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Chocking und pressure - Sportpsychologie
Chocking und pressure - SportpsychologiePsychophysiologie im Sport zwischen Grundlagen und AnwendungSportpsychologie ist heute in zweifacher Hinsicht herausgefordert. Einerseits geht es darum, in der sehr dynamisch wachsenden Forschung im Bereich der Psychophysiologie und der Neurowissenschaft mit entsprechenden Forschungsansätzen grundlegende Entwicklungen mitzugestalten. So zum Beispiel in der Anwendung von Herzratenvariabilitäts- und EEG-Messungen im Rahmen der Erforschung von Konzentrationsleistungen und choking under pressure (Schützen, Golf). Andererseits sollen „dem Sport“ geeignete Methoden zur Optimierung sportlichen Handelns zur Verfügung gestellt werden. Sportliche Leistung ist immer auf konkrete Aufgaben bzw. Zielstellungen gerichtet. Forschung und Anwendung sollen, wie so oft gefordert (Beckmann & Kellmann, 2003), in ein produktives Wechselspiel treten. Die Interaktion psychischer, physiologischer/neurologischer und objektiver Leistungsparameter ist sowohl theoretisch und empirisch als auch in der Beratung von SportlerInnen von zentraler Bedeutung. Einem blinden Vertrauen beispielsweise der naiven Nutzung von Biofeedbackparametern, etwa im Sinne der Aussage „Wenn du deinen Hautleitwert senkst, bist du entspannt und angstfrei. Das steigert deine sportliche Leistungsfähigkeit“, steht die systematische und differentialdiagnostische Erforschung der Einflussgrößen gegenüber.
Als Referenzgrößen für die Leistungserbringung kann man daher einerseits das Erleben des Sportlers, der Sportlerin und andererseits die (neuro)physiologischen Korrelate heranziehen. Auf physiologischer Ebene werden vorwiegend Parameter wie Hautleitwert, Körpertemperatur, Elektrokardiogramm, Atemfrequenz und- tiefe, Elektromyogramm und Elektroenzephalogramm erfasst. Die (neuro)physiologischen Veränderungen werden mit der sportlichen Leistung in Beziehung gesetzt. Wie deutlich die Zusammenhänge zwischen Selbsteinschätzungen und physischem Stress sind, konnte beispielsweise mittels Clusteranalyse gezeigt werden. Erhöhte Stresswerte stehen in Zusammenhang mit Misserfolgsangst und sozialem Rückzug sowie mit Schwierigkeiten in der aktuellen sportlichen Situation, wie etwa „nicht aufgestellt werden“ in der Fußballmannschaft (Amesberger, 2008). Cluster eins zeigt aktuell zielorientierte und erfolgszuversichtliche sowie sozial gut integrierte Spieler, Cluster zwei entsprechend entgegengesetzt orientierte Spieler. Hautleitwert, Herzrate und Muskelaktivität der erfolgszuversichtlichen sowie sozial gut integrierten Spieler sind auch unter Stress signifikant niedriger. Was kann nun mit Biofeedbacktraining im Sport unterstützt werden?
Grundsätzlich lassen sich praktisch alle sportpsychologischen Trainingsmethoden mittels Biofeedback effizient begleiten.
Zunehmend an Bedeutung gewinnen psychophysiologische Aufzeichnungen während eines Wettkampfes oder Trainings. Jedoch liegen hierzu noch sehr wenige, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vor. Univ.-Prof. Dr. Günter Amesberger
Stichwörter:
sportpsychologie
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Ausgabe MSN 5 / 2008Der Autor:Weitere Artikel online lesen |

