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Verletzungen des vorderen Kreuzbandes

Präventions Training

Das vordere Kreuzband (ACL) ist ein wichtiger Stabilisator im Kniegelenk. Es ist ca. 2 cm lang und ca. 8 mm dick. Der Riss des ACL ist eine typische Sportverletzung, die vor allem bei Sportarten auftritt, die Drehbewegungen im Knie und schnelle Richtungsänderungen erfordern wie z.B. Fußball, Handball oder auch der Skisport.

Bei einer Anzahl von knapp 23 Mio. aktiven Sportlern in unserem Land kommt es jährlich zu 1,25 Mio. Verletzungen, aufgeteilt in Vereinssport (53 %) und nicht organisierten Sport (47 %). Dabei passieren im Fußball die mit Abstand meisten Verletzungen (fast 70 %). Schaut man sich speziell im Fußball ACL-Verletzungen an, so kann man feststellen, dass 70 % ohne Kontakt geschehen. Diese erfolgen beim Laufen und Richtungswechsel oder der Landung nach einem Sprung und vor allem am Anfang und am Ende eines Spiels. 30 % sind kontaktbedingte Fouls, Tacklings von hinten. Zu ACL-Verletzungen kommt es bei Athleten oft unvorhergesehen, ausgelöst durch Störung oder Verlust der Konzentration. Die Häufigkeit von AC-LVerletzungen liegt bei Frauen 4- bis 8-mal so hoch wie bei Männern (vgl. Arendt et al., 1995, Hutchinson et al., 1995, Malone et al., 1993). Die Gruppe mit dem höchsten Risiko bilden Frauen zwischen 15 und 20 Jahren. Jedes Jahr erfährt eine von 100 High-School- Athletinnen und eine von zehn College-Athletinnen eine ACL-Verletzung (Adams et al., 2002).

Mechanismus von ACL-Verletzungen:

(Kirkendall & Garrett, 2000)
- Verzögerung / Änderung in der Richtung
- Kniereflexion 0 – 30 Grad
- Tibiarotation und Varus – Valguskräfte (FF)

Sensomotorisches Training

Welche Schlüsse kann man daraus ziehen? Ein Punkt ist, dass die Bewegungskoordination verbessert werden muss. Dies erreicht man mit sensomotorischem Training (SMT), das als Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erzeugung und Manipulation sensorischer Wahrnehmungen mit dem Ziel, die motorische Ansteuerung zu optimieren, bezeichnet wird. Sensomotorik ist dabei die zentrale Verarbeitung von inneren und äußeren Reizen und damit die Basis für jeden Trainingsreiz. Die Sensomotorik bildet die Grundlage für die Ansteuerung der Muskulatur und der Bewegung. Je besser sie ausgeprägt ist, desto präziser kann eine Bewegung ausgeführt werden. Effekte sind u.a. der Ausgleich von muskulären Dysbalancen (Geisler, 2007) und die Verringerung der Verletzungshäufigkeit bei Muskeln und Gelenken (Caraffa et al., 1996, Heidt et al., 2000, Mykelbust et al., 2003, Faude et al., 2005, Knobloch & Martin Schmitt, 2006). Wie sieht in diesem Zusammenhang ein ACL-Verletzungspräventionstraining aus?

ACL-Verletzungspräventionstraining

Solch ein Training muss eine effektive Verringerung des ACL-Verletzungsrisikos zur Folge haben und biomechanische Veränderungen fördern, die das Knie entlasten. Dazu sind drei Stufen notwendig:

Biomechanische Analysen vor dem Training

ACL-Verletzungs präventionsprogramm

Posturales-Training & biomechanisches Training

PEP-Programm

Bei dem so genannten PEP-Programm ( Prevent-injury and Enhance Performance) handelt es sich um ein Trainingsprogramm, das in den USA entwickelt wurde und dort seit Jahren im Fußballtraining eingesetzt wird. In Deutschland trifft man bislang nur vereinzelt darauf, jedoch ist eine leichte Steigerung in den vergangenen Monaten zu erkennen. Was beinhaltet es ganz konkret?

- Gelenkigkeit
- Flexibilität
- Körperliche Ertüchtigung
- Plyometrie-Übungen
- Technik

Praktisch ist es eine Reihenfolge von Warm-up, Stretching, Stärkung und sportspezifischer Ausbildung der Beweglichkeit. Über einen Zeitraum von 12 Wochen finden 2- bis 3-mal vor dem Fußballtraining Sitzungen von jeweils 20 Minuten statt. Bisherige Ergebnisse sind stichpunktartig in den Tabellen 1 und 2 aufgelistet.

Fazit

Als Fazit möchte ich an dieser Stelle einen Ausblick an Fragen geben, die es gilt, in Zukunft zu beantworten:

- Wie lange halten die Wirkungen des Trainings an?
- Wie viele Trainingssimulationen sind für eine Verhaltensänderung (d.h. für einen schützenden Effekt) nötig?
- Was ist die beste Methode zu Förderung des motorischen Lernens im Zusammenhang mit den Aufgaben der unteren Extremitäten?

Um die Tabellen zu sehen, laden Sie bitte das PDF (rechts oben) runter.

Ausgabe MSN 6 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 6 / 2011.
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