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Standards der Sportmedizin - Kardiologie
Standards der Sportmedizin - KardiologieHERZ-CHECK-UP für SportlerDie sportmedizinische Untersuchung, die für sogenannte Kadersportler zu den Eingangs- und Verlaufsuntersuchungen gehört, wird im Breitensport nur sporadisch in Anspruch genommen. Fester Bestandteil der Saisonvorbereitung im Spitzen- oder Leistungssport ist eine leistungsanalytische Untersuchung, z. B. durch eine Ergospirometrie oder Laktatanalyse. Vor einer solchen Bestandsaufnahme erfolgt in den meisten Zentren eine Analyse des Bewegungsapparates und eine kardiovaskuläre Basisdiagnostik.
Diese beinhaltet für das Herz-Kreislauf-System z. B. eine klinische Untersuchung, ein EKG, meistens auch eine Echokardiographie oder eine Ergometrie, diese wiederum sportartassoziiert. Der genaue Umfang dieser Untersuchungen wird durch die Fachverbände festgelegt und variiert entsprechend. Das betrifft den Umfang und auch die Intervalle der Untersuchungen. Eine Erweiterung der Diagnostik erfolgt meist orientiert an individuellen Beschwerden oder klinischen Verdachtsmomenten. Hier gilt die 35/35 Regel:
Das Alter 35 stellt eine Grenze der Herzkreislauferkrankungen dar. Die Jüngeren sind selten durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährdet. Die in Frage kommenden Erkrankungen sind aber nicht nur selten, sondern auch schwer zu erkennen. Dies wird immer dann besonders deutlich, wenn im Rahmen von sportlichen Großereignissen plötzliche unerwartete Todesfälle auftreten. Die Ursachen sind meistens: angeborene Herzmuskelerkrankungen, sogenannte Cardiomyopathien, ebenfalls angeborene Anomalien der Herzkranzgefäße (Coronaranomalien) sowie auch Störungen im Bereich des Erregungsleistungssystem des Herzens (Channelopathies). Diesen Erkrankungen im jungen Lebensalter ist gemeinsam, dass sie einer Früherkennung kaum zugänglich sind, meist keine Schmerzen verursachen und dann plötzlich fatal in Erscheinung treten. Anders verhält es sich mit einer ebenfalls häufigen plötzlichen Todesursache bei jungen Sportlern, der Herzmuskelentzündung (Myocarditis). Hier sind fast immer vorausgegangene Virusinfekte, die nicht ernst genommen wurden, erkennbar. Die Diagnostik ist durch ein 12-Kanal-EKG und/oder eine Echokardiographie nicht immer möglich. Neue bildgebende Verfahren können hier einen erheblichen Vorteil bieten und die entzündlichen Veränderungen häufig frühzeitig erfassen. Diese strahlenfreie Methode wird aber nur vereinzelt eingesetzt und bleibt speziellen Zentren vorbehalten. Empfehlungen zur Untersuchung Natürlich steht als erster Schritt immer die gründliche Anamnese. Diese muss die bisherigen gesundheitlichen Ereignisse ebenso erfassen wie auch die familiäre Komponente und die Sportanamnese. Angeschlossen wird eine kardiovaskuläre Basisdiagnostik (EKG/Echokardiographie/Analyse der Halsschlagader/Lungenfunktion/Ergometrie ggf. mit Leistungsdiagnostik). Bei auffallenden Unregelmäßigkeiten oder Blutdruckschwankungen (gar nicht so selten) wird eine 24-Stunden-Aufzeichnung angeschlossen. Eine Laborstatuierung gibt Hinweise über den Hormonstatus, den Elektrolythaushalt aber auch Entgiftungsfunktionen. Relativ häufig setzen wir die strahlenfreie Kernspintomographie ein, um entweder Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, entzündliche Veränderungen oder strukturelle Defizite zu demaskieren. Diese Untersuchung ist harmlos und nur selten gibt es Komplikationen. Hiervon zu unterscheiden ist die Computertomographie, die exzellente Bilder der Herzkranzgefäße liefert und bereits in einem sehr frühen Stadium die Arteriosklerose demaskiert. Nachteil ist eine relativ hohe Strahlenbelastung, sodass dieses Verfahren als Screening-Methode ausscheidet und einer strengen Indikationsstellung durch den erfahrenen Kliniker bedarf. Die Kombination dieser Verfahren gewährleistet ein Maximalmaß an Sicherheit (keine Garantie!) und kann den Sportler hoffentlich vor unerwarteten Ereignissen schützen. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. med. W.O. Schüler: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/8549 |
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