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Kardiologie - Herz-Check-Up für Sportler
Kardiologie - Herz-Check-Up für Sportler
Der plötzliche Herztod beim Sport ist ein besonders dramatisches Ereignis, weil es einen scheinbar gesunden Sportler betrifft. Die Analyse dieser Todesfälle hat jedoch
ergeben, dass in den meisten Fällen eine bis dahin nicht bekannte Herzerkrankung
als Todes ursache bestand. Während bei jüngeren Sportlern vorwiegend eine angeborene (genetische) Herzerkrankung (z. B. hypertrophe Kardiomyopathie)
nachgewiesen wurde, konnte bei älteren Sportlern in den weitaus meisten Fällen eine Herzkranzgefäßverengung infolge einer sich im Verlauf der Jahre entwickelnden Verkalkung diagnostiziert werden. Deutlich seltener waren als Ursache Klappenerkrankungen, Gefäßanomalien, Rhythmuserkrankungen oder eine Herzmuskelentzündung zu konstatieren.
Durch eine gründliche Herzkreislaufuntersuchung vor Beginn und ggf. während eines Trainingsprogramms lässt sich das Risiko eines Herztodes reduzieren. Allerdings ist keine 100% ige Sicherheit möglich. Deshalb sollte jeder Sportler auf Symptome achten, die ggf. Hinweise auf eine Herzerkrankung geben können. Engegefühl im Brustbereich bei körperlicher Anstrengung, bei Aufregung oder bei Kälte, ungewöhnliche Kurzatmigkeit, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder ein unregelmäßiger Herzschlag müssen abgeklärt werden. Das Risiko einer Herzerkrankung ist erhöht bei Übergewicht, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen oder/und bei starkem Rauchen, auch hier ist dringend zu einer Untersuchung zu raten, auch dann, wenn in der Familie bei Blutsverwandten ein plötzlicher Herztod in jüngeren Jahren aufgetreten ist.
Leider sind solche wegweisenden Symptome nicht immer vorhanden. Oft werden allerdings auch Symptome falsch eingeschätzt. Hinter einem „Leistungsknick“ kann sich durchaus eine Herzerkrankung verbergen. Deshalb sollten sich alle diejenigen, die beabsichtigen, intensiv Sport zu treiben oder nach längerer Sportkarenz im mittleren ode fortgeschrittenen Alter wieder sportlich aktiv werden möchten, einem Herz- Check-Up unterziehen.
Inhalt und Umfang der Untersuchung sind – entsprechend den Empfehlungen der kardiologischen Gesellschaften und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention – abhängig von Sportausrichtung (Leistungssport, Freizeitsport), Alter und evtl. bestehenden Beschwerden.
Bei jüngeren Sportlern ist neben einer gründlichen Anamnese, der eine besondere Bedeutung zukommt und körperlichen Untersuchung die Ableitung eines Ruhe-EKGs ausreichend. Bei älteren Sportlern (Männer > 40 Jahre, Frauen > 50 Jahre) sollte zum Ausschluss einer Herzkranzgefäßerkrankung zusätzlicmein Leistungs-EKG auf dem
Fahrrad oder Laufband durchgeführt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass eine möglichst hohe Ausbelastung, die den sportlichen Gegebenheiten entspricht, erfolgt. Empfohlen wird auch eine Blutlaboruntersuchung, bei Freizeitsportlern sollten mindestens die Risikofaktoren (Blutzucker, Lipoproteine) bestimmt werden.
Eine Herzschalluntersuchung (Echokardiografie) kann darüber hinaus indiziert sein, Bei Sportlern des Bundeskaders und bei Profifußballern gehört sie routinemäßig zum Untersuchungsprogramm. Neuere Untersuchungsmethoden wie das Cardio-CT oder MRT werden als reine Vorsorgeuntersuchungen zurzeit nicht empfohlen, können aber im Einzelfall zur weiterführenden Abklärung hilfreich sein.
Aus sportmedizinischer Sicht ist es empfehlenswert, diese Untersuchung mit einer Leistungsdiagnostik (Spiroergometrie, Lactattest) zu verbinden. Aus diesen Ergebnissen können der individuelle Trainingszustand ermittelt und gezielte Trainingsempfehlungen abgeleitet werden. Oft überschätzen Freizeitsportler ihr Leistungsvermögen und belasten sich tendenziell zu hoch, was kardiale Zwischenfälle begünstigen kann. Sport ist nur so gesund, wie man ihn betreibt. Hierzu gehört, dass man sich genügend Zeit zum Training und zur Regeneration nimmt. Eine Marathonteilnahme ohne langfristiges Training ist lebensgefährlich. Auch bei scheinbar
harmlosen Erkältungen sollte man kein intensives Training durchführen. Fieber und infektbedingte Muskel- und Gelenkbeschwerden sind absolute Kontraindikationen für Sport, da sich sonst eine Herzmuskelentzündung mit unter
Umständen tödlichem Ausgang entwickeln kann.
Vor solchen akuten Erkrankungen schützt ein jährlicher Check-Up nicht, sondern nur der verantwortungsbewusste Umgang mit der eigenen Gesundheit. Die Kosten für einen präventiven Check-Up werden von den gesetzlichen Krankenkassen i. d. R. nicht oder nur teilweise übernommen, es sei denn, es besteht eine Indikation (Beschwerden). Die Gebührenermittlung (IGEL-Leistung) orientiert sich an der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Eine evtl. Kostenübernahme durch die privaten Krankenkassen sollte im Einzelfall mit der jeweiligen Kasse besprochen werden.
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