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Burn-Out im Sport – ein Appell …

Burn-Out im Sport – ein Appell …

Ein Appell an Verbände, Funktionäre, Trainer & Sportler

Auch immer mehr Profisportler werden Opfer unseres Leistungssystems. Völlig gleichgültig aus welcher Sportart, ob im Tennis, Wintersport, Rad- oder Rennfahrer - der Druck, gerade auf Spitzensportler, ist enorm.

Medien, Trainer, Sponsoren, Konkurrenz, Team, Fans, Familie, Freunde und nicht zuletzt die eigene Erwartung sind nur ein paar der Faktoren, die einen Profisportler beeinflussen. Faktoren, die im Sportler immer wieder Gedanken auslösen, die im schlimmsten Fall über Ängste bis hin in die Depression führen können. Gedanken wie „Was ist, wenn …“ oder „Was wäre, wenn …“ führen zu unnötigen Gedankengängen, die durch den immer höheren Druck Krankheiten auslösen können, welche ohne diesem Druck womöglich gar nicht erst entstanden wären. Versagensängste oder die Angst krank zu werden begleiten den Sportler, der sich immer wieder mit der Frage quält: „Was passiert mit mir, wenn ich einmal diesem enormen Konkurrenz- und Leistungsdruck nicht mehr standhalten kann?“

Denn dieser Druck herrscht nicht nur in seinem Leben als Sportler, sondern auch im privaten Umfeld. Ein Profisportler hat in nur geringem Anteil die Möglichkeit, sich diesem Druck zu entziehen. Meist sind es die Physiotherapeuten, denen sich Spitzensportler während der Behandlung anvertrauen. Einer Behandlung, die ab und an etwas ganz anderes darstellt, als denn bekannten und allgegenwärtigen Druck – die wohltuende Entspannung.

Die Aufgabe und Verpflichtung obliegt jedem Sportverband, zu erkennen, ob und in wie weit ein Sportler Hilfe benötigt, denn oftmals traut sich der Sportler nicht aus dem Schatten zu treten. Warum? Eigentlich ganz einfach – aus falscher Verantwortung und Angst! Angst vor der Blamage vermeidliche Schwäche zu zeigen, sich zu „outen“. Angst als emotional labil oder gar als „Psycho“ abgestempelt zu werden. Angst vor Reaktionen aus dem Umfeld, der Medien, gar aus der eigenen Familie! Angst, die eigentlich allen höheren Instanzen obliegt sie zu nehmen, sie zu lösen. Präventive Maßnahmen ein optimal geregeltes „Psychohygiene“-Management bilden hier Maßnahmen, die bisher in Verbänden und Vereinen leider nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Verdrängung führt zur Anstauung von Gefühlen, zur Verdrängung eigner Bedürfnisse und letztendlich zur Resignation. Ein Sportler, von dem nur noch übrigbleibt, dass er zu funktionieren hat. Eine Entwicklung, die so hätte nicht sein müssen.

Verbände sind hier ebenso in der Pflicht gegenüber Ihren Sportlern, wie auch die Vereine und die Trainer – offener Umgang mit Problemen und Sorgen und die Pflicht, sich deren anzunehmen. Positive Kommunikation, harmonische Teamstruktur und das „offene Ohr“ spielen dabei eine wichtige Rolle, denn je weniger Reibungsfläche entsteht, umso offener sind die Sportler und auch wieder bereit „Mensch“ zu sein und Probleme offen anzusprechen.

Leistungssportler, die bereit sind offen mit Problemen umzugehen, haben eine deutlich höhere Chance auf einen Erfolg, denn Konzentration, Leistungsfähigkeit und Stabilität sind dabei auf einer ganz anderen Ebene. Wichtig ist das Vorleben einer offenen und persönlichen Kommunikations- & Problemlösungspolitik von oben nach unten, denn warum soll sich ein Sportler trauen sich zu „outen“, wenn ihm nach oben scheinbar offensichtlich die Türen verschlossen sind. Das Leben dieser offenen Kultur ist die Pflicht eines jeden, der in der Struktur von Verband bis hin zum Sportler eingebunden ist.

Nur so ist und bleibt der Sport auf Dauer, auch für den Sportler, dass was er eigentlich für uns alle sein soll – Vergnügen, Spaß und Freude am Erfolg!

Rouven M. Siegler

Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Rouven M. Siegler:

http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/9934

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Ausgabe MSN 3 / 2009

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 3 / 2009.
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