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Politik - Vertrag von Lissabon fördert den Sport
Politik - Vertrag von Lissabon fördert den SportStellung des Sports wird gestärktDas Internationale Olympische Komitee (IOC) freut sich, dass die Stellung des Sports innerhalb der Europäischen Union mit dem Vertrag von Lissabon gestärkt ist. Mit dem neuen EU-Vertrag, der am 01.12.2009 in Kraft getreten ist, verfügt der Sport erstmals über eine rechtliche Grundlage, wofür die Olympia- und Sportbewegung 15 Jahre lang gekämpft hat. Art. 6 und 165 des Vertrages betonen die Bedeutung des Sports in Europa, anerkennen seine Besonderheit und machen seine Förderung zu einem gemeinschaftlichen Ziel. Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), erklärte: "Wir haben beträchtliche Fortschritte erzielt. Ich danke den Mitgliedsstaaten für ihr starkes Engagement für den Sport in den letzten Jahren. Der Stellenwert des Sports innerhalb der EU ist enorm, ebenso der Einfluss der europäischen Politik auf den Sport. Es ist wirklich an der Zeit, von einer individuellen Sichtweise zu einem Modell überzugehen, bei dem die besonderen Merkmale des Sports angemessen berücksichtigt werden." Der FIFA-Präsident betonte seinerseits die Bedeutung von Art. 165 für die Zukunft des Sports: "Für die Anerkennung der Besonderheit des Sports gilt es, als erstes besonderes Merkmal in unserer immer vielfältigeren Welt seine Universalität zu schützen, ebenso seine Strukturen, die das Gleichgewicht in jedem Sport garantieren – etwa zwischen dem Amateur- und dem Profifussball, dem Klub- und dem Nationalmannschaftsfussball oder die nationale Identität der Klubs – sowie die erzieherische und soziale Rolle des Sports. Ferner müssen wir dafür sorgen, dass unsere Wettbewerbe ausgeglichen, offen und unberechenbar bleiben." Die Verankerung des Sports sowie der Hinweis auf seine besonderen Merkmale im Vertrag von Lissabon bieten dafür die nötige Grundlage, da der Sport nun nicht mehr allein als wirtschaftliche Tätigkeit, sondern im Bewusstsein um seine auf Freiwilligkeit basierenden Strukturen sowie seine soziale und pädagogische Rolle wahrgenommen wird. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die grundsätzliche Umverteilung der Mittel zugunsten der Entwicklung des Sports. Diesbezüglich musste die Olympia- und Sportbewegung in der Vergangenheit viele Hürden überwinden, insbesondere was die Urteile des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften zu den Sportregeln anbelangt. So müssen etwa der Schutz der Nationalteams und die Regeln betreffend die Freizügigkeit von Berufssportlern im Licht sportspezifischer Regeln und der Besonderheit des internationalen Sports gesondert betrachtet werden. Die Europäische Union besitzt rechtlich gesehen zwar keine direkte Zuständigkeit für den Sport, muss gemäß Subsidiaritätsprinzip aber die Sportpolitik ihrer Mitgliedsstaaten unterstützen und fördern. "Wir sind klar dafür, dass die Europäische Union den Sport unterstützt, aber nicht regelt", betonte Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees (EOC). Dank zusätzlichen finanziellen Mitteln werden die Sportorganisationen in Europa so gestärkt. Durch die Verankerung des Sports im Vertrag von Lissabon kann der Sport innerhalb der EU auf eine eigene finanzielle Grundlage gestellt und optimal in die bestehenden Programme eingebettet werden. Die Olympia- und Sportbewegung, die in der Frage der Autonomie und der Unabhängigkeit des Sports im vergangenen Jahr eine gemeinsame Position verabschiedete, wird sich in den kommenden Monaten auf die korrekte Umsetzung von Art. 6 und 165 konzentrieren. Im Zentrum steht dabei der Schutz der Autonomie des Sports sowie der Integrität der Sportwettbewerbe. Mario Pescante, IOC-Vizepräsident und Vorsitzender der Kommission für internationale Beziehungen, hielt diesbezüglich fest: "Um die neuen Artikel zum Sport zu konkretisieren und zu gewährleisten, dass dieser Ansatz für alle ein Erfolg wird, bringen wir gerne unser Fachwissen ein. Die spanische Regierung hat uns für das erste Halbjahr 2010 bereits zu einer engen Zusammenarbeit eingeladen. Wir freuen uns darauf und sind auch gerne bereit, den konstruktiven und regelmäßigen Dialog mit den europäischen Institutionen fortzusetzen." Unter der spanischen EU-Präsidentschaft findet erstmals ein formeller Rat der Sportminister statt.
Foto: IOC Präsident Jacques Rogge und FIFA Präsident Joseph S. Blatter |
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