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Parcouring - Interview mit Matthias Esser
Parcouring - Interview mit Matthias EsserLaufsport mal anders
MedicalSportsNetwork sprach mit PARCOURING Weltmeister Matthias Esser Sie sind erst seit März 2007 in dieser Sportart aktiv. Wie kamen Sie zu dieser doch außergewöhnlichen Sportart? Man könnte sagen, ich wurde „entdeckt“. Der Headcoach des Teams Germany ist Lehrbeauftragter an der Sporthochschule gewesen und ich kenne ihn schon seit Beginn meines Studiums. Er meinte, in Wettkampfform wäre das bestimmt etwas für mich. Da ich immer offen für neue Bewegungsformen bin, habe ich es einfach mal ausprobiert und es gefiel mir sehr gut. Man kann PARCOURING als eine Plattform für alle Bewegungskünste und Sportarten bezeichnen, die sich mit alternativer, kunstvoller und akrobatischer Fortbewegung beschäftigen. Welches sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Athlet beim Parcouring mitbringen sollte? Beim Parcouring muss ein Athlet vor allem vielseitig sein. Es ist eine Kombination aus Ausdauer, Schnelligkeit, Sprungkraft und allgemeiner Athletik. Das Hauptaugenmerk sollte im Training vor allem auf der Ausdauer und der allgemeinen Athletik liegen, um eine Basis für weiterführendes Training zu schaffen. Im Juni 2007 fand die erste Parcouring-WM statt. Sie wurden prompt Weltmeister und sind nun in die Nationalmannschaft nominiert. Wie verbinden Sie seitdem Sport und Beruf? Noch genieße ich das Studentenleben und habe zum Glück bereits den Großteil meines Studiums abgeschlossen. Somit habe ich etwas mehr Zeit, um Termine bei Shows und Interviews wahrzunehmen. Trotzdem denke ich nach wie vor, dass ich noch zu wenig Zeit ins Training investiere. Ursprünglich kommen Sie aus dem Zehnkampf. Wenn Sie das Training im Zehnkampf mit dem im Parcouring vergleichen, welches sind die grundlegenden Unterschiede? Eine strukturierte Trainingsplanung gibt es im Parcouring leider noch nicht, bzw. kann sich die jeder Athlet selbst schaffen. Da ich aus der Leichtathletik komme und dort eine Periodisierung üblich ist, kann ich mir persönlich das Training gut einteilen, andere haben damit Probleme. Die machen, worauf sie gerade Lust haben. Hinzu kommt, dass es im Parcouring nur wenige Wettkämpfe gibt, d.?h. zu diesen Terminen muss man topfit sein. Durch den Zehnkampf haben Sie im Vergleich zu anderen Aktiven im Parcouring sicherlich Vorteile. Wo liegen Ihre Schwächen? Ob man es Vorteil nennen kann, mag ich an dieser Stelle nicht beurteilen, dennoch konnte man bei der WM sehen, dass ich bei einigen Hindernissen durch meine Sprungkraft im Vorteil war. Die Ausdauer und vor allem die Motivation haben auch gestimmt. Schwächen kann ich klar benennen: Meine Technik und mein Gewicht, ich war der schwerste im Feld. Man könnte meinen, dass für die Athleten beim Parcouring durch genügend Training jedes Hindernis überwindbar ist. Wo liegt Ihrer Ansicht nach das Limit für den menschlichen Körper? UND: Welche Rolle spielt die mentale Komponente? Angst darf man auf jeden Fall keine haben, dennoch sollte man mit Gewissenhaftigkeit und Respekt an manches Hindernis gehen. Man kann durch Training viele Hindernisse überwinden, doch nicht alle. Eine spiegelglatte vier Meter hohe Wand wäre sicherlich die Grenze, ebenso wie eine Fallhöhe von maximal fünf Metern. Ein untrainierter Mensch hat schon bei einer Fallhöhe aus zwei Metern ein enormes Verletzungsrisiko. Mit welchen typischen Verletzungen muss man beim Parcouring rechnen? Gibt es Möglichkeiten der Prävention?
Blaue Flecken, Schürfwunden und kleine Schnittwunden an den Händen sind wohl die häufigsten Verletzungen. Auch wenn es immer so gefährlich aussieht, richtige Verletzungen gibt es äußerst selten. Durch die richtigen Techniken, wie z.?B. das Abrollen nach einer längeren Flugphase kann man auch die Gelenke etwas schonen. „Hauptberuflich“ studieren Sie Sportwissenschaft an der Sporthochschule Köln. Was sind Ihre Pläne für die nahe Zukunft? Da das Ende meines Studiums nicht mehr in weiter Ferne liegt, mache ich mir schon Gedanken um die Zukunft. Momentan arbeite ich viel als freier Mitarbeiter von diversen Firmen, hauptsächlich für ASICS. Ich hoffe, diese Arbeit in ähnlicher Form fortführen zu können, da sie mir sehr viel Freude bereitet. Durch das Parcouring und den Titel haben sich auch einige neue Türen aufgetan, die ich erstmal erforschen muss, zu neu, um damit schon konkretere Pläne zu haben. Kann man Parcouring als eine Art Lebensstil bezeichnen? Wie beschreiben Sie die Szene – Trends, Musik, Kleidung? Welche Art von Kleidung / Schuhwerk ist bei den Athleten beliebt und funktionell? Für viele Athleten ist es eine Art Kunst, sich effizient zu bewegen, diese Leute nennen sich Traceure. In diese Kategorie würde ich mich nicht einordnen, ich bin eher ein Athlet. Die Szene wird von den unterschiedlichsten Leuten betrieben, deshalb sind eindeutige Trends noch nicht erkennbar. Die Kleidung sollte auf jeden Fall locker sportlich sein und die Anforderungen an die Schuhe sind hoch, guter Grip, viel Stabilität und gute Dämpfung sind die Hauptmerkmale. Welche Partner und Sponsoren sind im Parcouring besonders aktiv? Wie sehen Sie die weitere Entwicklung/Zukunft des Parcouring?
Mit ASICS habe ich einen guten Sponsor gefunden, da ich bereits im Vorfeld für die Firma gearbeitet habe. Die Zusammenarbeit ist super. Ich denke, dass in Zukunft noch viele weitere Sponsoren Interesse zeigen werden, spätestens |
Ausgabe MSN 3 / 2008Weitere Artikel online lesen |



