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Zur Arthrose laufen ?
Zur Arthrose laufen ?Arthrose und SportIntensive sportliche Belastungen können den Bewegungsapparat schädigen und zu Arthrosen der belasteten Körperpartien führen [10,11]. Insbesondere Sportarten, bei denen ein Gegnerkontakt besteht und schnelle Richtungsänderungen auftreten, haben ein erhöhtes Arthroserisiko [2].
So finden sich gerade in Kampf- und Spielsportarten wissenschaftlich gesicherte Hinweise dafür, dass Hüft- oder Kniegelenkarthrosen gehäuft auftreten. Inwieweit Laufbelastungen auch im Hochleistungssport zu Arthrosen der Gelenke der unteren Extremität führen können, wird kontrovers diskutiert. Bedeutung der Intensität und Dauer der Laufbelastung
Für Laufbelastungen, bei denen das Verletzungsrisiko gering ist, sind Intensität und Dauer der Laufbelastung für die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Arthrose von Bedeutung. Studien, bei denen Langstreckenläufer mit nicht sportlich aktiven Kontrollkollektiven verglichen wurden, konnten zeigen, dass die Laufleistung in Kilometern pro Woche mit dem Auftreten einer Arthrose korreliert. In Studien von Marti (durchschnittliche Laufleistung 97 km/Woche) [9], Kujala (ehemalige finnische Kaderathleten) [7] und Cheng (Freizeitläufer >?20 Meilen/Woche) [3] konnte ein bis zu zweifach erhöhtes Arthroserisiko festgestellt werden. Keinen signifikanten Unterschied zu nicht sporttreibenden Personen konnten Studien an Läuferkollektiven von Lane (durchschnittliche Laufleistung 5?Std./Woche) [8], Sohn (29–47?km/Woche) [13], Konradsen (40 km/Woche) [5] feststellen. Eine eigene Studie an 20 ehemaligen Hochleistungsmarathonläufern (Bestleistung 2h 15 Min), die mit alters- und BMI-gematchten Kontrollpersonen verglichen wurden, konnten ein gering erhöhtes Risiko im Bereich der Hüftgelenke, jedoch nicht im Bereich der Kniegelenke dokumentieren [12]. Einfluss individueller Faktoren auf das Arthroserisiko Selbstverständlich gelten diese Aussagen nur für Sportler, die im Übrigen auch „orthopädisch“ gesund sind. Bei Athleten mit Achsfehlstellungen der Beine oder Fehlentwicklungen im Bereich der Hüftgelenke (z.?B. bei Vorliegen einer Hüftdysplasie) resultiert aus anlagebedingten Gründen ein erhöhtes Risiko, eine Arthrose zu entwickeln. Auch scheint die Belastungstoleranz des Knorpels individuell unterschiedlich zu sein. Bislang gibt es jedoch noch kein zuverlässiges Verfahren, die Belastungsfähigkeit des Knorpels individuell zu messen. Kernspintomographische Studien an einem Kollektiv von Marathonläufern versuchten, bildgebend Stoffwechselreaktionen auf Laufbelastungen darzustellen. Schädigende Einflüsse konnten hier bislang noch nicht belegt werden [4,6]. Allgemeine Empfehlungen Eine orthopädische Untersuchung des Bewegungsapparates ist aber jedem Freizeitläufer zu empfehlen, der sein Laufpensum erhöhen möchte, um prädisponierende Faktoren, die das Auftreten einer Arthrose begünstigen können, möglichst frühzeitig feststellen und gegebenenfalls auch präventive Maßnahmen ergreifen zu können. Auch wenn das Risiko gering ist, durch Laufbelastungen eine Arthrose der Gelenke zu provozieren, so finden sich weit häufiger Überlastungsschäden an Sehnen oder knöchernen Strukturen der unteren Extremität, die den Athleten zu einer Reduktion der Laufbelastung zwingen. Derartige Beschwerden können zwar häufig hartnäckig sein und für den Läufer eine mehrwöchige Reduktion oder sogar Pause der Laufbelastung bedeuten. Spätschäden im Sinne von degenerativen Veränderungen an den Gelenken sind hier normalerweise nicht zu befürchten. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. med. Holger Schmitt: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/8220 |
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