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Sportmedizin
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Borreliose im Sport
Borreliose im SportBlutsauger-ErkrankungBei der weiten Verbreitung von Zecken, die mit Borrelien infiziert sind, je nach Gebiet bis zu 50 %, muss man insbesondere bei Sportlern, die sich im Freien aufhalten, an die Möglichkeit einer Borreliose denken, wenn über Muskel-, Gelenkschmerzen und -schwellungen, Nervenlähmungen, Herzrhythmusstörungen u.a. geklagt wird. Für die erst in den letzten drei Jahrzehnten als zusammenhängendes Krankheitsbild erkannte Multiorganerkrankung Lyme-Borreliose wurde der Erreger 1981 von Willi Burgdorfer entdeckt. Lyme-Borreliose ist ein zunehmendes Thema, auch im Leistungssport.
Durch Zeckenstiche werden aber auch noch andere Krankheiten übertragen. In Deutschland ist dies die FSME (Frühsommermeningoenzephalitis). Gegen diese Viruserkrankung gibt es einen sehr guten Impfschutz. Sie tritt in Endemiegebieten auf und ist viel seltener als die Borreliose, wo das Infektionsrisiko weitaus höher ist, als bisher angenommen wurde. Ihre Verbreitung nimmt inzwischen epidemische Ausmaße an. In Deutschland rechnet man jährlich mit insgesamt 80–100.000 Neuinfektionen. Nach Angaben der WHO handelt es sich um die häufigste chronische Infektionskrankheit in Europa. Nicht selten werden Co-Infektionen mit Ehrlichien, Babesien und Bartonellen festgestellt. Der Lebensraum der Zecken umfasst Gräser, Sträucher, Laubstreu und das Unterholz der Wälder. Neuerdings findet man sie auch vermehrt in Parks, Gärten und Rasenanlagen. Zecken machen im Laufe ihres Lebens drei Entwicklungsstadien durch: als Larve, Nymphe und als adulte Zecke. In jedem dieser Stadien brauchen sie Blut. Als Wirt dienen Säugetiere (u.a. Mäuse, Ratten, Füchse, Weidenvieh), aber auch der Mensch und Grundsätzlich unterscheidet man zwei Verläufe 1. die akute Borreliose mit oder ohne Erythema chronicum migrans (zunehmende Hautrötung an der Einstichstelle in ca. 40 % der Fälle), Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Augensymptome (z.B. Doppelbilder), Hirnnervensymptome (v.a. Faszialisparese), Bursitiden, Enthesitiden, radikuläre Schmerzsyndrome (sog. Bannwarth-Syndrom). Diese Erstmanifestationen, auch als Stadium I der Borreliose bezeichnet, treten mitunter erst Wochen bis Monate nach Infektionsbeginn auf. Insbesondere bei anamnestischer Angabe von Zeckenstichen oder bei hohem Infektionsrisiko ist die Lyme-Borreliose differenzialdiagnostisch zu berücksichtigen. 2. die chronische Borreliose, deren Symptome sich entweder nahtlos aus dem Frühstadium entwickeln oder nach einem beschwerdefreien Intervall von Monaten bis Jahren oder aber primär (chron. LB ohen vorausgegangenes Frühstadium). Bei der chronischen Verlaufsform (Stadium II+III) führt die Ausbreitung der Borrelien im Organismus zu einer Multiorganoder Multisystemerkrankung mit einer außerordentlich großen Vielfalt möglicher Krankheitssymptome. Die Arthritis des Kniegelenks ist eine häufige Krankheitsmanifestation in der Spätphase. Daneben treten u.a. muskuläre Schmerzen, Herzrhythmusstörungen, Abgeschlagenheit, Sehnenschmerzen mit und ohne Schwellungen, v. a. Achillessehnen, Fersenbeinschmerzen, starkes Schwitzen, neurologische Symptome mit Geruchs- und Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen, Hautveränderungen auf, um nur wenige wichtige zu nennen. Diagnose und Therapie Im Rahmen der Diagnostik ist die Borrelienserologie (Elisa und Immoblot) die Basisdiagnostik für die Frage, ob eine Borrelieninfektion vorliegen könnte. Bei der großen Anzahl auf dem Markt befindlicher Testsysteme verschiedener Hersteller besteht für alle Testmethoden eine eingeschränkte Vergleichbarkeit. Hersteller und die verwendeten Methoden des entsprechenden Testsystems sollten daher im Untersuchungsbefund angegeben werden. Als weiterführende Untersuchungen stehen die Bestimmung des Laborparameters CD 57+NK-Zellen und der Lymphozytentransformationstest (LTT-Borrelien) zur Verfügung. Der LTT-Test ist bereits im frühen Stadium der Borrelieninfektion deutlich positiv und wird in der Regel 4–6 Wochen nach Abschluss einer erfolgreichen antibiotischen Behandlung negativ oder aber ist deutlich rückläufig. Ein negativer serologischer Befund kann, besonders bei frühen Manifestationen der Borrelieninfektion, eine Lyme-Borreliose nicht ausschließen. Zu dem direkten Borrelien-Nachweisverfahren zählt der Nachweis von Borrelien-DNA mittels Polymerasekettenreaktion (PCR-Borrelien), z.B. aus einem Gelenkpunktat oder einer Hautbiopsie. Therapeutisch wird die Borreliose im Frühstadium (Stadium I) mit einer oralen Antibiose behandelt, vorzugsweise mit 200 mg Doxycyclin, einmal täglich über 20 Tage. Die chronische Borreliose wird überwiegend mit einer intravenösen Antibiotikatherapie behandelt. Hierfür stehen verschiedene Mono- oder Kombinationstherapien zur Verfügung. Die Dauer der Therapie orientiert sich in erster Linie an der Klinik des Patienten (in der Regel 4–6 Wochen). Inzwischen liegen einige Studien vor, die den positiven Effekt einer antibiotischen Langzeittherapie belegen. Bei jeder antibiotischen Behandlung der Lyme-Borreliose, unabhängig vom Stadium, ist die Gefahr einer Herxheimerreaktion zu beachten. Dr.Viebahn@Hausarztzentrum-Gummersbach.de |
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