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Triathlon - Interview mit Sandra Wallenhorst

1. Der diesjährige IRONMAN Frankfurt am 5. Juli gilt erneut als eines der absoluten Highlights der Saison. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet, wie ist Ihr derzeitiger Fitnessstand, und was sind die Ziele?

2. Das Material wird in allen drei Disziplinen immer wichtiger. Gibt es Neuerungen (Schuhe, Rad, Schwimmanzüge etc.), die Sie verwenden?

3. Stichwort Ernährung: Auf was achten Sie? Wie sieht es mit Supplementen aus?

4. Bei Ihrer Sportart müssen Sie extreme Belastungen überstehen. Wie sieht die medizinische Versorgung (auch Physiotherapie) aus? Hatten Sie in letzter Zeit mit Verletzungen zu kämpfen?

5. Ein Blick in die Zukunft: Wer gewinnt den IRONMAN 2009 in Frankfurt, und was wollen Sie auf jeden Fall noch erreichen?

1. Frankfurt ist für mich in diesem Jahr das wichtigste Rennen. Es ist zum einen unsere Europameisterschaft und zum anderen findet es in Deutschland statt, was das Event für einige Sponsoren sehr interessant machen dürfte. Die Vorbereitung war außerordentlich zeitaufwändig und in den letzten Wochen sehr ­intensiv. In den dem Rennen vorausgehenden 10 Wochen arbeite ich besonders hart. Nach meinem Sieg beim Ironman 70.3 in St. Pölten (Österreich), habe ich einige Veränderungen am Fahrrad vorgenommen. Dafür sind für mich Testrennen immer sehr wichtig. Sie zeigen, woran in den nächsten Wochen noch intensiv gearbeitet werden muss.

2. Ja, die gibt es. Da es jedes Jahr neue und immer weiterentwickeltere Sachen gibt, probiert man natürlich über den Winter auch sehr viel aus. Ich trage beim Schwimmen den Vendetta von x-terra, der mir im Vergleich zu anderen Neoprenanzügen einen enormen Zeitvorteil sichert. In ihm fühle ich mich richtig wohl. Und einen neuen Superrenner fahre ich auch. Ich habe zu Cannondale gewechselt und fahre in diesem Jahr das Slice. Auch hier (und gerade hier) habe ich viele Räder testgefahren und mich letzten Endes für das Slice entschieden. Es passt perfekt zu mir und meinen Proportionen und hat mich von der ersten Pedalumdrehung an überzeugt. Mit meinem neuen Bekleidungsausrüster Skins habe ich auch in diesem Bereich das High-End-Produkt ausgewählt. Die Kompressionskleidung trägt sich im Training schön leicht, funktioniert gut und lässt mich in den Ruhephasen gut regenerieren. Von letzteren hätte ich allerdings gern etwas mehr :-)
Am Material soll es in diesem Jahr nicht scheitern...

3. Ich denke, dass ich persönlich schon eine recht gesunde Ernährung verfolge. Ich esse fleischlos, viel Obst und Gemüse, Fisch und Sojaprodukte. Mir ist das auch für meine Familie sehr wichtig, da ich meinem kleinen Sohn das gesunde Essverhalten vorleben möchte. In den letzten 10 Wochen vor dem Rennen bin ich dann etwas strenger. Das Wettkampfgewicht muss her und ich will gerade in der „heißen Phase” alles richtig machen. Supplemente halte ich nicht für sinnvoll, wenn nicht zwingend erforderlich. Da wir Athleten sehr viel essen, haben wir auch die Möglichkeit, hohe Mengen an den erforderlichen Vitaminen und Mineralien aufzunehmen. Ausschließen möchte ich allerdings Aminosäuren, die auch ich in Form von amino loges zusätzlich einnehme. Ich möchte ja gerade in Phasen der Gewichtsoptimierung nicht mein Muskeleiweiß angegriffen wissen.

4. Von Verletzungen bin ich bisher glücklicherweise verschont geblieben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich schon seit frühester Kindheit Sport betreibe und so einen gut ausgebildeten Sehnen-, Muskel- und Bandapparat habe. Eine gute Massage pro Woche (mindestens eine Stunde) möchte ich dennoch nicht missen. Ich habe eine sensationelle Physiotherapeutin, die ich auch mit nach Frankfurt bringen werde, damit sie mich vor und nach dem Rennen noch einmal richtig durchwirbeln kann.

5. Wer bei den Männern gewinnt, ist schwer zu sagen. Bei den Frauen: Ich natürlich! Ich werde an diesem Tag zu 100 % fit sein, im Training alles gegeben haben und ein gutes Rennen machen. In meinen Augen gewinne ich auch dann, wenn ich nicht als erste über die Ziellinie laufe. Wenn ich alles gegeben habe und mit dem Rennverlauf zufrieden bin und andere dennoch besser waren, haben sie den Sieg verdient und ich habe für mich gewonnen. Den nächsten Angriff gibt es in Kona/Hawaii im Oktober. Ein Treppchenplatz wäre schon nicht das Schlechteste...

Ausgabe MSN 4 / 2009

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 4 / 2009.
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