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Osteopathie und Sport

Osteopathie als ganzheitliches medizinisches System

Die Osteopathie ist seit Jahren ein anerkanntes und nützliches Werkzeug der Sportmedizin.

Der Osteopath bringt somit das muskuloskelettale, viszerale und cranio-sacrale System in eine perfekte Konditionierung, damit eine Stauung der verbundenen vaskulären, lymphatischen und neuralen Elemente vermieden wird. Dafür entwickelte er manipulative Techniken und eine Philosophie der Medizin, die ähnlich, aber doch unterschiedlich zu der damaligen allopathischen Medizin war.
Osteopathen im sportmedizinischen Team müssen das gesamte Spektrum des Sportverletzungsmechanismus, der daraus resultierenden Entstehung von Funktionsstörungen und psychologische Effekte in Betracht ziehen. Sowie auch das Ziel, dass der Athlet so schnell und so sicher wie möglich wieder seine sportliche Leistung erfüllt, muss in den Entscheidungs-und Therapieplan mit einbezogen werden.
Sie sind mit palpatorischen Fähigkeiten versehen, die einen deutlichen Unterschied zu anderen Praktizierenden im Gesundheitswesen darstellen, um den Ort der Dysfunktion und den ­Pathomechanismus der Verletzung zu untersuchen.

Osteopathen führen eine manuelle Diagnose des muskuloskelettalen Sys­tems durch mit dem Schwerpunkt, ob eine somatische Dysfunktion vorliegt. Alle vier bis sechs Wochen sollte ein neuer Status osteopathisch erhoben werden, um auch präventiv eine sichere Gesundheit im Sport aufzuzeigen.
Folgende Beispiele sollen auf die Wichtigkeit einer osteopathischen Untersuchung hinweisen:

Ein Patient mit lateralen Knieschmerzen, keine Auffälligkeiten bei der orthopädischen und radiologischen ­Untersuchung. Häufig findet man somatische Dysfunktionen des Iliums und der Fibula. Eine Behandlung der Strukturen wird ein Auftreten von Hamstrings-Beschwerden während des Trainings oder Spiels vermindern.
> Ein Basketballspieler mit Inversionstrauma. Die meis­ten Traumata werden mit Dysfunktionen des lateralen Malleolus, des Talus und Restriktionen des Fibulaköpfchens einhergehen. Die venöse und lymphatische Drainage muss auf ihrem Weg zum Herzen durch einige myofasziale Strukturen im Bereich des oberen Sprunggelenks, Knie und Hüfte. Auch hier ist eine osteopathische Behandlung deutlich sinnvoller als eine ausschließliche RICE-Behandlung.
> Die Diagnose der viszerosomatischen Komponente darf nicht vergessen werden. Es ist nicht untypisch, dass man zwischen Th5-Th9 Dysfunktionen vorfindet im Zusammenhang mit einem viszerosomatischen Reflex des Magens oder Duodenum oder aber ausgelöst durch nicht steroidale Antirheumatika, die häufig bei Schmerzen verordnet werden.
An erster Stelle jedoch sollte der Teamarzt stehen, der die einzelnen Fachdisziplinen bestmöglich integrieren und auf deren Spezialgebiet Diagnosen stellen lassen können. Das Verstehen des Verletzungsmechanismus sowie durch sport-und trainingsspezifische Kenntnisse macht den Osteopathen zu einem wichtigen Bestandteil der Therapie von Sportlern.

Stichwörter:
Osteopathie und Sport

Ausgabe MSN 5 / 2009

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 5 / 2009.
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