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Ärzte & Sportklinik
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Dr. Holger Herwegen
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Exercise and Brain
Exercise and BrainGolfsport und mentale StärkeDie leidvollen subjektiven Erfahrungen aus mehrtägigen Turnieren, ständige Befürchtung einer Handicapverschlechterung, Turniervorbereitungen und endloses Training sowie viele andere Belastungen stehen im Widerspruch zu zahlreichen Untersuchungen, die dem Golfsport eine nur geringe Belastung zusprechen. Die Auswirkungen auf den Gehirnstoffwechsel und Kognition stellen nach wie vor eine undefinierte Determinante dar. Die Sportmedizin hält sich auf diesem Forschungsbereich leider noch sehr zurück, die Erwartungen nach mehr Know-how werden dennoch immer lauter. Denn: Trotz intensiv trainiertem Körper wird der 30?cm-Putt auf der Bahn 17 nicht ins Ziel gesetzt. Woher kommt es und was können wir tun?
Raus an die Luft, rein in den Spaß. Beim Golfen erhöht sich Ihr Kontingent an Frischluft im wahrsten Sinne des Wortes „schlagartig“. Beim Spiel im Dreier-Flight ergibt sich eine reine Fortbewegungszeit von ca. 90 Min., ca. 50 Min. obliegen der Schlagvorbereitung und -durchführung und sogar ca. 115 Min. in Ruhe verbleiben dem Spieler während der Schläge der Spielpartner. Hier birgt Golf ist ein großes Potenzial für ein Anti-Stress-Training. Der Gang über die Greens entspannt Geist und Seele. Allerdings sind Sie beim nächsten Abschlag wieder voll gefordert. So lernen Sie schneller abzuschalten ohne völlig wegzuschalten. Darüber hinaus ist die verhältnismäßig komplexe Schwungbewegung ideal, um Koordination und geistige Beweglichkeit zu trainieren. Die wichtigste Wirkung aber kommt durch Erfolgserlebnisse zustande. Ein gut geschlagener Ball, eventuell sogar ein „Hole-in-one“ bleibt erstaunlicherweise jahrelang in – positiver – Erinnerung. Aber wer denkt gern und ebenso lange an einen oder sogar mehrere mißratene Schlagaktionen? Dieser über das dopaminerge und serotonerge System vermittelte Eustress hingegen sorgt für eine dauerhafte Motivation. Und diese hilft besonders dann, wenn nach einigen Wochen das für Golf-Neueinsteiger typische, kleine Motivationstief einsetzt. Gerade die Motivationslage kann im und für den Golfsport nutzbar gemacht werden. Hilfreich sind neben psychoregulativen und kreativitätsfördernden Maßnahmen auch konditionelle Methoden, wie langfristig durchgeführtes moderates Ausdauertraining (allgemein aerobe dynamische Ausdauer, mindestens 3x45 Minuten/Woche, Belastungsintensität unter 70?% der individuellen Leistungsfähigkeit), denn auch das Gehirn als Körperorgan wie viele andere profitiert von einer verbesserten Durchblutungssituation. Untersuchungen von Hollmann zeigten mehrfach, dass ein derart gestaltetes Training auch im Alter zu strukturellen Veränderungen wie z.?B. Neubildung und -verschaltung von Synapsen bis zu Neubildung von Neuronenstrukturen führen kann.
Die vielfältigste Einbindung taktiler, visueller, auditiver und vestibulärer Rezeptoren spielt im komplexen System der Reizaufnahme, -weiterleitung und Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. Holger Herwegen: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/4461 |
Ausgabe MSN 2 / 2008Der Autor:Weitere Artikel online lesen |


