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Telemedizin im Sport - Telediabetis für Athleten
Telemedizin im Sport - Telediabetis für Athleten
Wenn klinische Daten auf die Reise gehen, um aus der Ferne medizinisch beurteilt zu werden, so nennt sich das Szenario Telemedizin. Triathleten mit Typ-1 Diabetes können von dieser Möglichkeit profitieren.
Viele der durchaus leistungsfähigen an Diabetes erkrankten Athleten weichen auf die Kurzdistanzen aus, weil sie auf der langen Strecke auf sich gestellt sind.
Bei dem Frankfurter Ironman 2007 wurde ein erfolgreiches Pilotprojekt der Firmen Roche Diagnostics, IBM und dem Accu-Chek Triathlon-Team sowie weiteren diabetischen Ironman-Triathleten durchgeführt.
Das Projekt ermöglichte Triathleten auf der Radstrecke die Übermittlung von Blutzuckerwerten an den Teamarzt. Die Sportler wurden hierzu mit einem an ihrem Rennradlenker montierten Glukometer ausgestattet.
Das Glukometer sendet über Infrarot die Daten an einen Infrarot-Bluetooth Adapter. Dieser übermittelt wiederum drahtlos (per Bluetooth) die gemessenen Daten an das Athleten-Handy. Ausgehend von dem Handy werden die Daten per GPRS an das IBM System der medizinischen Station gesendet. Auf der Grundlage der empfangenen Blutzuckerwerte kann der Arzt über das Athleten-Handy mit dem Patienten Kontakt aufnehmen und korrigierend auf die Insulintherapie einwirken. Die hierzu entwickelte IT-Infrastruktur umfasst dabei sowohl die mobile Fernübertragung der Messwerte als auch deren Darstellung für die Ärzte in einem medizinischen Portal. Für die Athleten bedeutet die Möglichkeit, sicherer an einem Ironman teilnehmen zu können, einen Gewinn an Lebensqualität.
Telediabetesanwendungen wurden ursprünglich entwickelt, um diabeteserkrankte Patienten (sowohl Typ-1 als auch Typ-2) in ihrem häuslichen Umfeld, während der Arbeit oder auf Reisen zu betreuen. Dabei geht es unter anderem darum, die Medikation bei insulinpflichtigen Patienten optimal einzustellen. Als Messgröße zur optimalen Einstellung ist dabei vor allem der der HBA1c-Wert, auch Glykohämoglobin-Wert genannt, wichtig. Der HBA1c-Wert spiegelt dabei die durchschnittlichen Blutzuckerwerte der letzten acht Wochen wieder. Das Messen des HBA1c-Wertes zum langfristigen Monitoring insulinpflichtiger Patienten ist aber grundsätzlich zu unterscheiden vom Telediabetes-Einsatz beim Monitoring von Sportlern unter Höchstleistung.
Hier geht es darum, momentane extreme Blutzuckerwerte, insbesondere eine starke und gefährliche Unterzuckerung, zu vermeiden. Ein dauernd stark niedriger Blutzuckerwert würde einen guten HBA1c-Wert liefern, wäre jedoch ebenso nicht ungefährlich. Beim Monitoring von Athleten unter starker körperlicher und andauernder Belastung ist der Blutzucker der zu messende Wert.
Telediabetes bietet also sowohl für Leistungssportler mit Typ-1 Diabetes, als auch für Typ-1 Diabetiker im Alltag (bspw. im Beruf, Studium oder Schule) und für die große Anzahl an Typ-2 Diabetes erkrankten Patienten, insbesondere wenn diese insulinpflichtig sind, verschiedene effektive und teils Lebensqualität steigernde Anwendungen.
Dr. Jennifer Meyer
Stichwörter:
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