|
Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen
Krafttraining bei Kindern und JugendlichenIn der Vergangenheit wurde ein gezieltes Krafttraining vor Vollendung der Geschlechtsreife als nicht empfehlenswert erachtet. Dieser Umstand wurde hauptsächlich mit der geringeren Testosteronkonzentration begründet. Aufgrund zunehmender empirischer Evidenz zugunsten des Krafttrainings bei Kindern und Jugendlichen fand eine Änderung hin zu Krafttrainingsempfehlungen statt.
Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen nutzt dabei alle erdenklichen Formen eines Widerstandstrainings, dessen Inhalte je nach Zielstellung und Adressatengruppe auszuwählen und zu gestalten sind. Klassifikatorisch ist Krafttraining mit seinem unterschiedlichen Methodeninventar unbedingt von Bodybuildingtraining, Gewichthebertraining und Kraftdreikampf zu unterscheiden. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass Sozialisations-, Selektions-, sowie insbesondere Reifungs- und Entwicklungsprozesse als Anpassungsphänomene auf Krafttrainingsreize unbedingt von Anpassungsprozessen durch Trainingsinterventionen zu unterscheiden sind. Krafttrainingseffekte im Entwicklungskontext
Anhand der aktuellen Forschungslage kann konstatiert werden, dass der menschliche Organismus über die gesamte Lebensspanne trainierbar ist. Zur Abschätzung aller Aspekte möglicher Adaptationsprozesse im Rahmen der allgemeinen Ontogenese und speziellen motorischen Entwicklung ist zunächst die abgrenzende Beschreibung unterschiedlicher Entwicklungsabschnitte bis hin zur Geschlechtsreife notwendig. Krafttrainingseinflüsse auf den passiven Bewegungsapparat
Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder sind altersspezifisch unterschiedlich belastbar. Bei Kindern unter 10 Jahren stellt der Röhrenknochen die kritische verletzbare Struktur dar. Bei Jugendlichen sind die Epiphysenfugen besonders gefährdet, bei jungen Erwachsenen der Kapsel-Band-Apparat und im Alter ist es wieder der durch die Osteoporose bedingt vermindert belastbare Knochen. Zu beachten ist, dass Kinder und Jugendliche hohe Belastungsumfänge aus orthopädischer Sicht erstaunlich gut tolerieren. Bezüglich der Anpassung des Knochengewebes im Allgemeinen und der des Röhrenknochens im Speziellen wird die Auffassung vertreten, dass die Entwicklung durch Krafttraining verbessert werden kann, indem die entwickelte Muskelkraft, die Belastungsrate sowie die diesbezügliche Stauchung Verletzungen und Schädigungen
Vergleicht man Krafttrainingsinterventionen mit anderen Sportarten sowie mit Alltagsaktivitäten, so zeigt sich, dass ein fachgerecht ausgeführtes Krafttraining überaus sicher ist und sowohl absolut als auch relativ wenige Verletzungen resultieren. Des Weiteren ist Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Verletzungsprophylaxe sowie der Reduzierung von Überlastungen durch andere sportliche Aktivitäten zu befürworten. Weiterhin wird konstatiert, dass die erzielten positiven Wirkungen eines Krafttrainings ähnlich ausgeprägt seien wie bei Erwachsenen und zu einer Zunahme der Kraft, der Schnellkraft, der Kraftausdauer, der Knochendichte, der Stärkung der Verbindung von Sehne zu Knochen, der körperlichen Leistungsfähigkeit, des Selbstbewusstseins, der Selbsteinschätzung sowie einer positiven Veränderung des Körperbildes führen. Dr. Michael Fröhlich |
Ausgabe MSN 4 / 2009Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesen |



