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Sportmedizin
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Mirkoschäden bei Athleten
Mirkoschäden bei AthletenDie Mikrotraumatische Schulterinstabilität des Überkopf-SportlersDas Schultergelenk stellt bekannterweise das mobilste Gelenk des menschlichen Körpers dar. Umso prekärer ist die notwendige Balance von außerordentlicher Mobilität und Stabilität. Die Stabilität wird gewährleistet durch die passiven Stabilisatoren des labro-kapsulo-ligamentären Komplexes, den negativen intraartikulären Druck und durch das perfekte Zusammenspiel sowie die Balance von Rotatorenmanschette und Scapulastabilisatoren. Die Sportlerschulter – Was ist anders?
Grundsätzlich wenig! Die Pathomorphologie struktureller Schäden unterscheidet sich grundsätzlich kaum zwischen Sportlern und Nichtsportlern. Dennoch kennen wir spezifische Entitäten insbesondere beim Überkopfsportler, welche durch wiederholte Mikrotraumatisierungen bedingt sind. Ein weiterer relevanter Unterschied besteht in der Spezifität und Intensität der Rehabilitation. Beim Hochleistungssport spielen zudem psychologische Aspekte während der Comeback-Phase eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wichtig in der diagnostischen Beurteilung und Behandlung von Schulterbeschwerden des Überkopfsportlers, aber auch des „normalen“ Patienten, ist in besonderem Maße die funktionelle Analyse des Rumpfes.
Die Mikrotraumatische Schulterinstabilität MTI ist der Endpunkt einer funktionellen Dekompensationskaskade des Überkopfsportlers. Nicht rechtzeitig erkannt und suffizient konservativ behandelt, mündet sie in einer minimalinvasiven Intervention. Der Ablauf dieser pathologischen Kaskade sowie die funktionellen Zusammenhänge sind erfahrungsbasiert, wissenschaftlich objektiviert und publiziert, aber ansonsten kaum bekannt. Extensiver Trainingsumfang mit zunehmender Ermüdung der Rotatorenmanschette und nicht ausreichender Respektierung gegenüber der Trainingsbelastung münden in einem Mismatch von Belastungsintensität und -toleranz. Sehr häufig finden sich bereits primär eine reduzierte Kraftausdauer sowie vor allem eine Dysbalance zwischen Außen- und Innenrotatoren zuungunsten der Außenrotatoren. Dysbalance und Ausmaß der Kraftausdauer sind isokinetisch analysierbar. Insbesondere dieser Parameter kann in hohem Maße für Beschwerden des jugendlichen Überkopfsportlers ausschlaggebend sein. Adäquat analysiert, korrekt und einfach mit einem Therabandprogramm behandelt, kann bereits in dieser Frühphase ein später nicht reversibler und operationsbedürftiger Schaden vermieden werden. Selbstverständlich kann auch eine unorthodoxe Schlag- oder Wurftechnik mehr oder weniger gravierend zur Problematik beitragen. Hier bedarf es einer helfenden und ggf. auch korrigierenden Analyse durch den Trainer. Die Folge der vorgenannten Aspekte ist die Entwicklung einer Bursitis subdeltoidea, welche auf das Relief des lateralen M. deltoideus projiziert wird und bereits früh auch die charakteristischen nächtlichen Schmerzen verursacht.
Als weitere Stufe in der Instabilitätskaskade resultiert ein Overload der statischen Stabilisationsstrukturen des labro-kapsulo-ligamentären Komplexes.
Die operative Therapie einer MIT bzw. die eines symptomatischen PSI beinhaltet als zentrale Maßnahme eine balancierte ant.post. Schulterstabilisierung, welche idealerweise arthroskopisch als Plicatur mit pathologieabhängigen Zusatzaddressionen erfolgen kann. Voraussetzung für den Erfolg dieses Therapiekonzepts, nicht nur beim professionellen Hochleistungssportler, ist eine perfekte physiotherapeutische Rehabilitation mit isokinetischer Steuerung des Rehabilitationsverlaufes und gilt als Parameter für die Integration in den Wettkampfsport. Fazit: Die Behandlung von Überkopfsportlern erfordert selbstverständlich wie bei jedem Schmerzbild eine sehr präzise und differenzierte klinische Diagnostik. Fehlinterpretationen und fehlerhafte Behandlungen sind ansonsten gerade bei dieser Klientel nicht selten zu beobachten. Ein wesentliches Augenmerk gilt dem heranwachsenden Sportler. Funktionelle Defizite münden sehr schnell in noch latente Adaptationsprozesse. Strukturelle Überbelastungen und Mikroschäden sind die Folge. Unerkannt und nicht korrigiert führt dieser Prozess in eine behandlungswürdige Symptomatik. Dem präventiven Aspekt sollten wir insbesondere bei der sportmedizinischen Betreuung von jugendlichen, aber auch älteren Athleten einen besonderen Stellenwert zukommen lassen. |
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