Warum schwimmen Haie und Delfine so schnell ?Der trainierte Schwimmer benötigt für die 200 m Strecke rd. 100 s und erreicht eine Geschwindigkeit von 1,89 m/s, der Flossenschwimmer spart 10 s über diese Distanz und schafft 2,35 m/s, während der Delfin 14?–?15 s für 200 m benötigt, denn er schafft locker 10?–?15?m/s. Damit ist der Delfin rund 7 mal schneller als der Mensch. Unter der Delfinhaut befindet sich zwar eine 3-fach größere Muskelmasse, die aber pro kg nicht mehr Leistung bereitstellen als von einem trainierten Athleten bekannt ist. Die Delfine geben also nicht soviel Leistung ab, um damit 7 mal schneller als ein Mensch zu schwimmen. Auch ein kaltblütiger Haifisch, der auch 10 m/s schafft, verfügt nicht über eine solche Leistungsabgabe. Die hohen Geschwindigkeiten sind aber existent. Daher spricht man von einem Paradoxon, denn einerseits kann sich jeder von der Schnelligkeit überzeugen aber andererseits werden noch schlüssige Erklärungen gesucht. Delfine und einige Haie gehören zu den schnellsten Schwimmern. Haie sind es schon seit rd. 400 Mio. Jahren, während Delfine erst vor rd. 40 Mio.. Jahren den Bewegungsraum Wasser zu ihrem Lebensraum machten. „Was“, so ist man versucht zu fragen „haben sie dabei den Haien abgeschaut, um so schnell schwimmen zu können?“ Wir Menschen fragen uns, was sind die Bedingungen zum schnellen Schwimmen und daher studieren wir diese Lebewesen.
Die hier vorgestellte Antwort berücksichtigt, dass diesen unterschiedlichen Tieren Körperform und Bewegungsform gemeinsam ist. Der Erklärungsansatz, nach dem die Strukturen der Körperoberfläche als Ursache für schnelles Schwimmen gelten, kann angesichts der vielen evolutionären Strukturen nicht wirklich überzeugen (man denke auch an schnelle Thunfische, Pinguine und Kalifornische Seelöwen). Die Körperoberflächenstrukturen sind deutlich verschieden, die des Haies ist mit Zähnchen übersäht, während die der Delfins an kostbaren Samt erinnert.
Körperbewegung verdrängt Wassermassen und erzeugt eine Strömung – wie bei den vier Delfinen zu sehen – (Abb. 1). Diese Strömung konzentriert sich auf den Nachlauf und erzeugt hier Formen von drehenden Wassermassen, Vortex genannt. Durch das Sichtbarmachen der Strömung ist das Besondere der Interaktion zu beobachten (und zu berechnen).
Eine Folge ist dem interessierten Zuschauer von Schwimmwettkämpfen sicherlich schon aufgefallen. Heutzutage wird das Brustschwimmen, auch gegen die Widerstände von Traditionalisten, mit deutlicher Körperwelle, also starker Rückwärtsrotation des Rumpfes und Kopf teilweise unter Wasser (Abb. 5). Nach Starts und Wenden werden die folgenden 15?m mit Schwänzelaktionen der Beine und Füße zurückgelegt. Beide Beispiele basieren auf den neuen Kenntnissen aus der Strömungsforschung mit Tieren. Wie erwartet, konnten die Wettkampfzeiten daraufhin deutlich verbessert werden.
Eigene Forschungen in einem Strömungskanal zeigen, dass Vortexringstrukturen durch entsprechende Handaktionen entstehen, die zu einer Jet-Strömung führen. Die 2-dim Abbildung (Abb. 5) zeigt, dass sich hinter der Hand (5 schwarze Kreise) Wassermassen gegen den Uhrzeigersinn drehen (+?Markierung) und sich in einigem Abstand Wassermassen im Uhrzeigersinn drehen (–?Markierung), zwischen den gegensinnig rotierenden Bereichen wird eine |
Ausgabe MSN 4 / 2007Der Autor:Weitere Artikel online lesen |



