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Knie und Kreuzbandverletzungen bei Kindern
Knie und Kreuzbandverletzungen bei KindernOperative Strategie im Wachstumsalter
Jährlich treten etwa 100.000 vordere Kreuzbandverletzungen in Deutschland auf.
Verbesserte Untersuchungsmethoden und das vermehrte Augenmerk der behandelten Ärzte hinsichtlich dieser Diagnose erhöhte die Anzahl der Frühdiagnosen. Jedoch besteht nach wie vor Dissens über den idealen Zeitpunkt der operativen Versorgung. In den letzten Jahrzehnten bestanden Behandlungskonzepte mit großer Spannungsbreite. Diese beinhalteten neben konservativen Behandlungskonzepten mit Muskelaufbautraining auch waghalsige Rekonstruktionsverfahren, mit einer zum Teil sehr hohen Komplikationsrate. Dies führte zu einer zunehmenden Zurückhaltung der behandelnden Ärzte, auch aus Sorge dem jungen Patienten eine Verletzung der Wachstumsfugen zuzufügen. Um Folgeverletzungen zu vermeiden, wurde lediglich Muskelaufbautraining empfohlen. Aber auch in Kombination mit Sportverzicht zeigten Studien unbefriedigende Ergebnisse. Durch die verbleibende Instabilität können weitere Defekte an den verbliebenen Kniebinnenstrukturen wie Meniskusverletzungen sowie hyaline Knorpelveränderungen auftreten Internationale Studien und eigene Untersuchungsergebnisse (Dr. med. Ellermann et al.) zeigten über 50?% begleitende Meniskusverletzungen nach unversorgter Kreuzbandverletzung.
Um diesen Ergebnissen Rechnung zu tragen, entschlossen sich die Ärzte der ARCUS Sportklinik zu einem konsequent operativen Vorgehen. Die Operationsmethode wird dem Wissen über das bestehende Wachstumspotenzial der Heranwachsenden gerecht. In einer retrospektiven Analyse wurden 55 Kinder und Jugendliche, bei denen eine arthroskopische Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes bei noch offenen Wachstumsfugen durchgeführt wurde, nachuntersucht. Die Nachbehandlung erfolgte frühfunktionell mit Orthesenversorgung für zwölf Wochen. Patienten mit Begleitverletzung wurden in Abhängigkeit der Begleitpathologie, z.?B. Meniskusnaht, entsprechend zurückhaltender mobilisiert. Über einen Zeitraum von durchschnittlich 3?½ Jahren wurden die Patienten jährlich nachuntersucht. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung lag auf der Stabilitätsüberprüfung des Transplantats sowie dem Ausschluss einer Beinachsendeformität bzw. Beinlängendifferenz. Die vorliegenden Ergebnisse stellen eine erfreuliche Perspektive für die operative Versorgung kindlicher Kreuzbandrupturen dar. In einer sehr hohen Zahl konnte durch die Operation das Kniegelenk der Patienten stabilisiert und die Sporttauglichkeit wieder hergestellt werden. Beinachsdeformitäten und Beinlängendifferenzen traten nicht auf. Durch den hohen Grad der Aktivität, auch im Alltag, und das Wachstumspotenzial muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Insuffizienzrate der VKB-Plastik bei Kindern und Jugendlichen höher ist als bei Erwachsenen. Bei den weiteren Nachuntersuchungen muss ein erhöhtes Interesse auf die Langzeitergebnisse der Arthroseentwicklung gelegt werden. Hier erscheint der Erhalt der Meniskussubstanz bei den oft vorliegenden Begleitverletzungen als mit entscheidend für die Arthroseentwicklung. In der Studie waren diese Begleitverletzungen immerhin bei 57?% der Patienten vorhanden. Fazit Aus unserer Sicht ist die frühzeitige operative Versorgung von Patienten mit einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes bei offenen Wachstumsfugen die beste Methode. Entscheidend für das gute Ergebnis ist neben der extrakortikalen Fixation des Transplants ein konsequentes Nachbehandlungsschema, das die Compliance der Patienten voraussetzt. Dies beinhaltet neben der konsequenten Physiotherapie, die notwendige Orthesenversorgung für 12 Wochen sowie ein Verzicht auf Kampf- und Rotationssportarten für ein Jahr. Dr. med. Andree Ellermann Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. med. Andree Ellermann: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/4527 |
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