Die gesunde BasisSport treiben liegt im Trend. Insbesondere der leistungsorientierte Freizeitsport zeigt einen wahrhaften Boom. Die steigenden Teilnehmerzahlen bei Volksläufen, Stadtmarathonläufen oder auch Radmarathons sind Zeugnis dieser neuen, aktiven Volksbewegung.
Durch die Medien wird diese Bewegung unterstützt und die Klientel an Interessenten deutlich erweitert. Durch Sendeformate wie z.B. von „Null auf 42“, wird dem Konsumenten suggeriert, dass jeder in der Lage ist – mit der entsprechenden Vorbereitung – die Herausforderung einer langen Ausdauerbelastung zu bewältigen. Hierdurch werden allerdings auch Personen angesprochen, die lange nicht mehr sportlich aktiv waren, oder zumindest über einen längeren Zeitraum nicht konsequent trainiert haben.
Bevor ein regelmäßiges Training aufgenommen wird, sollte daher eine sportmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden. In den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) wird der Personenkreis, der eine Belastbarkeitsdiagnostik durchführen sollte eindeutig definiert. Diese kann bei sportmedizinisch weitergebildeten Hausärzten, Internisten oder aber bei sportmedizinischen Instituten im universitären und nicht-universitären Bereich durchgeführt werden. Entsprechend der Vorgaben der Fachgesellschaften sollte bei Personen unter 35 Jahren eine Anamnese, eine klinische Untersuchung und ein 12-Kanal Ruhe-EKG durchgeführt werden. Bei Personen über 35 wird zusätzlich ein Belastungs-EKG gefordert. Bei Auffälligkeiten muss eine weitergehende kardiologische Abklärung erfolgen [3]. Zusätzlich zu den internistischen Untersuchungen empfiehlt sich aber auch die Durchführung einer einfachen orthopädischen Untersuchung. Bei dieser sollten zu erwartende oder bereits vorhandene Probleme des Bewegungsapparates diagnostiziert und behandelt werden. Hierzu gehört neben den rein medizinischen Möglichkeiten (z.B. Einlagenversorgung, physikalische Therapie) auch die Beratung bzw. Optimierung der Sportgeräte (z.B. Schuhe, Kleidung). Sport treiben – nur die richtige Belastung bringt den richtigen Spaß
Für viele Menschen kommt die Motivation zum Sporttreiben aus der Intention körperliche Unzulänglichkeiten zu beheben. Neben Übergewicht und mangelnder Leistungsfähigkeit, werden hierbei auch immer häufiger zumindest leichte Formen von Krankheiten, welche früher mit Medikamenten therapiert wurden, durch körperliche Aktivität behandelt. Hier sind milde Formen des Bluthochdrucks, Fettstoffwechselerkrankungen und andere sogenannte metabolische Störungen zu nennen. Zum Teil sind diese Erkrankungen aber auch Folge einer längerfristig reduzierten körperlichen Aktivität – genau hier liegt aber ein großes Problem für den motivierten Neu- oder Wiedereinsteiger in den Sport! Bei einer typischen Stufentestuntersuchung mit Laktatmessung wird in der Regel eine kontinuierliche Steigerung der Belastung in festgelegten Abständen bis zur Ausbelastung durchgeführt. Hierbei werden vor, während und nach der Belastung in festgelegten Abständen Herzfrequenz, Laktat und Blutdruck gemessen. Aus diesen Werten wird dann die sogenannte Laktatleistungskurve bestimmt (Grafik). Diese Auswertung ist Grundlage für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit und Basis für die Erstellung von individuellen Trainingshinweisen. Abbildung 1 zeigt eine Laktatleistungskurve aus einer typischen leistungsdiagnostischen Untersuchung auf dem Fahrradergometer. Als Ausgangsbelastung wurden 100 Watt gewählt, im Verlauf wurde alle drei Minuten die Belastung um 30 Watt erhöhte, bis bei 370 Watt die Ausbelastung erreicht wurde. Mittels einer speziellen Software wurde die Laktatleistungskurve erstellt und ausgewertet. Über die Programmvorgaben lassen sich jetzt konkrete Herzfrequenzvorgaben für unterschiedliche Belastungsbereiche ableiten. Hier wird z.B. zwischen Regenerationstraining, Grundlagentraining und sog. Schwellentraining unterschieden. Mit Hilfe dieser Auswertungen kann im Freizeit- wie im Leistungssport ein differenzierter Trainingsplan erstellt werden und die Gefahr der falschen Belastung durch zu geringe oder zu intensive Trainingsbelastungen wird deutlich minimiert. Dr. med. Bernd Wolfarth |
Ausgabe MSN 1 / 2007Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesen |



