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Kardiale Zwischenfälle im Sport - Herztod
Kardiale Zwischenfälle im Sport - HerztodEin plötzlicher Zwischenfall im Sport, sei es ein schwerer Kollaps, Herzinfarkt Herzstillstand oder Todesfall, findet in der Öffentlichkeit, insbesondere in den Medien, stets große Aufmerksamkeit. Andererseits ist heute gesichert, dass regelmäßiger S
Kameruns Fußballnationalspieler Marc-Vivien Foé kurz vor seinem tragischen Tod. Der Mittelfeldspieler bricht am 26.06.2003 im Halbfinalspiel um den Confederations Cup im Ursachen
Plötzliche Todesfälle im Sport, vor allem bei scheinbar gesunden jüngeren Sportlern, beruhen fast immer auf einer organischen kardialen Grundkrankheit. In Deutschland haben einige Zwischenfälle und Todesfälle bei Fußballspielern mit hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie (HOCM – schwere Herzmuskelverdickung) Aufsehen erregt. Diese kommt nach neueren Studien aus England im europäischen Raum bzw. bei nicht Afro-Amerikanern deutlich seltener vor als in den USA oder Afrika. In den USA überwiegt als Ursache für sportbedingte Zwischenfälle bei den unter
Neben der ARVD hat in den letzten Jahren auch das Brugada-Syndrom Aufmerksamkeit bei Todesfällen im Sport erregt. Dieses Krankheitsbild gehört nach neueren Einteilungen zu den sog. kardialen Ionenkanal-Erkrankungen mit Mutationen der Ionenkanal-Gene. Die beiden letzteren Erkrankungen erklären möglicherweise auch frühere Beschreibungen von Sporttodesfällen ohne erkennbare Ursachen Diagnostik Die Untersuchung von Leistungssportlern wie auch von Breiten- oder Alterssportlern basiert auf Anamnese, klinischem Untersuchungsbefund und einer apparativen Diagnostik. In diesem Zusammenhang kommt der sorgfältigen Anamnese, speziell der Familienanamnese, eine ganz besondere Bedeutung zu. Ein Kollaps oder eine Synkope bei jugendlichen Sportlern bedarf immer einer sorgfältigen Abklärung. Bei der klinischen Untersuchung ist auf ein Marfansyndrom zu achten sowie auf mögliche Vitien. Die Auskultation des Herzens muss im Liegen und im Stehen erfolgen, da häufig nur dann Hinweise auf einen Mitralklappenprolaps oder eine HOCM gehört werden können (Zunahme des Geräusches). Zu den apparativen Untersuchungen gehört heute obligat ein Ruhe-EKG. Ein Belastungs-EKG ist wünschenswert. Erstmaßnahmen bei kardialen Zwischenfällen im Sport Bei kardialen Zwischenfällen im Sport gelten die gleichen Regeln und Empfehlungen wie bei sonstigen Notfällen. Beim plötzlichen Tod ist die kardiopulmonale Reanimation nach den aktuellen Leitlinien sofort durchzuführen, wobei die sofortige Defibrillation an erster Stelle steht. Dies gilt auch für das Kammerflimmern bei Contusio cordis. Studien zur Häufigkeit und Erfolgsrate der Defibrillation im Sport liegen bisher nicht vor. Nach heutigen Erkenntnissen hat bei malignen Arrhythmien – auch im Sport – vor allem die rasche Defibrillation mit einem automatischen externen Defibrillator (AED) Erfolg. Die aktuellen Empfehlungen zur kardiopulmonalen Reanimation sollte jeder im Sport kennen und beherrschen. Prävention
Neben der Schulung für Notfallmaßnahmen sollte der Prävention kardialer Zwischenfälle besondere Aufmerksamkeit gelten. Diese Prävention basiert auf einer sorgfältigen Vorsorgeuntersuchung unter Beachtung der Risikofaktoren. Ein generelles Screening aller Sporttreibenden ist derzeit in Deutschland aus Kostengründen noch nicht möglich, obwohl die Kosten für eine körperliche Inaktivität deutlich höher sind. Hier zeigt sich ein eher kurzsichtiges Verhalten der Versicherungsträger. Hilfreich aber sind der Fragebogen nach dem PAR-Q-Muster (Physical Activiness Readiness Questionnaire, Kanad. Ges. f. Sportmedizin) und die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) zur sportärztlichen Anamnese- und Vorsorgeuntersuchung (www.dgsp.de). Prof. Dr. Herbert Löllgen |
Ausgabe MSN 3 / 2009Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesen |


