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Kompetente Rehabilitation optimiert den Genesungsprozess
Kompetente Rehabilitation optimiert den GenesungsprozessFit wie Fußballprofis
Verletzt – was nun? Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem standardisierten Ablauf, Noch wichtiger ist die Prophylaxe. Ein guter Allgemein- und Trainingszustand, umsichtiges Verhalten, das Tragen von Schutzkleidung sowie generell alle Maßnahmen, die Schäden oder Unfälle verhindern, müssen strengstens beachtet werden. Kommt es trotzdem zu einer Verletzung: PECH Die Buchstaben dieses Wortes leiten uns auf den Erste Hilfe-Pfad: Pause – Eis – Compression – Hochlagerung. Eine Ausnahme gilt es, bei Frakturverdacht zu beachten. Dann sollte auf die Compression verzichtet werden. Eine sofortige klinische und apparative Diagnostik ( z.B. Sonografie, Kernspintomografie) leitet die erforderliche Therapie ein. Die Rehabilitationsphase startet parallel. Intensive und kompakte Reha Ziele der Rehabilitation sollten individuell gestaltet werden. Die Erwartungen eines pflegebedürftigen Menschen mit einer Schenkelhalsfraktur unterscheiden sich von denen eines Berufssportlers mit einer Unterschenkelfraktur. Beide wollen möglichst gut und schnell wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. Deshalb sollte die Rehabilitation intensiv und kompakt erfolgen sowie die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten berücksichtigen. Wichtig in der Rehaphase ist die Fortführung des gewohnten Alltags. Rehabilitationspatienten können teilweise oder gänzlich in der Rehaphase ihrer Arbeit nachgehen. Eine Rehabilitation darf hier nicht unterbrechen, sondern sollte wenn möglich arbeitsbegleitend durchgeführt werden. Exemplarisch hierfür ist die EAP (erweiterte ambulante Physiotherapie) bzw. LEAP (erweiterte ambulante Physiotherapie für Leistungssportler) der Berufsgenossenschaften. Aber auch einzelne Krankenkassen führen Modellversuche in diesem Sinne durch. Eine EAP oder LEAP setzt eine bestimmte Einrichtung wie z.B. die VfB Reha Welt voraus. Ein gewisser „Gerätepark“ ist zwar in jedem Rehazentrum erforderlich, in einer Rehabilitation sollten allerdings die individuellen Aspekte des Trainings im Vordergrund stehen. „Gruppenveranstaltungen“ sind nur im begrenzten Maße sinnvoll. Ein Therapiebecken sollte jedoch vorhanden sein. Im Regelfall sollte die Rehabilitation wohnort- bzw. arbeitsplatznah und ambulant erfolgen, in speziellen Fällen sind auch stationäre Rehabilitationsaufenthalte erforderlich. Der Rehabilitationsverlauf muss ständig überwacht werden. Einfache visuelle Messverfahren wie z.B. das Kontrollieren des Gangbildes sind hier genauso wichtig wie beispielsweise isokinetische und elektromyografische Untersuchungen. Ergänzt werden diese „Leistungstests“ durch weitere medizintechnische Untersuchungen nach Vorgabe des Arztes (z.B. Röntgen, MRI etc.). Gleichermaßen, wie die Diagnostik und ggf. operative Therapie mithilfe von Bildern dokumentiert wird, sollten auch einzelne Behandlungsabschnitte während der Rehabilitation digital, z.B. mit der Videokamera, dokumentiert werden. Mittels Telemedizin kann sich dann jeder „Berechtigte“ ein Bild vom aktuellen Behandlungsstand machen. Ergänzend kann der Patient selbst seine Behandlungsfortschritte jederzeit verfolgen und somit auch als seine Erfolgserlebnisse verbuchen. So genannte „Hausaufgaben“ der Patienten können überwacht und ggf. korrigiert werden. In diesem Zusammenhang soll grundlegend hervorgehoben werden, dass eine 24-stündige Rufbereitschaft für den Patienten während der Rehabilitationsphase im Hochleistungssport obligat ist. Flexibel in Richtung Heilung Alle zuvor beschriebenen Maßnahmen machen es möglich, den Rehabilitationsplan jederzeit flexibel zu gestalten und auf evtl. Änderungen oder Komplikationen rasch reagieren zu können. Ruhetage während der Rehabilitation sind wichtig, allerdings fallen diese jedoch selten mit Kalenderfeiertagen zusammen und sollten ebenfalls individuell geplant werden. Generell verläuft auch die Belastungskurve während der Rehabilitation nicht linear, sondern eher parabelförmig. Der Heilverlauf endet nicht von einem Tag auf den anderen Tag, ebenso sollte die Rehabilitation nicht abrupt beendet werden. Selten heilen schwer wiegende Verletzungen oder Erkrankungen ohne Dauerfolgen aus. Aus diesem Grunde ist oft eine „lebenslange“ Folgetherapie erforderlich, die bei entsprechender Anleitung auch selbstständig durchgeführt werden kann. Bundesligavereine wie beispielsweise der VfB Stuttgart oder die TSG 1899 Hoffenheim haben erkannt, wie wichtig die medizinische Versorgung ihrer Spieler ist und betreiben kompetente Rehabilitationszentren, um den Genesungsprozess ihrer Spieler zu optimieren. Diese Einrichtungen stehen jedermann offen, der entsprechende Hilfe benötigt, egal, ob Profi oder Freizeitsportler. Darüber hinaus sind sich die Bundesligavereine ihrer sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst und können so auch etwas von ihrem Knowhow zurückgeben. Die Rehabilitation hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt, diese Tendenz wird sich beschleunigt fortsetzen. Rehabilitation unter Höhenbedingungen in speziellen Einrichtungen, Aquarehabilitation o.Ä. werden derzeit schon praktiziert. Gerade im Hochleistungssport wird sich die Rettungskette weiter schließen, so werden speziell in medizinisch unterversorgten Regionen der Erde bei Wettkämpfen nahezu komplette Diagnostik- und Therapieeinheiten mitgeführt werden müssen. Der klassische Erste Hilfe-Koffer wird nicht mehr ausreichend sein. Auch werden die Möglichkeiten der Telemedizin weiter ausgebaut, die telemetrische Überwachung bei Training und Wettkampf wird zum Standard. Die Athleten werden verstärkt mit persönlichen Rehatrainern arbeiten, die sie auch auf Wettkämpfen weltweit begleiten werden (Personal Rehabilitation). Fazit Rehabilitation muss sich an den Bedürfnissen des Patienten orientieren. Im Hochleistungssport, im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung sowie in Modellversuchen einzelner Krankenkassen wird dies bereits täglich praktiziert und sollte weiter ausgebaut werden. Die beste Rehabilitation bleibt trotzdem die Prophylaxe. |
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