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Ärzte & Sportklinik
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Prof.Dr. Jürgen Zulley
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Der Schlaf des Sportlers - Regeneration
Der Schlaf des Sportlers - RegenerationDer Mensch ist, wie alle Lebewesen, ein sich selbst regenerierendes System. Nach einer bestimmten Zeit der Aktivität benötigt er eine Phase der Ruhe, um Regenerations- und Speichervorgänge durchführen zu können. Diese Phase ist durch äußere Ruhe gekennzeichnet, wobei der dann stattfindende Schlaf aber, entgegen dem äußeren Anschein, als ein hochaktiver, regelhaft sich ändernder Prozess abläuft. Vom zeitlichen Verlauf her ist der Schlaf eingebettet in einen 24-Stunden-Rhythmus und sein optimaler Zeitpunkt ist von inneren Uhren vorgegeben. Dies ist der Zeitraum um das nächtliche Temperaturminimum (gegen 3?–?4 Uhr). Viele andere biologische Funktionen zeigen hier Maximal- bzw. Minimalwerte. Diese ausgeprägte Funktionsineffektivität und Labilität der verschiedenen Organsysteme wird hier mit Schlaf überbrückt. Erholungsfunktionen, die durch unsere alltägliche Aktivität unterdrückt werden, können dann maximal tätig sein. Hierin könnte eine der Funktionen des Schlafes liegen: Überbrückung eines Zeitraumes, der für die Interaktion mit der Umwelt ineffektiv ist und gleichzeitig die Möglichkeit zur Aktivierung von Funktionen bietet, die mit motorischer Aktivität inkompatibel sind. Zu diesen Funktionen gehören die notwendigen Regenerations- und Speicherungsaktivitäten. Der Organismus hat sich über die innere Uhr an die äußeren Bedingungen angepasst und legt den Zeitraum für Schlaf während der dunklen Nacht fest. Hier sind sowohl die äußeren Bedingungen (Dunkelheit, Kälte, Monotonie) als auch die inneren Bedingungen (geringe Leistungsfähigkeit, Kreislauflabilität, Müdigkeit) dafür geeignet, sich von äußeren Aktivitäten zurückzuziehen und die Zeit für Erholung und Regeneration zu nutzen.
Auf Belastung, gleich ob alltäglicher Art oder unter besonderen Bedingungen wie intensivem Sport, reagiert der Körper mit verstärkten Regenerationsvorgängen. Diese können Sekunden benötigen aber auch Stunden oder sogar Wochen. Im Stundenbereich liegt der Schlaf, welcher durchschnittlich 7 Stunden dauert. Der Erholungswert des Schlafes kann über die Schlafdauer, aber noch deutlicher, über die Qualität des Schlafes definiert werden. Hier ist vor allem der sogenannte Tiefschlaf von Bedeutung, der normalerweise in den ersten 4 bis 5 Stunden einer Schlafzeit liegt. Mehr Tiefschlaf bedeutet verstärkte Regeneration. Vor allem das während des Tiefschlafs ausgeschüttete Wachstumshormon ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Es ist für Muskel-, Haut- und Haarwachstum verantwortlich. Dieses Hormon verändert die Zusammensetzung unseres Körpers mit mehr Muskelmasse und weniger Fettgewebe. Neben der Erhöhung der Muskelkraft ist es auch für eine Zunahme an Knochenmasse verantwortlich. Sportliche Betätigung bis zu einem gewissen Grad führt zu einer Verbesserung des Schlafes. So zeigt sich eine Verlängerung der Schlafzeit und vor allem mehr Tiefschlaf nach dem Sport. Dies gilt für gerade erst aufgenommene, vermehrte körperliche Bewegung, wie auch für diejenigen, die schon immer Sport treiben. Auch die schlafen nachweisbar besser. Das gleiche Bild ergibt sich bei älteren Menschen. Auch diese profitieren verstärkt vom Sport. Sport als Prävention von Schlafstörungen ist gut belegt: So lässt sich die Zunahme der Schlafstörungen im Alter durch regelmäßige körperliche Aktivität aufhalten. Wichtig ist natürlich die Art, Dauer und Intensität. Ausdauersportarten, die den Kreislauf in Schwung bringen, führen eher zu besserem Schlaf im Vergleich zu Kraftsport, der überwiegend die Muskeln beansprucht. So positiv sich moderater Sport auf den Schlaf auswirkt, so negativ verhält es sich mit intensivem Sport. Exzessiver Sport wie er auch in Form von „Übertraining“ bekannt ist, führt zu neuroendokriner Fehlregulation mit verminderter Leistungsfähigkeit und zu gestörtem Schlaf mit seinen Konsequenzen. Die fehlenden Erholungspausen, die auch noch nicht nach einer einzelnen Erholungsnacht kompensiert werden können, führen zu einer gesteigerten Ermüdung, verringerter Regeneration und weniger Lerneffekten. Und hier dreht sich die Auswirkung der Sportart um. Ausdauersportarten, exzessiv betrieben, wirken sich negativer auf den Nachtschlaf aus als Kraftsportarten.
Vor allem in der Zeit vor einem Wettkampf kommt noch ein zusätzlicher schlafstörender Effekt hinzu. Der Stress in Erwartung der kommenden mentalen und physischen Belastung führt zur Anspannung, ein Zustand der mit der für den Schlaf erforderlichen Ruhe nicht vereinbar ist. Beruhigend für den Sportler ist es zu wissen, dass gelegentlicher schlechter Schlaf sich nicht negativ auf seine Leistungsfähigkeit auswirken muss. Prof. Dr. Jürgen Zulley Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Prof. Dr. Jürgen Zulley: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/4090 |
Ausgabe MSN 5 / 2008Der Autor:Weitere Artikel online lesen |



