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Trends in der Endoprothetik

Trends in der Endoprothetik

Die Medizintechnik-Branche gilt als besonders innovativ, wachstumsstark und zukunftsträchtig. Medizinprodukte umfassen eine große Bandbreite von medizintechnischen Produkten und Verfahren, die Leben retten, heilen helfen und die Lebensqualität der Menschen verbessern.

Beispiele sind Geräte für Diagnostik, Chirurgie und Intensivmedizin, Implantate wie Hüft- und Kniegelenkersatz, Verbandmittel oder Hilfsmittel wie Bandagen, Orthesen und Prothesen. Die Implantation von künstlichen Gelenken, den so genannten Endoprothesen, zählt heute zu den Routineoperationen. Jährlich erhalten über 400.000 Deutsche ein künstliches Gelenk. Die steigende Lebenserwartung in Europa und die damit einhergehende zunehmende Häufigkeit degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates sorgen für wachsenden Bedarf an Hüft- und Kniegelenkersatz.

Wohin geht der Trend bei den Orthopädie-Implantaten?

Entwicklungen bei den Werkstoffen sind weitgehend abgeschlossen. Topthema ist die Optimierung der Verschleißeigenschaften der Gleitpartner durch innovative Materialien. Ein weiterer Trend ist die „Funktionalisierung der Implantate-Oberflächen“. Ziel ist die Verbesserung der Einheilung, aber auch die Behandlung von Infekten. Weitere Anstrengungen werden in Richtung neuer Operationsverfahren unternommen. Sie sollen dem Arzt ermöglichen, seine Patienten schonender zu operieren.

Ziele für die Zukunft sind:

schnellere, weniger invasive Operationen mit verringerten stationären Aufenthalt; schonender Umgang mit vorhandenem Knochen für bessere Ausgangssituationen bei Revisionen; weitere Verlängerung der Lebensdauer von Implantaten

Der Nutzen für den Patienten

Meist fühlen sich Menschen, die sich für ein künstliches Gelenk entscheiden, nach der Operation wie befreit: Endlich keine Schmerzen mehr! Nach der Implantation können die Patienten oft schnell wieder in ihren Alltag zurückkehren und die meisten ihrer früheren Aktivitäten wieder aufnehmen, sofern sie ihr Gelenk dabei nicht übermäßig belasten. Selbst Sportbegeisterte müssen nach dem Eingriff nicht auf körperliche Aktivität in der Freizeit verzichten. Im Gegenteil: Moderater Sport fördert den Aufbau natürlicher Knochensubstanz und stärkt die Muskulatur, die das künstliche Gelenk stützt und ihm Halt gibt. Nach dem Einsatz eines neuen Hüft- oder Kniegelenks gelten unter anderem Wandern, Walking, Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren, Gymnastik in Form von Dehnungs- und Kräftigungsübungen sowie Rudern und Paddeln als gelenkschonend. Hingegen sind Leistungs- und Wettkampfsport sowie Sportarten mit abrupten Bewegungsabläufen wie Squash eher ungeeignet. Die Auswahl einer geeigneten Sportart sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

beeres@bvmed.de

Ausgabe MSN 6 / 2010

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 6 / 2010.
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