|
Ärzte & Sportklinik
>
Prof. Dr. Georg Neumann
>
Aminosäuren richtig einsetzen
Aminosäuren richtig einsetzenNutzen der Aminosäurensupplementation beim leistungsorientierten TrainingErhöhte Proteinaufnahme erleichtert das Abnehmen
Beobachtet man die ständig wechselnden Empfehlungen der Diäten zur Körpergewichtsabnahme, so ist festzustellen, dass gegenwärtig der erhöhten Proteinaufnahme bei Diäten verstärkte Aufmerksamkeit zukommt. Vor allem bewirkte eine Erhöhung der Proteine bei Gewichtsreduktionen (Metaboles Syndrom, Diabetes mellitus Typ II, Fettstoffwechselstörungen u.?a.) eine eindeutige Abnahme des viszeralen Fettes sowie eine Verbesserung des Glukose- und Lipidstoffwechsels (Famsworth Leistungssportliches Training erfordert erhöhte Proteinaufnahme
Eine entscheidende Funktion der Nahrungsproteine ist die Abdeckung des gesteigerten Proteinumsatzes im Strukturstoffwechsel bei stark beanspruchter Muskulatur. Das sportliche Training löst im gesunden oder kranken Zustand einen vergrößerten Proteinabbau (Proteinkatabolismus) aus. Der verstärkte Proteinabbau ist ein entscheidender Reiz für die Neubildung der verschlissenen Muskelstrukturen. Der Austausch der Aminosäuren in der hochbeanspruchten Muskulatur kann täglich 2–15?% betragen (Mader, 1990). Im physiologischen Bereich ist ein Austausch von 2–6?% normal und repräsentiert zugleich das Anpassungspotenzial. Die durch die Trainingsbelastung angeregte Proteinsynthese kann nur zunehmen, wenn die Verfügbarkeit von Aminosäuren in die Zellen ansteigt. Eine Glykogenverarmung bei Hungerzuständen oder Langzeitausdauerbelastungen zwingt den Organismus zum Abbau von Proteinen aus muskulären Strukturen. Die im Stoffwechsel frei werdenden Aminosäuren, besonders die BCAA´s (Valin, Leucin, Isoleucin) sowie zusätzlich Alanin und Glutamin, werden bevorzugt zur Glukoneogenese in der Leber abgebaut. Der Anteil der energetisch verwerteten Proteine bzw. Aminosäuren kann bei Energiemangel unter Belastung bis zu 10?% an Qualität der Proteinaufnahme ist an essenziellen Aminosäuren messbar
Das betrifft besonders die Rolle der essenziellen Aminosäuren im Metabolismus. Zwischen den unentbehrlichen (essenziellen), konditionell entbehrlichen und entbehrlichen Aminosäuren wurde nur akademisch unterschieden, da man davon ausging, dass der Körper einen Großteil verschlissener Proteinstrukturen von selbst wieder synthetisiert. Erst langjährige Untersuchungen in den USA zu den essenziellen Aminosäuren veranlassen zur Umorientierung in der Beurteilung von deren Wirkung im Stoffwechsel (Lucá-Moretti et al., 2003). Mit dem Nachweis, dass nur die essenziellen Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin, Methionin, Phenylalanin, Tryptophan, Lysin, Threonin) zu 99?% anabol verwertbar sind, muss die Wirkung der Proteine im Stoffwechsel anders bewertet werden. Der Aminosäurepool bei 70?kg Körpergewicht beträgt etwa 90?g, davon sind nur 4,1 g essenzielle Aminosäuren (Bergström et al., 1974). In geeigneter Galenik werden die essenziellen Aminosäuren nach 23 Min. resorbiert. Die bisher vertriebenen Proteinkonzentrate, die aus Milchprodukten oder Soja stammen, hatten nur einen anabolen Effekt von 16?% (Lucá-Moretti, 1992). Sie kamen nicht mal an die biologische Wertigkeit von Fleisch, Geflügel oder Fisch heran. Zufuhr einzelner Aminosäuren nicht sinnvoll Alle Versuche, durch gezielte Zufuhr einzelner Aminosäuren einen leistungssteigernden Effekt zu belegen, waren wenig erfolgreich (Abel et al., 2005). Bei der erhöhten Einnahme von einzelnen Aminosäuren können Mangelerscheinungen der übrigen Aminosäuren im Aufbaustoffwechsel auftreten. Eine funktionierende Proteinbiosynthese ist bei Fehlen einzelner essenzieller Aminosäuren gestört. Unabhängig davon, kann im Leistungstraining ein erhöhter Bedarf z.?B. an Arginin oft nicht gedeckt werden. Aufnahme spezieller Aminosäurenkombinationen erhöht Kraft und Ausdauer
Um die Wirkung spezieller Aminosäurengemische auf die Muskelkraft und die Ausdauerleistung zu prüfen, haben wir zwei Studien am Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung (ILUG®) der Uni Halle durchgeführt. Zusammenfassung Im Leistungstraining ist eine zusätzliche Aufnahme spezieller Aminosäuren mit geeigneter Galenik sinnvoll. Die Qualität der Proteinaufnahme wird von der spezifischen Zusammensetzung essenzieller und semiessenzieller Aminosäuren bestimmt. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Prof. Dr. Kuno Hottenrott: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/6746 |
Ausgabe MSN 2 / 2008Die Autoren:Weitere Artikel online lesen |



