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Turnen - Interview mit Fabian Hambüchen
Turnen - Interview mit Fabian HambüchenDem klassischen Turnsport fehlt es an Breitenwirkung. Was meinen Sie, helfen Ihre großen Erfolge frischen Wind in den Turnsport zu bringen? Ich gehe schon davon aus, dass sich nun einiges entwickelt. In Stuttgart war die Stimmung auf jeden Fall super und ich denke, dass das bei den kommenden Veranstaltungen in Deutschland auch so sein könnte. Sie gelten als Teenie-Idol. Gefällt Ihnen diese Bezeichnung? Welche Verantwortung ergibt sich für Sie persönlich daraus? Teenie-Idol ist schon etwas heftig. Ich sehe mich als einen ganz normalen Sportler, der immer versucht, sein Bestes zu geben. Wie gehen Sie mit dem Medienrummel der letzten Monate um? Ich habe das ganz gut weggesteckt und dank meinem Umfeld war alles in Ordnung. Ich sehe das auch etwas als Lohn für meine harte Arbeit. Wäre ich nicht so erfolgreich gewesen, hätte sich niemand interessiert. Da ist es mir so schon lieber. Sie trainieren seit einigen Jahren mit Spitzenturnern in Japan. Welche Gründe haben dazu geführt? Was machen die Asiaten anders oder besser? Wie profitieren Sie davon? Die Japaner gehen ganz anders an die Sache ran. Die sind immer sehr konzentriert und haben trotzdem viel Spaß im Training. Sie haben eine ganz andere Mentalität. Das ist für mich sehr interessant und bringt mich vor allem auch als Persönlichkeit weiter. Sie haben eine sehr ausgeprägte Muskulatur, auch im Vergleich mit Ihren Kollegen. Trainieren oder ernähren Sie sich anders? Wir Turner haben eigentlich alle eine sehr ausgeprägte Muskulatur. Als Sportler achte ich natürlich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Haben Sie manchmal Angst, bei einer Übung daneben zu greifen oder zu stürzen? Wenn ja, wie gehen Sie damit um? Wie schützen Sie sich vor Verletzungen und Verschleiß im Wettkampf und Training? Angst darf man nicht haben. Dazu bin ich auch zu gut vorbereitet. Und wenn ich doch mal daneben greife, weiß ich meist, wie ich zu landen habe, damit nichts Ernstes passiert. Ich versuche, mich so professionell wie möglich zu verhalten und somit Verletzungen zu vermeiden. Dieses Jahr stehen in Peking die Olympischen Spiele an. Wie sehen Sie Ihre Chancen, wer wird Ihre größte Konkurrenz sein? Was haben Sie sich für Ziele gesetzt? Ich möchte in Peking möglichst meine optimale Leistung abrufen. Dann bin ich zufrieden. Was dabei rauskommt, kann man im Vorfeld nicht sagen. Dafür sind zu viele Weltklasseturner am Start. Sie haben letztes Jahr Ihr Abitur bestanden Wie haben Sie Leistungsport und Schule unter einen Hut gebracht? Fand eine besondere Förderung statt? Ich habe am Goethe-Gymnasium in Wetzlar mein Abitur gebaut. Natürlich ging das ohne die große Unterstützung der Lehrer nicht. Alleine schon wegen der vielen Fehltage, die man als Spitzensportler hat. Aber letztlich hat es ja geklappt und ich bin auch sehr stolz darauf. Wie motivieren Sie sich, wenn es mal nicht so läuft? Und wie entspannen Sie Körper und Geist nach einem Wettkampf oder langer Vorbereitungszeit? Ich höre vor Wettkämpfen gerne Musik und kann dadurch ganz gut abschalten. |
Ausgabe MSN 2 / 2008Weitere Artikel online lesen |



