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Ärzte & Sportklinik
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Prof. Dr. Dietmar Schmidtbleicher
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Training und Therapie
Training und TherapieZu den Effekten von Vibrationen und Stochastischer Resonanz in Training und TherapieGrundlagen
Innerhalb des letzten Jahrzehnts ist ein starker Zuwachs und vermehrter Einsatz an vibrationsgestützten Trainingsmitteln sowohl im Bereich des leistungssportlichen Trainings als auch in der Prävention und Rehabilitation zu verzeichnen. Die in der wissenschaftlichen Literatur und vor allem in den öffentlichen Medien zu findenden Zielstellungen und nachhaltig beworbenen Potenziale sind vielfältig und reichen von Entspannungsvorgängen über eine verbesserte Beweglichkeit bis hin zu einem „anstrengungsfreien“ und „beschleunigten“ Muskelaufbau und Kraftzuwachs [1]. Im Mittelpunkt häufig zu findender physiologischer Argumentationen steht die Erzeugung einer muskulären Reflexantwort als Folge der Vibrationsapplikation. Erstmalig beschrieben wurde dieses Phänomen bereits 1966 von Matthews [2] sowie Hagbarth und Eklund [3] als Tonic-Vibration-Reflex (TVR). Potenziale und Risiken
Die physiologischen Folgen der Einwirkung von Vibrationen auf den Menschen sind extrem zahlreich und unterschiedlich und bedürfen dementsprechend einer sehr präzisen und zielgruppenspezifischen Analyse [1]. Einfache Rückschlüsse im Sinne einer generellen positiven physiologischen Reaktion – wie die „Freisetzung von ‚Glückshormonen’“ – durch eine „irgendwie geartete“ Vibrationsapplikation sind nicht zulässig. Ferner ist die Tabuisierung von Risiken – so können bspw. durch gleichförmige hochfrequenten Vibrationseinwirkungen sensorische Defizite und kinästhetische Illusion entstehen – äußerst kritisch, da hierdurch auch durchaus bestehende positive Wirkungsweisen in Mitleidenschaft gezogen werden [1]. Prävention, Rehabilitation und Stochastische Resonanz
Defizite in der willkürlichen muskulären Aktivierungsfähigkeit sind ein zentrales Merkmal verschiedener neurologischer wie auch orthopädischer Krankheitsbilder und Traumata. Infolgedessen sind auch zahlreiche Trainings- und Therapiemaßnahmen nicht oder nur sehr eingeschränkt durchführbar und die jeweiligen Erfolge dementsprechend begrenzt. Durch die Applikation von Vibrationsreizen besteht die Möglichkeit, muskuläre Reflexantworten zu generieren und Trainingslücken somit zu schließen. In diesem Kontext kommt dem Phänomen der Stochastischen Resonanz eine zentrale Bedeutung zu [7]. Stochastische Resonanz (SR) ist ein nichtlinearer Funktionsmechanismus, der dadurch gekennzeichnet ist, dass ein schwaches, repetitives Signal von Stör- und Rauscheinflüssen („Noise“) überlagert wird, mit der Folge, dass dieser Stimulus einfacher erfasst und verarbeitet werden kann. Die zugrunde liegenden mathematischen Algorithmen sind äußerst robust und gut beschrieben. Aus physiologischer Sicht bildet ein natürliches Grundrauschen, das sowohl im Nervensystem als auch im Knochenstoffwechsel vorhanden ist, die funktionelle Basis eines Stochastischen-Resonanz-Trainings. In zahlreichen Studien, z.?B. mit Schlaganfallpatienten, Patienten mit diabetischer Neuropathie, gesunden älteren Personen etc. konnte gezeigt werden, dass ein SR-Signal gegenüber einem harmonischen Sinussignal signifikant früher detektiert und verarbeitet wird [7]. Von Vorteil ist diese Funktionalität einerseits vor dem Hintergrund, dass man in der Rehabilitation nicht mit beliebig energiereichen Signalen (hohe Amplituden bzw. hohe Frequenzen) arbeiten kann, ohne die Gefahr einer Schädigung des Patienten zu haben. Stochastische Signalanteile ermöglichen hingegen überschwellige neuromuskuläre Aktivierungen auch bei niederenergetischer Stimulation [7]. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Prof. Dr. Schmidtbleicher: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/6720 |
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