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„Prickel“-Training

Der Tramp Trainer ist ein in der Höhe verstellbares Trampolin, das im Sitzen genutzt wird. Es ist unter genauen Vorgaben ab 20 kg Teilbelastung anwendbar und wird innerhalb der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) in der BG-Unfallklinik Murnau angeboten. Die MAT/MTT gilt in rationeller Betrachtungsweise der Elimination von Defiziten und dem Abbau muskulärer Schwächen, die sich nach einem längeren Zeitraum der Verletzung/Erkrankung bei dem Patienten zeigen. Der Tramp Trainer wird vor allem bei Verletzungen der unteren Extremitäten bis hin zu Beckenverletzungen eingesetzt. Das Gerät zeigt Vorzüge sowohl hinsichtlich eines muskulären Aufbaus als auch dem funktionellen Training der betroffenen und infolge von Schonhaltungen in Mitleidenschaft gezogenen Strukturen. Hier gemachte Beobachtungen brachten mich wieder in Berührung mit dem Forschungsthema der Sport- und Bewegungswissenschaftlerin Dr. habil. Beate Blanke: dem „Prickel“ – der Emotionsforschung in der Bewegungsvermittlung. Für die Patienten ließ sich entdecken:

a) der Einsatz der verletzten Strukturen nach längerer Zeit der Immobilität oder Teilbelastung und: b) Freude! Damit also Dr. Blankes: Prickel! (1) Als Indikator für ein erfolgreiches Lernen erarbeitete sie gemeinsam in studentischen Projekten den Indikator „strahlende Augen“. Das Strahlen deutet auf etwas Gelungenes, auf etwas erfolgreich Bewältigtes.

Den Einsatz des Gerätes nutze ich u.a. dazu, den Patienten ein Körpergefühl zu vermitteln, welche als Handlungsdimension die Felder „herausfordern, nicht überfordern“ und der Selbststeuerung bezüglich der Belastungsdauer und Belastungsintensität integriert. Ersteres vermittelt dem Patienten ein Rückgewinn von Vertrauen in die Leistungsmöglichkeiten der verletzten Strukturen, an die er sich selber, mit einer zunehmend verbessernden Körperwahrnehmung und damit einhergehendem -gefühl, herantasten kann. Belastungsdauer und –intensität als Marker überlasse ich dem Patienten, in dem er selber feststellt, wann die Belastungsdauer ihm reicht und wie kräftig die Patientin das Gerät nutzt. Vorgaben meinerseits sind: in drei Blöcken mit je einer kurzen, erholsamen Pause dazwischen und der Erhöhung der Schlitteneinstellung aller 3 – 5 Tage (je nach Belastbarkeit der Strukturen und der Einsatzbereitschaft sowie – möglichkeit der Person) – damit binde ich an die (für viele Patienten eine neue Erfahrung mit Bewegung) im MTT angewendeten Belastungsdimensionen an (3 Serien a 15 Wiederholungen usw.). Zudem sind der kreativen Phantasie, was Sprungvariationen betrifft, keine Grenzen gesetzt.

Fazit

Der Tramp Trainer, integriert in das Training der MTT, ist eine hervorragende Ergänzung und kann zudem vom Patienten, da sitzend, ohne direkte therapeutische Begleitung angewendet werden.

Ausgabe MSN 6 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 6 / 2011.
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