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Zahnschiene

Zahnschiene

Wirken sich Veränderungen der Unterkieferlage auf sportmotorische Tests aus?

Im Sport wird dem Mundschutz eine eher primär präventive Funktion zugesprochen, um die Zähne vor Traumata zu schützen. Demgegenüber wird in der zahnmedizinischen Behandlung ein Aufbissbehelf bzw. eine Schiene eingesetzt, um das craniomandibuläre System funktionell vor Belastungsschäden zu bewahren oder Beschwerden zu lindern.

Der Einsatz und die Auswirkungen einer individuell angefertigten Funktionsschiene im Rahmen sportlicher Tätigkeiten ist bisher wenig untersucht worden. Daher wird auf die Frage eingegangen, ob das Tragen zweier unterschiedlich hergestellter Unterkieferschienen das Ergebnis von fünf grundlegenden sportmotorischen Funktionstests verändert. Bei den Unterkieferschienen handelt es sich einerseits um eine konfektionierte Tiefziehschiene ohne individuelle okklusale Adjustierung und andererseits um eine DPS-Schiene (nach Dr. S. Tschackert; ein modifizierter, myozentrischer Biss). Es ist anzunehmen, dass craniomandibuläre und craniocervikale Funktionen morphologisch und neurophysiologisch korrelieren und eine Korrektur der Okklusion durch Schienen die Wirbelsäulenfunktion beeinflusst. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist die DPS-Schiene entstanden, die primär im Unterkiefer eingesetzt wird und eine individualisiert angepasste Schiene nach einem speziellen Verfahren ist. Die Abkürzung bedeutet „Dental Power Splint“. Hauptsächlich ist diese Schiene für Sportler konstruiert und beabsichtigt aufgrund der oben angeführten Studienergebnisse, die Eigenschaften des modifizierten, myozentrischen Bisses in den Bereich des Sports zu integrieren, um folglich Bewegungsdurchführungen individuell positiv zu begünstigen.

Methoden

Vermessen wurden 17 sportlich aktive Personen, die fünf verschiedene Tests absolviert haben: (1) Sprungkraft, (2) Rumpfrotation nach links/rechts, (3) Rumpfbeuge, (4) Einbeinstand, (5) Liegestütze. Es wurde immer zuerst eine Messung ohne Schiene durchgeführt und im Anschluss nach zwei Stunden Pause eine Messung mit Schiene. Eine Woche später erfolgte die gleiche Durchführung mit der anderen Schiene.

Ergebnisse

Die statistische Datenauswertung mit dem Friedman-Test und anschließendem Wilcoxon-Matched-Pairs-Test zeigt quantitative Verbesserungen der einzelnen Bewegungsausführungen durch Einsatz der Schienen. Die Ergebnisse der DPS-Schiene sind hierbei besser als die der konfektionierten Normschiene. Zudem sind bei jedem Test Veränderungen zwischen der Ausgangsmessung und der DPS-Schiene zu registrieren. Keine Veränderungen sind zwischen den beiden Ausgangsmessungen und dem Vergleich zwischen der Ausgangsmessung und der Normschiene zu beobachten.

Fazit

Anhand dieser Untersuchung wird deutlich, dass eine ursprünglich in der Zahnmedizin Anwendung findende Schiene auch im sportmotorischen Bereich eingesetzt werden kann und sich die Ergebnisse der sportmotorischen Tests dahingehend verbessern, dass die Quantität der Bewegungsaufgaben steigt. Dies war insbesondere bei der DPS-Schiene (nach Dr. Tschackert) im Vergleich zur konfektionierten Tiefziehschiene statistisch zu belegen. Der Vergleich zwischen den beiden Schienen zeigt, dass auch die Art der Herstellung unterschiedliche Effekte hervorrufen kann. Ob es sich um einen kurzzeitigen oder langzeitigen Effekt handelt, gilt es, in weiterführenden Studien zu klären.

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Literatur bei den Autoren

Foto: © Dr. Daniela Ohlendorf

Ausgabe MSN 5 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 5 / 2011.
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