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Sportmedizin
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Herzfrequenzvariabilitätsmessung - Lebensstilberatung - H
Herzfrequenzvariabilitätsmessung - Lebensstilberatung - HDie Herzfrequenzvariabilitätsmessung (HRV) zur Begleitung von Empfehlungen für Freizeit- und Gesundheitssporttreibende im Training und AlltagIm Rahmen der gesundheitsorientierten Lebensstilberatung ist die Herstellung eines optimalen Gleichgewichts zwischen Aktivität und Ernährung ein wesentliches Ziel.
Dazu bedarf es einer sport- und ernährungsmedizinisch sowie sportwissenschaftlich fundierten Diagnostik und Erfassung eines umfassenden und objektiven Ganzkörperstatus des Sporttreibenden. Aus der Analyse der Gesamtergebnisse heraus können präzise Empfehlungen zur Trainingssteuerung und Energieregulation im Alltag und unter Trainings- und Wettkampfbedingungen abgeleitet werden. Voraussetzung für Trainings- und Gesundheitsempfehlungen ist eine valide und repräsentative Methode zur HRV-Analyse. Nur so lässt sich das Zusammenspiel vom sympathischen und parasympatischen Nervensystem reproduzierbar abbilden. Grundlage der HRV bilden die fortlaufend gemessenen zeitlichen Abstände zwischen zwei jeweils aufeinander folgenden Herzschlägen. Nach der üblichen Definition ist die Herzfrequenz ein auf die Dauer von 60 Sekunden bezogener Wert (Schläge/min), der allerdings mit den intermittierenden Zeitintervallen von Schlag zu Schlag schwankt. Große zeitliche Schwankungen zwischen zwei Herzschlägen sprechen für eine ausgeprägte Variabilität der Herzfrequenz, minimale Schwankungen für eine geringe Variabilität; die intermittierenden Intervalle bewegen sich im Bereich von nur wenigen Millisekunden. Über die sogenannte „Frequenzdomäne“ wird die Qualität dieser Schwankungen mit dem mathematischen Verfahren der „Fast Fourier Transformation“ erfasst und einer Schwingungsfrequenz zugeordnet. Die Analyse der HRV misst und beurteilt so die elektrischen Impulse, die vom Nervensystem ausgehen; sie unterscheidet dabei einerseits zwischen hochfrequenten elektrischen Impulsen des Parasympathikus (HF; 0,15–?0,5 Hz), die z. B. zu einer Absenkung der Herzfrequenz in Ruhe führen. Andererseits werden die Impulse des Sympathikus mit niederer Frequenz erfasst (LF; 0,05–?0,15 Hz), die z. B. eine Anhebung der Herzfrequenz bewirken. Anhand der Variabilität, d. h. anhand der Reaktion des Herzens auf die autonome Steuerung, kann man nun die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Organismus an innere und äußere Einflüsse sichtbar machen und in einem definierten Kurzzeittest (15-minütiger Lagewechseltest: T1-liegend, T2-stehend, T3-sitzend) auch beurteilen. Die HRV zeigt individuelle Ergebnisse, die vom Alter, Geschlecht, Trainingszustand und der genetischen Disposition abhängig sind. Zudem kann zwischen Ruhe- und Stresssituationen sowie nach Art und Intensität der Trainingsaktivität in der HRV differenziert werden. Ein Mensch mit optimalem Lebensstil weist eine HRV mit guten Absolutwerten (Total Power) und einem guten Verhältnis von sympathischen und parasympathischen Anteilen (Relative Power; LF-/HF-Quotient) auf. Im Altersverlauf und bei schlechtem Fitnesszustand sinkt nicht nur die „Total Power“, sondern auch die Fähigkeit der Herzfrequenzanpassung und damit ihre Variabilität; der LF-/HF-Quotient verändert sich ungünstig und steigt an. Wo gibt es eine maßgeschneiderte Lebensstilberatung für Sporttreibende? Die oben genannten Anforderungen für eine qualifizierte Beratung zur Trainingssteuerung wie auch zum Lebensstil werden zunehmend in spezialisierten Zentren berücksichtigt und umgesetzt. Auch das neu etablierte Institut für Präventive Medizin (IPM) Freiburg sieht seinen Schwerpunkt in einer individuellen Erfassung von Daten zum Aktivitäts- und Ernährungsstatus sowie von Kenngrößen der Stoffwechselregulation in Ruhe und unter Belastung. Hierdurch sollen einerseits gesundheitsschädliche Bedingungen wie Übertraining, Burn-Out-Syndrom, Underperformance-Syndrome erkannt und therapiert, andererseits aber auch krankmachende Verhaltensweisen wie Fehlernährung und Aktivitätsmangel einer adäquaten Verhaltensänderung zugeführt werden. Ziel für die Zukunft muss es sein, weitere multidisziplinäre Kompetenzteams aufzubauen, die ärztliche Leistungen aus dem Bereich der Inneren Medizin einschließlich der Kardiologie sowie aus der Sport- und Ernährungsmedizin, Endokrinologie, Diabetologie und Gastroenterologie anbieten. Begleitet werden sollten diese Leistungen von Angeboten zur Verhaltenspsychologie, Sporttherapie, Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Prof. Dr. Aloys Berg: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/6905 |
Ausgabe MSN 5 / 2009Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesen |


