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Der gesunde Schwung

Ein ganzheitliches Konzept im Golfsport

Die Entwicklung des Golfsports in Deutschland in den letzten Jahren ist durch einen deutlichen Anstieg der ­aktiven Golfspieler gekennzeichnet. Die Anzahl der Golfer wächst stetig mit konstant hohen Zuwachsraten von ca. 5 bis 9 Prozent. Somit ist der Golfsport in Relation zu den bestehenden Mitgliederzahlen seit Jahren die mit Abstand wachstumsstärkste Sportart in Deutschland. Absolut bedeutet dies ein Wachstum von deutlich über 20.000 neuen Golfspielern pro Jahr. Dabei sind diejenigen Golfer, die nicht in Clubs organisiert sind, noch nicht berücksichtigt. Die Gruppe der über 55-jährigen Spieler macht etwa ein Drittel, (absolut gesehen 7500 Neueinsteiger) aus. Naturgemäß finden wir in diesem Kreis, aber auch bei den schon aktiven Golfern; Sportler, die verstärkt mit funktionellen Störungen belastet sind.

Meine langjährige Tätigkeit in der Sportlehrerausbildung und in der Erwachsenenbildung zeigt, dass vor allem in den Bereichen Tennis, Skilaufen und Golfen die Sollwertsetzungen, bei der ein Idealbild des Golfschwunges angestrebt wird, auf Grund der unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen bei der technischen Ausführung lediglich Orientierungswerte sein können. Die Lehrpläne im Tennis und Skilaufen tragen schon seit längerer Zeit der Tatsache Rechnung, dass es keinen „absoluten Technikbegriff“ geben kann. Individuelle Gegebenheiten, physische und psychische Komponenten, bestimmen die Grundlage der technischen Möglichkeiten und können sogar leistungslimitierend sein.

Auch im Golfsport muss der Technikbegriff dynamisch gesehen werden und sich somit an den individuellen Voraussetzungen orientieren.
Funktionsstörungen (verletzungsbedingte Bewegungseinschränkungen z.?B. von Schulter, Hüfte, Knie usw.), die sich als leistungslimitierend darstellen, erfordern eine individuelle Behandlung im Aufbau des Schwungerlebnisses der Schüler. Negative Erscheinungen (z.?B. Schmerz) lassen kein positives Bewegungserlebnis entstehen.
Die Aufgabe eines ganzheitlichen Golfunterrichts versucht die komplette „Funktionseinheit Golfer“ zu betrachten, funktionelle und mentale Defizite durch gezielte therapeutische Begleitung und Maßnahmen auszugleichen. Das Ziel des Unterrichts muss es sein, das Schwungerlebnis und das Schwungbild funktionell und dynamisch zu gestalten.

Im Golfsport ist ein Sollwert meist durch Wort und Bild festgelegt, der Unterricht versucht den Schüler schrittweise an dieses Bild heranzuführen. In unserem Verständnis müssen jedem Schüler individuelle Spielräume zugestanden werden. Diese Spielräume müssen an den notwendigen Bedingungen zur Zielerreichung orientiert sein. Damit wird klar, dass wir einen dynamischen Technikbegriff bevorzugen, bei dem Griff, Ansprechposition, Bewegungsrichtung des Schlägers zum Ball, Geschwindigkeit des Schlägerkopfes sowie die Verkantung des Schlägerkopfes im Treffpunkt determinierende Faktoren sind.
Diese Elemente sind auch in reduzierten Bewegungsumfängen erfühl-und erfahrbar.
Bewegungsoptimierung setzt dann unter Umständen auch therapeutisch an. Verbesserungen in der Funktionalität des Bewegungsapparates spielen ebenso eine Rolle wie Veränderungen in der Ausgangs- und Endposition. Die Diskussion eines sinnvollen Schlägerkonzeptes, das die individuellen Eigenheiten berücksichtigt, ergänzen unseren ganzheitlichen Ansatz.
Wir versuchen unseren Schüler permanent zu betreuen und reduzieren uns nicht auf Technikvermittlung.

Stichwörter:
Golfsport Prävention

Ausgabe MSN 3 / 2007

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 3 / 2007.
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