|
Training
>
Sportklettern - Der Kampf an der Wand
Sportklettern - Der Kampf an der WandDas extreme Klettern und Bergsteigen fand Anfang der 70er Jahre eine radikale Wende. War bis dahin nur das Ziel der Gipfel und nicht der Weg zum Ziel wesentlicher Bestandteil der Definition einer Kletterroute, so wurde nun die Idee des „freien Kletterns“ geboren. Hierunter versteht man die Bewältigung einer Kletterroute ohne Zuhilfenahme künstlicher Hilfsmittel zur Fortbewegung; Seil und Haken dienen nur der Sicherung des Kletterers und werden nicht zur Fortbewegung selbst eingesetzt.
Die Idee des „freien Steigens“ wurde bereits seit über 100 Jahren im Elbsandsteingebirge praktiziert, Emanuel Strubich kletterte mit der „Westkante“ am Wilden Kopf bereits 1918 die weltweit erste Route im 7. Schwierigkeitsgrad. Doch erst in der Mitte der 70er Jahre erlebte das Freiklettern seinen rasanten Aufschwung, als die Idee des „freien Steigens“ von den Kletterern der „Hippie“-Generation im Yosemite Valley wieder aufgegriffen wurde und sich dann auch in Europa verbreitete. Trainingsmethodik Die Disziplin Sportklettern entwickelte sich in den letzten Jahren in verschiedene Hauptrichtungen. Eine stellt das Schwierigkeitsklettern am Fels dar. Hierbei wurde derzeit der 11. Schwierigkeitsgrad erreicht und etabliert. Im Trainingsprozess für schwierigste Felstouren liegt das Hauptaugenmerk in der Entwicklung der Maximalkraft der Fingerbeuger. Beim Wettkampfklettern ist vor allem die laktazide Kraftausdauer der Unterarmbeugemuskulatur (insbesondere der Mm.flexorum digitorum profundii) leistungsbegrenzend. In Analysen des sportmotorischen Eigenschaftsprofils des Sportkletterns erwies sich diese als hoch leistungsrelevant. So fanden sich statistisch hoch signifikante Zusammenhänge zwischen der statischen Kraftausdauer der oberflächlichen und tiefen Fingerbeuger mit der Kletterleistung. Zur Objektivierung dieser Kriterien sowie zur besseren Trainingssteuerung wurden Herzfrequnz- und Laktatanalysen sowie VO2 max. Bestimmungen an der Kletterwand durchgeführt sowie eine sportartspezifische Leistungsdiagnostik entwickelt und in der regelmäßigen Kaderbetreuung eingeführt.
Mit der extremen Leistungssteigerung im Klettern in den letzten 10 Jahren erhöhte sich natürlich auch der Trainingsumfang und die Beanspruchung des Bewegungsapparates. Das Durchschnittsalter der Spitzenathleten nahm jedoch immer mehr ab. War der durchschnittliche Trainingsaufwand der männlichen A-Kaderathleten 1986 noch 10 Stunden/Woche, betrug er 1996 bereits 21 Stunden/Woche. Das Durchschnittsalter ging im gleichen Zeitraum von 26 auf 22 Jahre zurück. Insgesamt sind dabei im Trainingsprozess einige, teils abenteuerlich anmutende Trainingsmethoden im Einsatz, die näher dargestellt werden sollen. Ein isoliertes Fingerkrafttraining findet häufig an einem so genannten „Finger-oder Leistenboard“ statt. Das Fingerboard ist ein Brett aus einer Kunstharzmischung (entsprechend der Kunstgriffe) mit aufgesetzten Leisten verschiedener Stärken. An diesem werden Hänge- und Zugübungen durchgeführt, mit teil-weise bis zu 50?kg Zusatzgewicht. Beim „Leisten- oder Campusboard“ sind dagegen verschiedene Leisten über eine Strecke von ca. 1?m übereinander angebracht und es werden Hangelübungen nach oben und unten durchgeführt. Klettern als Schulsport und in der Sporttherapie
Klettern bewirkt eine Aktivierung des Gesamtkörpers welche in spielerischer Weise umgesetzt werden kann. Das Gefahrenmoment eines Unfalls oder von Überlastungsschäden ist dabei Priv.-Doz. Dr.Volker Schöffl Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. Volker Schöffl: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/5983 |
Ausgabe MSN 4 / 2008Der Autor:Weitere Artikel online lesen |


