Therapie - Optimaler Erfolg
Der Nachbehandlung nach größeren operativen Eingriffen am Bewegungsapparat (Endoprothetik, Bandersatz, Frakturbehandlung/Osteosynthese, Wirbelsäuleneingriffe etc.) kommt – nicht zuletzt aus Sicht des Operateurs – ein hoher Stellenwert zu. Einigkeit besteht dahingehend, dass ein optimales Behandlungsergebnis nur bei klarer Diagnosestellung, perfekter operativer Versorgung und einer anschließend individuell gesteuerten Rehabilitation zu erreichen ist.
Erforderlich ist folglich die intensive Zusammenarbeit zwischen Patient, Operateur, Pflegepersonal, nachbehandelndem Arzt, Therapeutenteam und allen an der Behandlung Beteiligten als verantwortliches Team für das Case Management. Nur so kann der Patient das bestmögliche Aktivitätsniveau im Alltag oder auch seine sportliche Leistungsfähigkeit wiedererlangen.
Grundlage der Rehabilitation ist die Internationale WHO Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Sie ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des Rehabilitationsprozesses, welche die Bereiche Körperfunktion/-struktur, Aktivität und Teilhabe erfasst [WHO 2001]. Hieran orientieren sich die Rehabilitationsziele, die nicht nur den verletzten bzw. operierten Körperabschnitt, sondern den Patienten in seiner Gesamtheit erfassen.
Erforderlich sind im Interesse der Patienten jedoch auch immer wieder Weiterentwicklungen therapeutischer Teilbereiche. Neue Therapieverfahren bzw. neue Trainingsformen wie z.B. Functional Movement-System, Pilates, Redcord und andere werden durch das Rehabilitationsteam inhaltlich geprüft, erprobt und ggf. in das Behandlungskonzept übernommen. Dies geschieht häufig mit einer entsprechenden Anpassung an die speziellen Bedürfnisse des operierten Patienten.
Neuere Forschungen haben gezeigt, dass die Fähigkeit zur aktiven Stabilisation der Gelenke von zentraler Bedeutung für eine gute Körperfunktion ist. Verantwortlich dafür ist neben den passiven Strukturen (knöcherne Gelenkführung, Bandapparat etc.) das neuromuskuläre System, das durch entsprechendes Training (re)aktiviert werden kann. Das Training in der geschlossenen kinetischen Kette stellt hohe Anforderungen an die dynamische Stabilisierung der Gelenke. Eine methodische Reihe erlaubt es, die Anforderungen an die jeweilige Belastbarkeit des Patienten anzupassen (Beispiel: stabile > instabile > labile Unterlage). Auf diese Weise wird die Reaktivierung der Muskulatur gefördert, die, ausgelöst durch vorangegangene Schmerzprozesse, häufig nicht mehr adäquat reagiert.
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Durch einen funktionellen Ansatz innerhalb der physiotherapeutischen Behandlung wird ein effizientes Training der Muskulatur ermöglicht. Das Redcord-System wie auch andere Trainingsformen (Slackline, therapeutisches Klettern oder auch Gyrotonic und Pilates) eignen sich besonders gut zur Anwendung bei der Rehabilitation von Muskel- und Skelettbeschwerden und das unabhängig vom Alter des Patienten, der körperlichen Verfassung bzw. der medizinischen Voraussetzungen. Diese Verfahren werden individuell nach Indikation in den Rehabilitationsablauf mit eingebracht und helfen uns, die Therapieerfolge zu steigern. So ergänzt die apparative Ausstattung der Therapiebereiche die Rehabilitation der Patienten auf sehr wirksame Weise.
„Rehabilitation“ in einer Medical Park Einrichtung bedeutet, jedem Patienten einen möglichst optimalen Behandlungserfolg und ein individuell hohes Maß an Lebensqualität zu ermöglichen. Um dies jederzeit sicherzustellen, haben wir ein Qualitätsmanagementsystem etabliert, das hohe Anforderungen an die Leistung unserer Therapieabteilungen stellt und eine kontinuierliche Verbesserung der Strukturen und Prozesse gewährleistet. So basieren unsere Nachbehandlungskonzepte auf anerkannten Leitlinien mit festgelegter, jederzeit überprüfbarer Ergebnisqualität und wurden zum großen Teil in Zusammenarbeit mit Operateuren erstellt.
Dazu gehören auch ein Therapiefahrzeug mit Messtechnik für Reaktions- und Bremsverhalten, eine Bodenkraftmessplatte zur Kontrolle der vorgegebenen Teilbelastung und des anschließenden Trainings unter Biofeedback- Kontrolle. Chipkartengesteuerte Trainingsgeräte, ein Kletterfelsen für therapeutisches Klettern sowie ein ADL-Bereich zum Training der funktionellen Kompetenzen des Patienten, um schnellstmöglich den Transfer zum Alltag des Patienten zu schaffen (Bück- und Hebetraining, Training von Einkaufssituationen an einer Supermarktkasse, Betanken eines Fahrzeuges, Therapiegarten) komplettieren das Therapieangebot. Zusätzlich werden körperbezogene Verfahren wie z. B. Tai Chi, Feldenkrais, Autogenes Training sowie progressive Muskelentspannung angewandt, darüber hinaus klassische Sport- und Bewegungsangebote wie beispielsweise die medizinische Trainingstherapie, Nordic Walking, Rückentraining und Gangtraining. Standardisierte Patientenschulungen und Vorträge runden das Angebot ab.
K.Stamer@medicalpark.de
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