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Eine Frage des Stils - Schwimmen

Schwimmen zählt zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland. Auch der Gesundheitsaspekt bei dieser idealen Ausdauersportart kann sich sehen lassen: Neben einer niedrigen Verletzungsquote gilt Schwimmen als besonders rückenfreundlich.

„Dieser Sport hilft oft bei leichten Rückenschmerzen und eignet sich hervorragend zur Stärkung der Muskulatur, da er Wirbelsäule, Gelenke und Bänder kaum belastet“, bestätigt Dr. med. Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München.
Doch selbst so schonende Sportarten wie Schwimmen verursachen bei falscher Technik Schmerzen oder sogar Schäden. Brustschwimmen erfreut sich weiter Verbreitung. jedoch führen Schwimmer hierbei nur selten Bewegungsabläufe korrekt aus und achten auf geeignete Körperhaltung. Eine waagerechte Lage im Wasser gilt als Vorraussetzung für optimale Gleitung. Überstreckung der Halswirbelsäule und Hohlkreuzbildung lassen sich so vermeiden. Bei bereits bestehenden Beschwerden im Nacken- oder Rückenbereich ist dieser Schwimmstil ungeeignet.

Rückenschwimmen hingegen erweist sich als echte Entlastung für Wirbelsäule, Bandscheiben und vor allem Nacken. Aus orthopädischer Sicht stellt sich durch Körperlage und optimale Haltung der größte Entspannungseffekt ein. Darüber hinaus kommt es Muskeltraining in Schwerelosigkeit gleich. Dr. Schneiderhan weiß: „Angesichts der vielen Menschen mit Rückenbeschwerden ein nicht zu unterschätzender Vorteil.“ Wer sich im vollen Becken lieber vorwärts bewegt, schont ­Wirbelsäule und Nacken durch Kraulen. Wechselseitiges Bewegen von Armen und Beinen führt zu ausgeglichener Be- und Entlastung aller Muskelgruppen und Beibehaltung der natürlichen
S-Form im Wirbelsäulenbereich. Als besonders gesundheitsfördernd erweisen sich Wechsel zwischen beiden Stilen sowie schnell und langsam geschwommene Bahnen. Varianten wie Schmetterling – auch Delfin genannt – bieten keinerlei gesundheitlichen Vorteil für den Rücken. Da ­wenig praktikabel, bevorzugen Hobbyschwimmer ohnehin entspanntere Schwimmstile. Mit richtiger Technik steht sportlichem Sommervergnügen also nichts mehr im Wege.

Dr. med. Reinhard Schneiderhan

Ausgabe MSN 5 / 2008

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 5 / 2008.

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