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Surfen - Interview mit Marlon Lipke
Surfen - Interview mit Marlon LipkeMarlon Lipke ist der erfolgreichste Wellenreiter mit deutscher Staatsbürgerschaft. Der 23-jährige hat bereits so einige Siege eingefahren und ist derzeit der einzige Deutsche, der es im Wellenreiten auch zu internationalem Ruhm und Erfolg gebracht hat – weil er an der wellenreichen Atlantikküste Portugals aufgewachsen ist, wo sein Vater ein Surfcamp führt Marlon Lipke, Sie gelten als bester deutscher Surfer. Mit Ihrer Karriere schien es immer steil bergauf zu gehen, bis zu einer Schulter-Verletzung. Erzählen Sie uns bitte von dieser Verletzung! Ich habe mir bei einer extremen Bewegung den Arm ausgekugelt (dreimal die Schulter luxiert). Wie ich dann erfahren habe, ist dies eine häufige Verletzung beim Surfen. Können Sie uns etwas über die OP erzählen? Gab es spezielle Methoden in der Regenerationsphase? Ende 2006 wurde ich in der ARCUS Sportklinik von Dr. Bös und Dr. Siebold operiert. Die abgerissene Gelenklippe wurde wieder an Ort und Stelle an der Gelenkpfanne befestigt. Alles verlief endoskopisch, also ohne große Schnitte. Danach habe ich gleich mit einer Physiotherapeutin gearbeitet. Nach etwa 6 Wochen noch mal für 2 Wochen in eine Rehaklinik in der Nähe von Biarritz. Das war sehr professionell, Ronaldo war dort auch schon. Nach Ihrer Genesung starteten Sie ein beeindruckendes Comeback. Haben Sie keine Angst vor weiteren Verletzungen? Doch, ich bin schon noch vorsichtig. Besonders zu Anfang. Aber so langsam fange ich an, alles zu vergessen. Ist Surfen allgemein ein gefährlicher Sport, der vielleicht nur etwas für Draufgänger ist? Surfen ist allgemein sehr, sehr verletzungsarm. Man fällt halt immer ins Wasser. Aber gerade bei den Profis gibt es extreme Bewegungsabläufe, bei denen man schon mal etwas überdehnen, ausrenken usw. kann. Wie sieht ein typischer Trainingstag aus? Gibt es spezielle Trainingsmethoden, eventuell auch mentales Training? In erster Linie versuche ich so viel wie möglich zu Surfen. Das heißt, möglichst jeden Tag 3, 4 oder 5 Stunden je nach Bedingungen. Sonst geh ich auch mal ins Gym, spiele aber auch gern Fußball und Tennis. Richtig gezieltes Training geht nur mit einem Trainer (Videoanalysen etc.) und einem Team. Das muss ich aber selbst finanzieren und kann es mir nur gelegentlich leisten. Es wäre an der Zeit, dass ein Sponsor, wie bei anderen Sportarten auch, so etwas möglich macht: ein Team, ein Trainer und professionelle Arbeit! Gerade auch ein mentales Training fehlt total und wäre für den Surfer als Einzelsportler so komplett wichtig. 95 % von uns sind völlig auf sich gestellt. Ihr langjähriger Sponsor „Quiksilver“ kündigte die Zusammenarbeit mit Ihnen, weil Sie sich angeblich „nicht so gut vermarkten lassen“. Wie wichtig ist das im heutigen Surfsport und was halten Sie davon? Ich glaube, da waren wohl andere Gründe im Spiel. Ich bin gerade als erfolgreicher „Deutscher Surfer“ sehr bekannt. Jeder, der mit Surfen in Deutschland zu tun hat, kennt mich wahrscheinlich. Das Surfen selbst boomt und taucht in Medien, besonders in der Werbung sehr häufig auf. Quiksilver–Europa kommt aus Frankreich und da wurde wohl lieber mit französischen Surfern geplant. Natürlich braucht man als Profisportler Sponsoren. Geht heutzutage überhaupt noch ein Sport ohne? Allein das ewige Reisen ist bei uns sehr teuer. Dass man als Sportler sich auch danach verhalten muss, sprich in den Medien präsentieren, finde ich ganz ok, es gehört dazu.* Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Was können wir 2008 von Marlon Lipke erwarten?
Fast so lange wie von Quiksilver werde ich auch schon von dem Zertifikateanbieter X-markets der Deutschen Bank unterstützt. Das hilft mir schon sehr. Außerdem stehe ich noch in Kontakt mit einigen anderen Firmen. Ich hoffe sehr, noch einen Sponsor für 2008 Letzte Frage: Wo ist das schönste Surfgebiet der Welt?* Zuhause, bei uns in Portugal, wo mein Bruder und meine Eltern leben. |
Ausgabe MSN 1 / 2008Weitere Artikel online lesen |



