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Golf und Ausdauer
Golf und AusdauerGolf kann man sicherlich nicht als eine „reine“ Ausdauersportart ansehen, da die Technik ganz entscheidend zu Erfolg oder Misserfolg beiträgt. Allerdings legt ein Golfer, der eine komplette 18-Loch-Runde spielt, je nach Spielniveau ca. 7–10?km zurück und das erfordert eine solide Grundkondition. Um diese Strecke ohne Leistungstief zu überstehen, sind Energiereserven in Form von Kohlenhydraten erforderlich. Das Leberglykogen sorgt für einen konstanten Blutzuckerspiegel und damit für entsprechend hohe Konzentrationsfähigkeit. Das Muskelglykogen gewährleistet, dass der betreffende Muskel schnelle und gezielte Bewegungen ausführen kann. Der Golfspieler verbrennt auf der Runde etwa 1.000–1.500 Kcal zusätzlich zum Tagesumsatz, mindestens soviel wie bei einem zweistündigen Tennisdoppel. Der prozentuale Anteil der Fettverbrennung an der Energiebereitstellung beträgt ca. 40?%. Die körperliche Beanspruchung beim Golf entspricht ungefähr 35?% der maximalen Sauerstoffaufnahme. Immerhin steigt diese um das Dreifache gegenüber den Grundumsatzbedingungen an. Der Blutlaktatspiegel bleibt unterhalb von 2,5?mmol/l, die Energiebereitstellung erfolgt vorrangig aerob sowie in der Schwungsituation teilweise anaerob-alaktazid. Die Herzfrequenz steigt moderat an (im Mittel ca. 115?S/Min, Tab.), jedoch kann es kurzfristig zu deutlichen Druckerhöhungen zum Treffmoment kommen, insbesondere bei psychischem Druck. Es sind nicht allein die Faktoren wie Fehlschläge, die Art des Equipment-Transports, die Flightgröße oder die Höhenunterschiede auf dem Platz. Hier spielen eher Stresssituationen wie z. B. der Abschlag auf Tee 1 oder bevorstehendes Wasserhindernis eine große Rolle.
Der Benefit für den Fettstoffwechsel zeigt sich nicht nur am Schwinden der Pfunde. Es besteht sowohl bei hoher wie auch bei leichter körperlicher Aktivität eine deutlich verbesserte Insulinsensitivität und damit ein geringeres Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen. Langfristig verbessert körperliche Aktivität die Insulinwirkung: Die Muskelzellen nehmen den Zucker besser auf. Bei Bewegung benötigen die Muskeln mehr Energie. Die Blutzuckerspiegel werden bis zu 25?% des (z.?T. erhöhten!) Ausgangswertes bei Senioren. Der Fettstoffwechsel wird auf der Golfrunde erheblich angeregt. Diese länger dauernde muskuläre Beanspruchung von aerobem Charakter bewirkt zuerst eine Verminderung der freien Fettsäuren infolge der Fettverbrennung. Danach erfolgt ein langsamer Anstieg über Katecholaminausschüttung aus den sympathischen Nervenendigungen mittels der ansteigenden Fettsäuremobilisation. Die intrazelluläre Lipaseaktivierung mobilisiert weiter freie Fettsäuren aus den endogenen Triglyceriddepots. Dynamische Beanspruchungen zwischen 1 und 4 Stunden Dauer werden mit weniger als 50?% der maximalen Sauerstoffaufnahme, energetisch bis zu ca. 70?% über den Lipidstoffwechsel abgedeckt. Hier ist Golfen sogar als Ausdauertraining in einem Intensitätsbereich anzusiedeln, in dem der Organismus seine Energie vorwiegend aus dem Fettstoffwechsel bezieht und bei wiederholten Golfbelastungen mit dessen Optimierung zu rechnen ist. Allerdings ist das Golfspiel nicht mit dem 18. Putt beendet. Die vermehrt sympathikotone Situation bei gleichzeitigem Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsdefizit sowie kataboler Stoffwechsellage verlangt eine „Nachbelastung“ in Form von entspannenden und regenerativen Maßnahmen, z.?B. Auslaufen, Dehnen oder detonisierenden Aktivitäten. Bei einer Minimalanforderung für ein gesundes Training von 800–100 kcal/Wo zählt Golf mit 1x18 Löcher oder 2x9 Löcher/Wo unter den genannten Aspekten. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. Holger Herwegen: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/4461 |
Ausgabe MSN 4 / 2007Der Autor:Weitere Artikel online lesen |


