport sehr limitiert, deshalb gibt es zunehmend größeres Interesse an natürlichen Substanzen.

Englische Studie

Eine neue englische Arbeitsgruppe um Raymon J. Playford hat sich mit diesem Thema befasst und erstaunliche Ergebnisse im Hinblick auf die Darmpermeabilität erzielt. Die Probanden mussten sich so lange stark belasten, bis eine bewegungsbedingte Temperaturerhöhung und eine stressbedingte Verschiebung der intestinalen Hormonprofile nachzuweisen war. Diese vorab durchgeführten Belastungseinheiten bestimmten dann die Dauer der Belastung während der Studie und die Parameter, die zur Messung ausgewählt wurden. Neben den Untersuchungen an Probanden wurde auch mit verschiedenen Darmschleimhaut-Zelllinien experimentiert. Auf diese Weise konnten die dem schützenden Effekt von Colostrum vom Rind (Biestmilch), zu Grunde liegenden Prozesse genauer analysiert werden. Die positive Wirkung von Colostrum auf die Durchlässigkeit des Darms wird durch einen Cocktail von Molekülen erzeugt. Im Zentrum der Wirkung stehen u. a. Immunglobuline, antimikrobielle Peptide (Laktoferrin, Laktoperoxidase), Wachstumsfaktoren und Zytokine. Diese Faktoren sind für die rasche Regeneration der sehr empfindlichen Zellen des Darms unverzichtbar. Die Zellen wurden Stressfaktoren wie z.B. erhöhter Temperatur ausgesetzt, denen die Darmzellen von Athleten ebenfalls unterworfen sind. Dies erfolgte mit und ohne den Zusatz von Colostrum/Biestmilch. Für die Zellfunktion unterschiedliche kritische Parameter wurden untersucht.

Ergebnisse

Alle Ergebnisse lassen stark annehmen, dass Biestmilch/Colostrum die Stressresistenz der Epithelzellen erhöht. Die Zellen zeigten sich temperaturresistenter. Der Zelltod wurde signifikant verringert. Zusammenfassend zeigen die Untersuchungen, dass Biestmilch/Colostrum in einem physiologisch relevanten Belastungsmodell zur Aufrechterhaltung der Integrität der Darmschleimhaut beiträgt. Weitere Studien, die Probanden über einen längeren Zeitraum unter starker Belastung und in extremer Hitze beobachten, scheinen gerechtfertigt, um die in dieser Studie nachgewiesene Wirksamkeit für den Ausdauerathleten nochmals zu untersuchen und zu bestätigen.

Studie:

Marchbank T, Davison G, Oakes JR, Ghatei MA, Patterson M, Moyer MP and Playford RJ: The nutriceutical bovine colostrum truncates the increase in gut permeability caused by heavy exercise in athletes. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol 300: G477-G484, 2011.

Beitrag von Dr. Susann Kräftner

Ausgabe MSN 3 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 3 / 2011.
Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download

Weitere Artikel online lesen