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Ärzte & Sportklinik
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Prof. Dr. Peter Augat
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Verletzungen des Kniegelenks beim alpinen Skifahren
Verletzungen des Kniegelenks beim alpinen SkifahrenSkisportanalyseSeit der Einführung der statistischen Erfassung von Verletzungen im Skisport von der Auswertungsstelle für Skiunfälle im Jahre 1979 zeigt sich eine stetige Abnahme der Anzahl von verletzten Ski fahrern, die einer medizinischen Behandlung bedürfen [1]. Schädelverletzungen konnten durch die vermehrte Benutzung von Helmen deutlich reduziert werden [4, 6]. Auch die Einführung der Carvingski hat nicht den befürchteten Anstieg der Verletzungszahlen herbeigeführt [3,5,7].
Bei den verletzten Körperregionen konnte eine Veränderung von ehemals häufigen Unterschenkel- und Sprunggelenksverletzungen hin zu Knieverletzungen gesehen werden, die nun aktuell die häufigsten Verletzungen im alpinen Skisport darstellen [1]. Subjektiv scheint es, dass in den letzten Wintern die schweren Knieverletzungen zugenommen haben. Um dieser Frage nachzugehen, erfassen wir seit dem Winter 2006/07 prospektiv die Verletzungen des Kniegelenks beim Skisport in unserer Abteilung für Unfallchirurgie in Garmisch-Partenkirchen und Murnau. Fazit Einen verletzungsfreien Skisport wird es auch in der Zukunft nicht geben. Aber die Analyse der Verletzungen kann zu Verletzungsvermeidung durch Präventionen führen, so z.B. das propriozeptive Training durch Skigymnastik, was nachweislich die Inzidenz der Verletzungen des vorderen Kreuzbandes verringern kann [2]. Auch wäre eine Überarbeitung der Richtwerte zur Einstellung der Skibindung bei den Skifahrern über 40 Jahren sinnvoll, um den Trend der zunehmenden proximalen Tibiafrakturen Einhalt zu gebieten. Abb.1+3: Fallbeispiel einer 45-jährigen Skifahrerin, die aufgrund eines Fahrfehlers mit dem linken Bein verdrehte. Bei dem Sturz löste die Bindung nicht aus. Es zeigt sich im Röntgen und CT eine bikondyläre proximale Tibiafraktur nach AO Typ C3.1. Bei Aufnahme erfolgt die Anlage eines gelenkübergreifenden Fixateur Extern. Eine Verletzung der Nerven und Gefäße oder ein Kompatmentsyndrom lagen nicht vor. Nach Konsolidierung der Weichteile konnte am fünften Tag der Verfahrenswechsel auf eine interne winkelstabile Plattenosteosynthese erfolgen. Intraoperativ zeigte sich der Außenmensikus verletzt und wurde primär genäht. Beim Follow-up nach einem Jahr zeigten sich belastungsabhängige Beschwerden, der Aktivitätsindex nach Tegner war von vor dem Unfall sieben Punkten auf nun drei Punkte verringert.
Abb. 2: Inzidenz pro 100.000 Skitage für das Auftreten von Frakturen im Bereich
Literatur |
Ausgabe MSN 2 / 2011
Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 2 / 2011.
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