|
Sportmedizin
>
Bildgebende Verfahren in der Sportmedizin
Bildgebende Verfahren in der SportmedizinMagnetresonanztherapieDie Untersuchung des Bewegungsapparats ist seit langem als außerordentlich bedeutsames Indikationsgebiet der Magnetresonanztomographie (MRT) etabliert. Die MRT kommt in Fällen zur Anwendung, in denen durch diagnostische Verfahren wie Projektionsradiographie und Ultraschall keine definitive Abklärung der Beschwerden eines Patienten möglich ist.
In den letzten Jahren entwickelten sich allerdings auch immer mehr Fragestellungen im Bereich der Sportmedizin, bei denen die MRT frühzeitig als primäre Untersuchungsmethode der Wahl in den diagnostischen Prozess einbezogen wird. Eine spezielle Vorbereitung der Patienten für die Untersuchung ist nicht erforderlich. Im Rahmen des Aufklärungsgesprächs muss sichergestellt werden, dass keine Kontraindikationen (z.?B. Herzschrittmacher) vorliegen. In der Kleidung oder am Körper des Patienten befindliche Metallteile müssen abgelegt werden. Nichtferromagnetische Gelenkendoprothesen und Osteosynthesematerialien stellen keine Kontraindikation dar. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass in der Umgebung dieser Metallkörper lokal begrenzte Artefakte auftreten.
Für die MRT des Bewegungsapparats ist es unverzichtbar, bei geeigneter Im Folgenden sollen exemplarisch einige wichtige Indikationsgebiete für die MRT im Bereich der Sportmedizin und präventiven Sportmedizin vorgestellt werden. MRT des Gelenkknorpels
Bildgebendes Verfahren der Wahl zur Knorpelbeurteilung ist die (Hochfeld-) MRT. Dabei liegt das Potenzial der Knorpel-MRT nicht in dem Versuch, Schmerzsymptomatik mit Knorpelschäden zu korrelieren, sondern vielmehr in der Darstellung und Evaluation von Knorpelalterationen, die einer Behandlung zugeführt werden können.
Übergeordnetes Therapieziel bei Knorpelschäden ist die Gewährleistung der optimal möglichen Gelenkfunktionalität durch Erhaltung bzw. Wiederherstellung einer stabilen Kongruenz und einer ausgeglichenen mechanischen Belastungssituation im Gelenk. Aufgabe der MRT ist es Zahl, Ausdehnung und Tiefe von Knorpelveränderungen und deren Verteilung über die verschiedenen Gelenkkompartimente zu beschreiben. Über die reine Beurteilung der Knorpelläsion hinaus ist es essentiell, assoziierte Veränderungen anderer Strukturen im Gelenk zu beschreiben. Prinzipiell wird bei makroskopisch intaktem Knorpel oder lediglich kleinen Fissuren konservativ behandelt. MRT der Schulter Posttraumatische und degenerative Veränderungen des Schultergelenks sind häufige Ursachen chronischer Schmerzzustände und von Funktionsbeeinträchtigungen. Die MRT der Schulter hat bei der Darstellung dieser Ursachen ihren wichtigen Stellenwert und ihre hohe diagnostische Aussagekraft erwiesen. Da die glenoidale Gelenkfläche nur etwa ein Drittel der Gelenkfläche des Humeruskopfes umfasst, spielen für die Stabilisierung des Schultergelenks ligamentäre und muskuläre Faktoren eine entscheidende Rolle. Das Spektrum der Rotatorenmanschettenläsionen reicht von leichten degenerativen Veränderungen bis zur kompletten Ruptur. Der Großteil der Rotatorenmanschettenläsionen wird im Unterschied zur selteneren rein traumatisch bedingten Ruptur dem (klinischen Begriff) Impingement-Syndrom zugeordnet. Ihm liegen die repetitive bewegungsabhängige Einklemmung und Fehlbeanspruchung der Rotatorenmanschette zwischen dem Humeruskopf und dem korakoakromialen Bogen zugrunde. Dabei spielen sowohl eine ¬primär anatomisch bedingte Enge als auch ein gestörter Bewegungsablauf (z.?B. ein Höhertreten des Humeruskopfes bei Supraspinatussehneninsuffizienz) eine Rolle.
Die Begriffe Ruptur, Riss, Defekt werden meist synonym gebraucht. Am häufigsten betroffen ist die Sehne des M. supraspinatus. Allerdings ist eine rein traumatische Ruptur des M. supraspinatus ohne Vorschädigung selten und erfordert ein schweres Trauma. Ein Abriss des M. subscapularis ist häufiger traumatisch bedingt und oft mit einer Supraspinatusläsion vergesellschaftet. MRT des Kniegelenks
Das Kniegelenk ist das am häufigsten von Verletzungen betroffene Gelenk. Oft liegen komplexe Schäden mit Beteiligung der Kreuzbänder, Seitenbänder, Menisci und des Gelenkknorpels vor. MRT des oberen Sprunggelenks und Fußes (Bandverletzungen) Am häufigsten von Verletzungen betroffen ist der laterale Bandkomplex mit über 75?% der Fälle. Dabei rupturiert meist zunächst das Lig. fibulotalare anterius, dann das Lig. fibulocalcaneare und nur selten auch das Lig. fibulotalare posterius. Eine komplette Ruptur kann beim Nachweis einer Kontinuitätsunterbrechung diagnostiziert werden, Zeichen der Insuffizienz ist eine wellige Bandkontur. Klinisch bedeutsam ist die Beurteilung von Syndesmosenverletzungen, da sie zu einer operationsbedürftigen Instabilität des oberen Sprungelenks führen. Stressfrakturen Fehlbelastungen oder unphysiologische Überlastungen des Fußes können zu stressbedingten Veränderungen am Knochen führen, die sich im Extremfall zur Stressfraktur weiterentwickeln können. Typische Lokalisationen für Stressfrakturen sind der Schaft des Os metatarsale II (Marschfraktur) und der Kalkaneus. Charakteristisch ist der Nachweis eines Knochenmarködems in der Umgebung der Fraktur, die Fraktur selbst ist durch eine signalarme Linie in allen Sequenzen gekennzeichnet. Dr. Sabine Weckbach |
Ausgabe MSN 1 / 2009Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesen |



