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Bildgebende Verfahren in der Sportmedizin "Der Klassiker" Röntgen
Bildgebende Verfahren in der Sportmedizin "Der Klassiker" RöntgenRöntgen in der SportmedizinSportverletzungen und Sportschäden spielen bei zunehmenden körperlichen und sportlichen Aktivitäten bis ins hohe Alter hinein eine große Rolle im klinischen Alltag. Nach wie vor sind Anamnese und klinische Untersuchung die Grundlage der Diagnostik. Trotz der Vielzahl unterschiedlicher neuer bildgebender Verfahren ist das konventionelle Röntgenbild jedoch der Standard in der Diagnostik von Sportverletzungen oder Sportschäden.
Das Anfertigen von Röntgenaufnahmen dient nicht nur der Diagnosefindung, sondern auch der Verlaufskontrolle der Knochenbruchheilung sowie der postoperativen Dokumentation und Lagekontrolle nach Einbringen von Metallimplantaten. Segment 1: Fraktur im Bereich des anatomischen Halses, Segment 2: Tuberculum-minus-Fraktur, Segment 3: Tuberculum-majus-Fraktur und Segment 4: Fraktur im Bereich des chirurgischen Halses
Bei Verschiebungen der Fragmente >?1?cm oder einer Winkelverschiebung
Im Bereich des Hüftgelenkes wuchs in den letzten Jahren das Interesse am sogenannten femoroacetabulären Impingement Syndrom (FAI). Hier können bereits im Röntgenbild wichtige Hinweise auf ein mögliches Vorliegen eines Pincer- oder eines CAM-Impingements gewonnen werden. Bei den meisten Verletzungen und Erkrankungen im Bereich des oberen Sprunggelenkes reicht es aus, eine antero-posteriore Aufnahme und eine laterale Aufnahme des Gelenkes anzufertigen. Mit diesen Ebenen lassen sich degenerative oder traumatische knöcherne Veränderungen (Frakturen; Osteochondrosis dissecans) und auch Tumoren aufdecken. Allerdings sollte immer eine der beiden Standardebenen bei entsprechender klinischer Symptomatik die Unterschenkelknochen auch weiter proximal abbilden, um beispielsweise Unterschenkelfrakturen, die auch die Gelenkflächen des oberen Sprunggelenkes erreichen können, zu erkennen. In der a.-p.-Aufnahme beurteilt man normalerweise die Konfiguration, die Gelenkflächenkongruenz und die Inklination des Talus im Vergleich zur Tibia. Bei einer Osteochondrosis dissecans zeigt sich meist im Bereich des Talus ein Defekt im subchondralen Knochen, der je nach Schädigungsausmaß des Gelenkknorpels von einem kleinen osteochondralen Körper in situ bis zur vollständigen Lösung eines osteochondralen Segmentes (Corpus liberum) reichen kann. Im Falle einer chronischen Sprunggelenkinstabilität lassen sich als Folgeveränderungen der rezidivierenden Supinationstraumen in der seitlichen Projektion häufig Traktionsosteophyten an Talus oder vorderer Tibiakante darstellen. Bei Torsionstraumen des Unterschenkels kann es zu einer Fraktur des proximalen Endes der Fibula kommen, die auch zu Läsionen im Bereich des N. peronaeus führen kann. Eine Schädigung des N. peronaeus führt von einfachen Sensibilitätsstörungen bis hin zur kompletten Fußheberparese. Diese hohe Spiralfraktur der Fibula („Maison-neuve-Fraktur“) ist oft Folge einer indirekt auf die proximale Fibula fortgeleiteten Kraft. Bei Verdacht auf eine „Maison-neuve-Fraktur“ wird eine lange Kassette genommen, um den proximalen Unterschenkel mit abzubilden. Bei Frakturen im oberen Sprunggelenk können die Standardprojektionen zur besseren Beurteilung der knöchernen Strukturen durch Schrägaufnahmen in Innenrotation/Außenrotation ergänzt werden.
Nachdem eine frische knöcherne Fraktur ausgeschlossen werden konnte, wurden früher oftmals direkt posttraumatisch gehaltene Aufnahmen zur Beurteilung der Bandstrukturen im Seitenvergleich durchgeführt. Eine Muskelgegenspannung, durch Schmerzen oder eine ausgedehnte Schwellung verursacht, erschwert in der Regel die Durchführung. Gegebenenfalls können diese Beschwerden durch Applikation von Lokalanästhetikum als Nervenblock vermindert werden. Nach in weiterer Verbreitung der funktionellen Therapie wird die Indikation zu gehaltenen Aufnahmen jedoch immer seltener gestellt. Prof. Dr. Jörg Jerosch |
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