08.02.2012 23:00 - Über uns - Impressum & Kontakt - succidia AG - Partner
Ärzte & Sportklinik > Masiar Sabok Sir > Leichtathletik / Speerwerfen - Interview mit Christina Obergföll

Leichtathletik / Speerwerfen - Interview mit Christina Obergföll

Kraft, Schnelligkeit, Technik

Christina Obergföll, Sie sind eine der besten deutschen Speerwerferinnen. Wie kamen Sie gerade zu dieser Sportart und was ist für Sie das Besondere daran?

Ich habe mit sechs Jahren mit der Leichtathletik begonnen und zuerst 3-, dann 4- und später 7-Kampf gemacht. Im Wurf war ich immer schon besonders stark, weshalb ich mich irgendwann darauf fokussiert habe. Das Besondere am Speerwurf ist die Komplexität des Bewegungsablaufs: Alle drei Komponenten Kraft, Schnelligkeit und Technik müssen zusammenspielen, um den Speer zum Fliegen zu bekommen.

Bei den Olympischen Spielen in Peking im letzten Jahr konnten Sie Bronze ­gewinnen. Was waren bisher Ihre schönsten Erfolge?

Keine Frage, meine bisher schönsten Erinnerungen habe ich an Helsinki 2005 wo ich mit 70,03?m Europa-Rekord geworfen habe und an München 2007, wo ich diesen noch einmal toppen konnte mit 70,20?m. Ansonsten ist es immer ein schönes Gefühl, eine Medaille umgehängt zu bekommen.

Wie sieht Ihr Training aus? Beinhaltet es auch andere Sportarten?

Mein Training ist sehr vielfältig. Ich absolviere im Winter sehr viel allgemeines Training, darunter auch Basketball spielen etc. Ansonsten besteht es hauptsächlich aus den Komponenten Kraft, Sprint sowie Sprung- und Wurftraining. Ich arbeite zudem mit der ­Psychologin Tanja Damaske zusammen, aber die Arbeit in diesem Bereich hält sich in Grenzen, weil ich mental grundsätzlich sehr stark bin. Das heißt, ich
bin eher ein Wettkampftyp und kein Trainingsweltmeister.

*Stichwort Ernährung. Auf was müssen Sie achten? Wie halten Sie es mit
Nahrungsergänzungsmitteln?*

Ich achte grundsätzlich darauf, dass ich nicht zu viele Kohlenhydrate zu mir nehme, und vermehrt Eiweiß. Auch mit den Süßigkeiten darf es ein Sportler selbstverständlich nicht übertreiben. Da es in gewissen Trainingsphasen nicht möglich ist, die geforderte Menge Eiweiß durch die normalen Mahlzeiten aufzunehmen, trinke ich dann häufig Eiweißshakes, um dies zu ergänzen. Auch Aminosäuren und Vitamine ge­hören für mich natürlich zum Alltag eines Leistungssportlers.

Uns interessiert natürlich immer auch das Verletzungsrisiko und die medizinische Kontrolle vor, während und nach den Wettkämpfen. Können Sie uns darüber etwas erzählen und waren Sie selbst schon einmal schwerer verletzt?

Ich habe mich 2002 bei der Deutschen Meisterschaft schwer am Hüftgelenk verletzt. Diese Verletzung konnte über 18 Monate nicht richtig diagnostiziert werden, bis ich an der Universität Homburg Saar mit Herrn Dr. Dienst meinen „Retter“ gefunden habe, der mir dann einige Splitter aus der Hüfte per Arthroskopie entfernt hat. Ohne seine Hilfe hätte ich den Speer wahrscheinlich an den Nagel hängen müssen, weil wir nach einer wahren „Ärtze­odyssee“ nicht mehr weiter wussten.

Im Vorfeld gab Christina Obergföll an, dass Ihr Ziel für die WM eine Weite 70 m plus sei. Leider hat es dafür nicht ganz gelangt. Mit 64,36 m wurde sie am Ende Fünfte. Gold ging an Steffi Nerius, der Christina Obergföll sofort auf Ihrer Homepage gratulierte. und einen weiteren schönen und sportlichen Satz konnten wir auf Ihrer Homepage ent­decken: „So traurig verlorene Wettkämpfe auch sind, sie bringen doch auch Erfahrungen mit, die hilfreich sind für zukünftige Erfolge.“ Wohl wahr. Zukünftige Erfolge feiert sie dann hoffentlich bei ihren nächsten Zielen, den Olympischen Spielen in London, der EM 2010 in Barcelona und der WM 2011 in Korea.

MedicalSportsNetwork wünscht ihr dabei viel Glück!

Ausgabe MSN 5 / 2009

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 5 / 2009.
Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download

Der Autor:

Weitere Artikel online lesen