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Golf - Interview mit Florian Fritsch

Erfolgreiche Deutsche Golfspieler? Da fällt dem Laien eigentlich nur ein Name ein:
Bernhard Langer. In seine Fußstapfen könnte bald ein anderer Spieler treten, der in diesem Jahr seine erste Profisaison spielt und für Aufsehen sorgt. Florian Fritsch gewann sofort sein erstes Profiturnier und hat sich noch größere Ziele gesetzt. MedicalSportsNetwork sprach mit dem 24-jährigen Golfprofi.

Florian Fritsch, Sie kommen aus einer Tennisfamilie. Ihre Mutter war Tennis-Nationalspielerin und Ihr Vater Tennistrainerausbilder. Wie kamen Sie zum Golf und wer sind Ihre sportlichen Vorbilder?

Ich kam durch meine Großeltern zum Golfen. Mein Großvater spielte damals im Golfclub Pfaffing-München Ost. Er über­redete meine Eltern, mit dem Golfen anzufangen. Von da an waren mein Bruder und ich die beiden einzigen in der Familie, die nicht Golf spielten. Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und wir fingen also auch mal an. Ja und seitdem habe ich den Tennisschläger mit dem Golfschläger getauscht. Meine Vorbilder sind die deutschen Fußballweltmeister von 1954. Sie spielten ihren Sport, weil sie Spaß daran hatten und nicht aus finanziellen Gründen. Das respektiere ich sehr.

Geben Sie uns bitte einen Einblick in Ihren Trainingsalltag! Wie ist der typische Ablauf während der Saison? Wie und wo trainieren Sie im Winter?

Ich trainiere mindestens fünf Tage in der Woche. Normalerweise von morgens 8 Uhr bis abends 18 Uhr. Montag, Mittwoch und Freitag habe ich morgens von 8 bis 11 Uhr Fitnesstraining. Danach geht es auf den Platz zum Training. Das geht dann bis 18 Uhr. Dienstag und Donnerstag nutze ich, um eine Golfrunde zu spielen, damit ich mein Training von der Effizienz überprüfen kann.
Im Winter trainiere ich meistens in Florida und habe noch gute Verbindungen zu der David Leadbetter Academy in Bradenton, Florida. Als kleiner Junge ging ich von 1998 bis 2001 dort auf die Academy. Vor Ort ist auch ein Fitnessstudio, in welchem ich mein Regiment weitermache. Außerdem ist mentales Training sehr wichtig. Atmungsübungen und die richtige Einstellung dem Spiel Golf gegenüber sind über­lebenswichtig. Das richtige mentale Training hilft auch bei der Regeneration zwischen den Turnieren. Abschalten zu können ist wichtig, jeden Tag 24 Stunden einen Tunnelblick zu haben ist kontraproduktiv. Mal an einem Tag in die Stadt gehen oder einfach mal was anderes machen, kann dem Turniergolfer sehr gut tun.

Sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig für Golfer und hatten Sie schon einmal mit Verletzungen zu kämpfen?

Sie sind sehr sinnvoll. Ich habe sie eine sehr lange Zeit unterschätzt. Seitdem ich aber mit AM Sport Produkten arbeite, geht es mir deutlich besser. Ich kann an einem Tag mehr ­leisten, als ich zuvor konnte. Das hilft mir, mein Pensum hochwertig zu absolvieren. Außerdem helfen sie mir, meine ­Konzentration bei all den Turnieren konstant auf einem ­hohen Level zu halten. Ich hatte öfters mal Probleme mit meinem linken Handgelenk. Ich glaube mich erinnern zu können, dass sich im Handgelenk acht kleine Knochen be­finden. Ab und zu tanzt mal einer aus der Reihe und deswegen kann ich dann einige Tage kein Golf spielen. Ansonsten war ich bis jetzt zum Glück verletzungsfrei.

*Wie sehen Sie die Entwicklung im Golfsport? Es ist noch
immer ein relativ kostspieliger Sport. Wie entwickelt sich das Material?*

Die Amerikaner zeigen uns, wie man Golf für jedermann ­anbieten kann. Man zahlt 200 Dollar für einen kompletten Satz und geht in T-Shirt und Jeans für 20 Dollar Golf spielen. Ob das mit der Tradition und der Etikette zu vereinbaren ist, ist eine andere Diskussion. Fakt ist einfach, dass Golf in den USA viel zugänglicher für alle ist. Das Material entwickelt sich unglaublich schnell. So schnell, dass selbst die R&A und die USGA nicht wirklich mitkommen. Sie müssen öfters neue Regeln und Begrenzungen einführen, um den Materialboom einzudämmen. Auch neu erbaute Plätze werden in Bezug auf die neuen Materialmöglichkeiten gebaut. Vor zehn Jahren war ein 400 Meter Par 4 schon lang, inzwischen wird es als kurzes Birdieloch angesehen.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? Welche Turniere wollen Sie unbedingt gewinnen?

Mein Ziel ist es, mich auf der US PGA Tour zu etablieren. In der Zwischenzeit möchte ich das ein oder andere Turnier auf der European Tour gewinnen. Auf jeden Fall ist es ein Traum, zuhause bei der BMW Open zu gewinnen. Von den Majors will ich die British Open gewinnen. Das ist für mich das ­Turnier aller Turniere.

*Vielen Dank für das Interview
und viel Erfolg für die Zukunft!*

Ausgabe MSN 5 / 2009

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 5 / 2009.
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