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Snowboard - Interview mit Ueli Kestenholz

Snowboard - Interview mit Ueli Kestenholz

Ueli Kestenholz ist kein Unbekannter in der Extremsport-Szene. Neben dem Gewinn der ISF-Weltmeisterschaft 2000 und 2001 ist ­Ueli stolzer Medaillenträger der Olympischen Spiele in Nagano.
Auch zwei Goldmedaillen von den X-Games (im Boardercross) hängen in seinem Medaillenschrank. Jetzt ist für den Schweizer Ausnahmesportler eine Umorientierung angesagt: Freeriden heißt die ­Aufgabe der
nächsten Jahre.

Seit weit über zehn Jahren bist Du auf Wettkämpfen ­unterwegs und immer noch vorne mit dabei – warum hörst Du jetzt auf?

Kestenholz: Ich war schon immer ein Herzblut-Snowboarder der seinen Sport mit seiner Vielfältigkeit liebt. Freeride, also das Gleiten abseits der präparierten Pisten ist der Grund, wieso ich überhaupt mit dem Snowboarden angefangen habe. Dieses Schweben über dem Pulverschnee ist nach wie vor das ultimative Gefühl, das einem keine Boardercross-Strecke, ­keine Half-Pipe und keine Piste geben kann.

Wie steht es um den Marktwert eines Ex-Wettkampfsportlers?

Alles im Lot! Ich habe sogar mit der kanadischen Marke Arc’Teryx einen Bekleidungssponsor gefunden, dessen High End-Ausrüstung für meine neuen Projekte bestens geeignet ist.

Wie verändert sich jetzt Dein sportlicher Alltag?

Nicht so sehr, wie man vielleicht glauben könnte. Beim Freeriden in unbekanntem Terrain wird der Körper ­extrem gefordert – hier kann man den Run anders als bei Wettkämpfen nicht ein paar Mal trainieren, bevor es um’s Ganze geht. Man muss blitzschnell reagieren, flexibel sein und Sprünge und Drops abfedern, die auch mal nicht so perfekt gelandet sind. Fitness ist also nach wie vor unabdingbar für mich.

Wie sah Dein Fitnessprogramm zu Wettkampfzeiten aus, wie heute?

Speziell für Boardercross-Wettkämpfe habe ich mich unter anderem darauf konzentriert, am Start möglichst schnell aus dem Gate wegzukommen – mit Krafttraining, aber auch auf dem Skateboard. Einen richtigen Trainingsplan habe ich aber nie so strikt eingehalten. Heute ist das ähnlich.

Was würdest Du einem Snowboard-Einsteiger raten: was ist für die Verletzungsprävention und für’s erfolgreiche Boarden besonders wichtig?

Zuerst einmal den Sommer nutzen! Nicht warten, bis der Schnee da ist und dann untrainiert starten. Gerade beim Springen müssen die Gelenke viel wegstecken. Snowboarden beansprucht alle Muskelgruppen, vor allem natürlich die Beinmuskulatur und den Rumpf, einschließlich des ­Rückens. Hier ist Krafttraining gut, allerdings auch Dehnungsübungen. Dehnung und Kräftigung des Schultergürtels ist wichtig, um ausgerenkte Schultern – eine klassische Snowboard-Verletzung – zu vermeiden. Bei gewagteren Aktionen sind vor allem Rückenprotektorenund ein Helm sehr wichtig.

Was sind Deine nächsten Projekte?

Als nächstes kommt ein Snowboard-Trip in den Nordosten der Türkei, gleich danach noch ein Freeride-­Contest. Und wenn’s die Zeit erlaubt, will ich in der Schweiz weiter Speed­riden gehen: mit einem kleinen Fallschirm snowboarden. Das ist derzeit für mich das Größte!

Ausgabe MSN 1 / 2007

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 1 / 2007.
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