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Radsport - Wintertraining für Biker

Radsport - Wintertraining für Biker

MedicalSportsNetwork-Mitarbeiter und Amateurfahrer Dominik Nottarp hat sich -Gedanken über die Trainingsmöglichkeiten für Radfahrer in der kalten Jahreszeit gemacht. Neben „Selbstversuchen“, z.B. beim Crossrennen in Mannheim, führte er ein Gespräch mit Mountainbike-Profi Pia Sundstedt, die 2008 die Bronzemedaille bei der MTB-Marathon Weltmeisterschaft -gewann, obwohl sie sich im Wintertraining nicht aufs Rad setzt.

Seit vielen Jahren haben wir nicht mehr so einen kalten und schneereichen Winter wie diesen erlebt. Für Radfahrer bleiben da nicht viele Möglichkeiten, das Grundlagentraining zu gestalten. Entweder wagt man sich mit dem überaus geliebten und teuren Rad auf die mit Streusalz überladenen Straßen, oder man wählt den Crosser oder das Mountainbike, je nachdem was der Fuhrpark hergibt, um die schneegetränkten Wälder und Wiesen unsicher zu machen. Bleibt nur zu beachten, dass die hohe Schneedecke den Rollwiderstand wahnsinnig erhöht und somit permanentes, ja wirklich ununterbrochenes Treten des Trainierenden verlangt. Dadurch gleicht die Belastung einer dreistündigen Ausfahrt durch den Schnee, der eines fünfstündigen Straßentrainings. Oder einfach ausgedrückt: Nach drei Stunden Crossen oder Mountainbiken bei einer Schneehöhe von zehn Zentimetern bist du einfach platt. Natürlich kann man sich ein so genanntes Winterrad mit Schutzblechen, minderwertigen Laufrädern und Anbauteilen aufbauen. Das ist allerdings nur zu empfehlen, wenn man alleine oder höchstens zu zweit unterwegs ist. Aus dem einfachen Grund, dass es in einer Gruppe doch ganz schnell mal vorkommt, dass der eine oder andere Ortsschildsprint durchgeführt wird. Mit dem gerade beschriebenen Winterbock hat man da natürlich schlechte Karten.

Nochmal zum Crossen

In Belgien gefeierter Volkssport, hierzulande eher Nebensache, um den Winter abwechslungsreicher zu machen. Jedes Wochende finden bei unseren flämischen und wallonischen Nachbarn gleich mehrere Rennen statt. Crossrennen dauern in der Regel eine Stunde, die Rundenzahl steht also vor Beginn des Wettkampfes noch nicht fest. Je höher das Renntempo, desto mehr Runden werden gefahren. Eine Runde ist meistens zwischen einem und zwei Kilometer lang. Auf dem Parcours müssen Hindernisse wie querliegende Holzbalken oder Treppen überwunden werden. In Belgien kommt es auch vor, dass der Kurs die Rennfahrer durch ein beheiztes, mit jubelnden und betrunkenen Radsportfans vollgestoptes Bierzelt führt. Hierbei ist Gehörschutz für den Sportler zu empfehlen. Der Crossport hat auch in Deutschland an Popularität gewonnen. Ich selbst war beim Crossrennen in Mannheim in der Lizenzklasse am Start, um einmal die Faszination Cross zu erleben. Zwar wurde ich, wie viele andere Fahrer, von dem Profi Sascha Wagner überrundet, sicherte mir jedoch Platz 14 in meinem ersten Crossrennen.
Zurück zum Wintertraining. Viele beginnen alljährlich mit dem Grundlagentraining nach einer Pause im November bis Dezember und zwar ausschließlich auf dem Rad unter den oben genannten Umständen. Die professionelle Mountainbikerin Pia Sundstedt holte 2008 die Bronzemedaille bei der MTB-Marathon Weltmeisterschaft, obwohl sie sich im Wintertraining nicht aufs Rad setzt. Wie sie das macht, erklärte sie mir im Interview:

Wie gestaltest Du Dein Wintertraining?

Wenn das Wetter es zulässt, mache ich im Winter vor allem Skilanglauf. Ich fahre fast kein Fahrrad, denn ich glaube, es ist gut für den Körper, wenn er mal ein paar andere Reize bekommt. Dieses Jahr bin ich seit Anfang November nur ein einziges Mal Rad gefahren, und das war bei einem Run& Bike Rennen.

Was gibt es zu beachten, wenn man bei Minusgraden trainiert?

Hier sollte man unbedingt auf die Kleidung achten. Beim Training selbst ist die Kälte normalerweise kein Problem, aber man kühlt sehr schnell aus, sobald man am Ende des Trainings stehen bleibt. Deshalb nehme ich z.B. immer ein trockenes Unterhemd mit zum Training, welches ich nach Ende schnell anziehen kann. Aus gleichem Grund fahre ich im Winter, wenn ich denn doch Rad fahre, nicht lange die Berge hoch, da man auf den Abfahrten doch sehr auskühlt.

Wie ist Deine Ernährung während der Wintermonate?

Im Winter achte ich etwas weniger auf die Ernährung als im Sommer. Im Sommer ist das Gewicht bei uns Radfahrern ja immer ein Thema, und da muss man schon ein wenig auf¬passen, was man isst. Aber nicht nur das Gewicht spielt eine Rolle, ich glaube auch, dass wenn man ausgewogene Nahrung zu sich nimmt, die Reaktion auf Training und Erholung einfach besser ist.

Was machst Du, um Deine Abwehrkräfte zu stärken?

Eigentlich nichts Besonderes. Ich nehme keinerlei Vitamine oder so. Als Finnin versuche ich natürlich so oft wie möglich in die Sauna zu gehen. Das macht auch stark, glaube ich!

Trainierst Du auch, wenn Du eine leichte Erkältung hast?

Ja, ich bin da leider schwer zu bremsen. Aber bei Fieber oder so lege ich mich lieber aufs Sofa.

Was machst Du, um im Frühjahr wieder auf Hochtouren zu kommen, um die Rennhärte zu erreichen?

Eine Art Rennhärte habe ich noch aus dem Winter von Skilanglaufrennen, an denen ich teilgenommen habe. Jetzt im Frühjahr werde ich erstmal meine Radform in aller Ruhe aufbauen. Die echte Rennhärte kommt dann über die Rennen. Alle Höhepunkte mit EM und WM sind spät im Jahr, da ist noch viel Zeit.

Der Winter ist nun bald vorbei, was ist Dein wichtigstes Ziel der Saison 2009?

Die internationalen Meisterschaften EM und WM, da sind Podiumsplatzierungen mein Ziel.

Foto: www. spotograf.com

MSN 2 / 2009

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe MSN 2 / 2009.
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