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Blut beim Athleten - Doping

Indirekter Manipulationsnachweis - Teil 1

So zeigten bei der WM 1995 einige Skiläufer Hb-Werte von 20 g/dl, wobei alle Medaillengewinner über 17,5 g/dl lagen. 1999 lagen bei 30 männlichen Skiläufer die Hb-Werte zwischen 17,0- 18,7 g/dl. Alle Medaillengewinner hatten Werte > 17,0 g/ l. Der zurzeit gültige Grenzwert für Männer liegt bei 17,0 g/dl und für Frauen bei16,0 g/dl. Grundsätzlich haben Ausdauersportler niedrigere Hb-Werte aufgrund eines höheres Plasma­volumens als Anpassung, welches z.B. vor Thrombosen bei Wasserver­lusten schützt.

Differenzierung von humanem EPO und rHEPO

Aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von rhEPO und eines damit kürzeren Nachweises wurde zum Missbrauch von subcutaner (21?h) auf intravenöse Injektion (8,5?h) umgestellt. So wird nach altem Injektionsschema von einem sicheren Nachweis innerhalb von ca. 48?h gesprochen und bis zu 7 Tagen zumindest in ca. 50?% der Fälle. Das größte Problem ist allerdings, dass für einen positiven EPO-Test wenigstens 80?% isomere Formen (körperfremd) vorhanden sein müssen. Verschiedenste EPO-Varianten stehen heute zur Verfügung. So z.B. DYNEPO, welches natürliche, aus der menschlichen Haut gewonnene Zellen für die EPO-Biosynthese nutzt. Es wurde beim suspendierten Führenden der Tour de France 2007, Michael Rasmussen, nachgewiesen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Nachweismethode für „Dynepo“ allerdings noch nicht autorisiert. Daher ist der positive Befund des Dänen juristisch bisher noch nicht verwertbar.

Erythropoetin und Blutveränderungen

Das folgende Diagramm zeigt den ­typischen Verlauf des klassischen EPO-Dopings mit dem Anstieg der Retikulozyten (junge Blutzellen) durch die Stimulation von rhEPO mit anschließendem Hb-Anstieg durch Reifung.
Da nach Absetzen von rhEPO die gesteigerte Produktion von Erythrozyten abgeschlossen ist, kommt es zum rasanten Abfall der Retikulozyten um das normale, niedrigere Hb-Gleichgewicht wieder einzustellen. Gleichzeitig besteht eine länger anhaltende Hb-Konzentration und es bleibt die maximale Sauerstofftransportkapazität noch erhöht, wobei rhEPO im Urin nicht mehr nachzuweisen ist, da es aufgrund der Plasmahalbwertszeit vollständig aus dem Körperkreislauf eliminiert wurde.
Daraus wird klar, dass relativ gut auf einen Wettkampf mit hohen Hb-Werten zugesteuert werden kann, ohne mit einem positivem EPO-Test zu rechnen.
Neuere Techniken von Athleten, die an Rundfahrten und eng gesetzten Wettkämpfen teilnehmen, haben das sogenannte Low Dose Verfahren eingesetzt.
Hierbei wird zu Beginn eine hohe Menge EPO eingesetzt und der erhöhte Hb an der Schutzsperrengrenze mit niedrigen intravenösen EPO-Injektionen aufrechterhalten.
Eine Mikrodosierung reduziert das Zeitfenster des positiven Urinnachweises auf 12–18?h. Verfeinerte Techniken sorgen sogar bei abendlicher Injektion zu negativen Tests am Folgetag. Daher sollten Trainingskontrollen immer früh morgens stattfinden.

Dr. Klaus Pöttgen

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http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/1651

Stichwörter:
Doping Sportmedizin

Ausgabe MSN 1 / 2008

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 1 / 2008.

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