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Kraftvoll ins Wasser ?
Kraftvoll ins Wasser ?Einmal mehr: Krafttraining im Schwimmsport
Die Problematik „Krafttraining im Schwimmsport“ wird immer wieder diskutiert. Klare Aussagen fehlen aber nach wie vor. Die Unsicherheit bei den Schwimmern, Trainern und Medizinern ist in vollem Umfang geblieben. Es gibt hierzulande bestehende Vorurteile Ein weiterer Grund ist zweifellos die Tatsache, dass auf der einen Seite sehr muskelbepackte Athleten (französische Weltklasseschwimmer), aber auch weniger muskelbeladene, „normal“ aussehende Sportler (australische Weltklasseschwimmer) im 50m-Sprint und/oder 100m-Wettkampf fast die gleichen Schwimmzeiten erzielen. Die Unsicherheit liegt weniger am Krafttraining selbst als eher in der fehlenden Kenntnis über physikalische und biologische Grundlagen, situative bzw. Rahmenbedingungen und die praktischen Methoden des Krafttrainings selbst. Was bewirkt das Krafttraining?
Das Ziel des Krafttraining muss darin liegen, so viel Muskelkraft zu bilden, wie vom Sportler bei seinem schwimmerischen Wettkampf gefordert wird – beim reinen Schwimmen nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Die Bedeutung der Kraft für die schwimmerische Leistung hängt zum großen Teil von der Wettkampfdistanz und -dauer ab. Die Anzahl der Armbewegungen und die jeweils zu überwindenden Widerstände bilden dabei die maßgeblichen Größen. Der Sprinter wird deshalb mehr und Langstreckler weniger Kraft in der Arm-Schulter-Muskulatur brauchen. Der Sprinter muss demnach mehr Zeit für sein Krafttraining verwenden, der Distanzschwimmer eher weniger. Da für eine gute Start- und Wendeleistung im Schwimmsprint relativ viel Kraft von der Beinstreckmuskulatur verlangt wird, muss der Sportler dafür auch ein entsprechendes ein Krafttraining durchführen. Unterschieden werden kann zwischen einem allgemeinen Krafttraining, bei dem Einzelmuskeln oder Auswirkungen des Krafttrainings Im Spitzensport kann unter Umständen ein zu langes oder zu intensives Krafttraining an Land die Kraftleistungsfähigkeit im Wasser in Form von Technikveränderung beeinträchtigen und damit die reine Schwimmleistung eher mindern. Es stellt sich somit die alles entscheidende Frage nach den Transferwirkungen des Krafttrainings: Wie viel an Land antrainierte Kraftleistung kann auf das Wasser übertragen werden? Mit anderen Worten: Was bedeutet zu viel bzw. zu wenige Kraft, welche Auswirkungen hat dies? Als Grund für das Schwimmen in einer „durch Krafttraining veränderten Situation“ im Wasser müssen innere (z. B. Wassergefühl) und äußere (z.B. Wirbelbildung und Strömungsverhältnisse) Einflussfaktoren in Betracht gezogen werden. Zu den innere Einflussfaktoren (Wahrnehmung; Wassergefühl)
Gelegentlich gewinnt der Schwimmer aufgrund des Krafttrainings den Eindruck, das Wasser überhaupt nicht in den „Griff“ zu bekommen. Er fühlt keinen Wasserwiderstand, keinen Druck an seinen Hand- und Fußflächen, merkt kein Vorankommen. Sie stellen der betont zweckmäßigen Ausführung einer Schwimmbewegung eine bewusst falsche Ausführung voran, so dass der Kontrast die Wahrnehmung der richtigen Bewegung verdeutlicht. Zu den äußeren Einflussfaktoren (veränderte Strömungsverhältnisse im Wasser)
Grundsätzlich bewirken rückwärtige oder quer zur Schwimmrichtung gegen das Wasser gerichtete Bewegungen von Hand/Arm bzw. Fuß/Bein den Vortrieb des Schwimmers. Durch diese Schwimmbewegungen werden aber auch die Strömungsverhältnisse im Wasser verändert. Es sind hierbei die meist unsichtbaren Wirbel, die durch den Schwimmer erzeugt werden und um seinen Körper bzw. Körperteilen zirkulieren. Sie verdrängt Wassermassen und erzeugt eine Strömung. Videoanalysen von Schwimmern in einem Strömungskanal zeigen, dass Wirbel durch entsprechende Handaktionen entstehen, so zu einer Jet-Strömung führen und damit einen Antriebsimpuls erzeugen. Fazit Es bleibt festzuhalten, dass vor Beginn und während einer Krafttrainingsperiode neben der Kraftdiagnose auch das Bewegungsmuster des Schwimmers aus der Sicht der Wirbelbildung und Strömungsverhältnissen im Wasser gefilmt und analysiert werden sollte. Denn die Erhöhung von Kraftfähigkeiten an Land führt zwangsläufig zu veränderten Bewegungsmustern im Wasser. Das erklärt auch, warum ein Krafttraining des Schwimmers sich leistungspositiv oder -negativ auf den Erfolg auswirkt. Dr. Dieter Strass Foto: panthermedia / Thomas L. |
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