Myokarditis und SportHerzmuskel EntzündungInfekte sind ein Phänomen, mit dem sich der Körper häufig auseinandersetzen muss. Am häufigsten sind die banale Erkältung oder eine Grippe. Geht der Infekt auf das Herz über, kann es allerdings gefährlich werden. In diesem Fall wird von einer Herzmuskelentzündung oder „Myokarditis“ gesprochen. Myokarditiden treten vor allem als Komplikation von Virusinfekten auf; sehr selten sind sie durch Bakterien oder Parasiten bedingt. Immer wieder wird in den Medien von Sportlern berichtet, die in Zusammenhang mit einer vermuteten oder nachgewiesenen Myokarditis plötzlich verstarben. Typisch für eine Myokarditis sind in Zusammenhang mit oder in den ersten Wochen nach einer Erkältung oder Grippe auftretende Symptome wie leichte körperliche Erschöpfbarkeit, Kurzatmigkeit und Schwächegefühl. Häufig treten begleitend Brustschmerzen oder auch Pulsunregelmäßigkeiten auf. Diese Symptome sind an sich unspezifisch und nicht ohne Weiteres wegweisend. Wichtig ist aber insbesondere für Leistungssportler, diese Symptome ernst zu nehmen und zur weiteren Abklärung einen Arzt aufzusuchen. Diagnose Anhand der charakteristischen Vorgeschichte (Neuauftreten der Beschwerden in Zusammenhang mit einem Infekt), am EKG und anhand von Laboruntersuchungen (erhöhte Entzündungswerte, Anstieg der Herzmuskelenzyme) lässt sich eine Myokarditis vermuten (Tab.). Beweisend ist der Nachweis einer Entzündung in einer Herzgewebeprobe, die mittels Katheteruntersuchung gewonnen wird. Zunehmend häufiger wird heute die so genannte Magnetresonanztomografie eingesetzt, mit deren Hilfe sich ebenfalls eine Myokarditis nachweisen lässt. Das weitere Vorgehen ist abhängig von der Herzfunktion. Ist sie unbeeinträchtigt, kann davon ausgegangen werden, dass die Myokarditis schnell abheilt. Ist sie eingeschränkt, muss von einem schwereren Krankheitsverlauf ausgegangen werden. Ein Krankenhausaufenthalt (ggf. sogar auf der Intensivstation) kann notwendig werden. In schwersten Fällen kann akut eine Herztransplantation erforderlich werden. Behandlung Die Behandlung einer Myokarditis erfolgt medikamentös (entzündungshemmende Medikamente, ggf. auch das Herz entlastende Medikamente) – ganz gezielte Behandlungsmöglichkeiten, die die Myokarditis schnell und restlos beseitigen, stehen bei der viralen Variante nicht zur Verfügung. Bei einer bakteriellen Myokarditis werden Antibiotika verabreicht. In allen Fällen einer vermuteten oder nachgewiesenen Myokarditis gilt zunächst grundsätzliches Sportverbot. Bei erhaltener Herzfunktion sollte auch nach Normalisierung von Befinden und Befunden für mindestens sechs Monate kein Leistungssport durchgeführt werden. Bei einer aus der Myokarditis resultierenden Einschränkung der Herzfunktion hängt der weitere Verlauf davon ab, wie sich diese entwickelt. Verschwindet sie gänzlich (was Monate dauern kann), gilt mindestens so lange Sportverbot, bis die Herzfunktion sich wieder normalisiert hat. Verbleibt eine Einschränkung der Herzfunktion, bedeutet dies das Aus für den Leistungssport. Wichtig ist in allen Fällen eine engmaschige Betreuung durch einen Kardiologen. Fazit Was tun nach einem banalen Infekt oder einer Grippe? Hier gibt es keine eindeutigen Empfehlungen, aber eine mehrwöchige Pause, bis sich der Körper wieder völlig erholt hat, macht immer Sinn. Es sollte nicht zu früh wieder mit dem Leistungssport begonnen werden, insbesondere nicht vor Abklingen der Beschwerden. Halten Letztere an, so lautet die Devise vor der Wiederaufnahme des Trainings zum Arzt. Um die Tabelle zu sehen, laden Sie bitte das PDF (rechts oben) runter. |
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