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Biestmilch - Kolostralmilch - Erstmilch / Keine Leistung ohne intaktes Immunsystem

Sich als Triathlet bzw. Athlet am Rande der Leistungsgrenze immer wohl zu fühlen
ist ziemlich trickreich – das heißt, es ist eine ­Gratwanderung, auf der man leicht das Gleichgewicht verlieren kann. Ein Tritt ins ­Leere und ... ­abgestürzt. Kalorien zählen, ­diese möglichst optimal nach Kohlen­hydraten, Eiweiß und Fetten aufteilen und zum richtigen Zeitpunkt zu sich nehmen, ist ­eine Sache, Energieverteilung eine andere.

Die Zuteilung der Energie, die in Stoffwechselprozessen ­entsteht, wird nämlich nicht durch die Kalorienzufuhr ­geregelt, sondern durch eine Vielzahl von Regulationsprozessen. Das Zauberwort heißt also Regulation. Wenn die Leistungsgrenze ständig provoziert wird, in der Hoffnung sie zu verschieben, und der Körper trotzdem im Gleichgewicht bleiben soll,
dann braucht man sehr gut trainierte Regulationssysteme. ­Leistungssport speziell aber Triathlonsport ist allein schon durch den extremen Trainingsaufwand oft Stress pur und ­erfordert deshalb eine optimale biologische Stressantwort. Der Beste ist der, bei dem diese Stressantwort am besten optimiert ist. Dazu gehören ein Immun- und ein Nervensystem sowie Hormone auf dem Höchststand der Leistungsfähigkeit.

Das Immunsystem ist in erster Linie nicht ein Abwehrsystem, sondern ein Regulationssystem. Zusammen mit dem Nervensystem und Hormonen (z. B. Cortisol, Adrenalin, Insulin) löst es die Stressantwort aus und kontrolliert sie. Es produziert Mediatoren wie Zytokine und Wachstumsfaktoren, die im Rahmen der Stressantwort und in Kooperation mit dem ­Nervensystem und Hormonen bestimmen, wohin Energie fließen soll. Man bezeichnet diese drei auch als die Super­systeme der Regulation. Sie garantieren, dass sich Herz, Kreislauf und Atmung an die Erfordernisse anpassen, dass Energiedepots aktiviert werden, der Glukosespiegel im Blut nicht abfällt, die Körpertemperatur annährend konstant bleibt, die Muskeln Energie für ihre Arbeit erhalten und trotzdem alle lebenswichtigen Organe wie das Gehirn ausreichend mit ­Energie versorgt werden. Das Immunsystem wird innerhalb der ersten Minute der Stresseinwirkung aktiviert. Es setzt eine Vielzahl an Zytokinen wie Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumor-Nekrose-Faktor frei, die die Energieverteilung im Körper dem Bedarf entsprechend anpassen. Wenn nun ­Energie für Heilungsprozesse benötigt wird, die immer erste Priorität im Rahmen der Energieverteilung genießen, dann fehlt diese Energie für andere Prozesse. Deshalb ziehen bei entsprechend großer körperlicher Belastung schon leichte gesundheitliche Beeinträchtigungen soviel Energie ab, dass man sich müde und schlapp fühlt.

Verzögerte Heilungsprozesse und Verletzungs­anfälligkeit durch ein geschwächtes Immunsystem

Grundsätzlich aktiviert körperliche Tätigkeit – das heißt Sport in angemessener Intensität und an die individuellen Bedürfnisse angepasst – das Immunsystem und beugt somit Krankheiten vor. Der Triathlet gehört aber zu den Sportlern, die unter extremer Belastung stehen und deshalb häufig eine zu geringe Aktivität des Immunsystems aufweisen. Man ­erklärt sich das in etwa so: Ausdauertraining ist immer mit vielen kleinsten Verletzungen in der Muskulatur und anderen Geweben verbunden. Sie lösen Entzündungsreaktionen aus, die dem Heilungsprozess vorangehen. Entzündungs- und Heilungsprozesse sind die Domäne des Immunsystems. Wenn die Regenerationszeit zudem für das Immunsystem nicht ­ausreicht, um die katabole Stoffwechsellage, in der die Abbauprozess überwiegen, auszugleichen und im Anschluss, die Mikroverletzungen zu kurieren, dann kommt es zu einer Schwächung des Immunsystems mit den bekannten Folgen wie Verletzungsanfälligkeit, Schmerzsymptomen ohne ­fassbare Ursache, verzögerten Heilungsprozessen oder erhöhter Infekt­anfälligkeit.

Wie Parasiten ziehen Verletzungen und Infektionen die ­Energie für sich ab. Das kann bei Leistungssportlern soweit gehen, dass der Zustand des Immunsystems dem von Tumorpatienten ähnelt. Es kann ein Teufelskreis entstehen, in dem sich das Immunsystem kaputt reguliert und sich ein Über­trainingssyndrom, ein chronisches Müdigkeitssyndrom oder eine Virusinfektion wie Pfeiffer’sches Drüsenfieber ­entwickeln können.

Die richtige Balance zwischen Trainings- und Wettkampf­belastung sowie Regeneration zu finden, ist ein Kunststück, das im Training erarbeitet werden muss. Neben Wundheilung und Infektabwehr wird auch unser Verhalten vom Immun­system beeinflusst. So nötigen uns die entzündlichen Zytokine Interleukin-1, Tumor-Nekrose-Faktor und Interleukin-6, den Schongang einzulegen. Wer könnte dieses Phänomen besser nachvollziehen als ein Sportler, der vergeblich versucht, seine beste Leistung abzurufen. Schon eine Verkühlung hindert die Entfaltung des vollen Leistungspotenzials. Lustlosigkeit, Schlappheit, Schlafbedürfnis, Appetit- und Gewichtsverlust sind typische Symptome, die über eine Wirkung des Immunsystems (Zytokine) auf das zentrale Nervensystem ausgelöst werden.
Immunsystem:
Spieler in vielen Spielen und an vielen Fronten
Im Rahmen von Ausdauerleistungen und bei Stress be­einflusst das Immunsystem maßgeblich die Stoffwechselregulation und damit die Energieverteilung. In der Regenerationsphase ­koordiniert es Heilungsprozesse und ist an der Umstellung des Stoffwechsels auf Aufbauprozesse beteiligt. Gleichzeitig ist es bei Infektionen immer als Abwehrsystem tätig. Als ­Entzündungs- und Heilungssystem liegt auch die Wund­heilung in seiner Hand. Als Triathlet bzw. Athlet aber auch Breitensportler, solltest du deshalb auf Zeichen achten, die eine Immunschwäche ankündigen. Du solltest deinen Körper nicht weiter puschen, wenn du Folgendes beobachtest: eine für dich verlängerte Regenerationszeit, ungewohnte Müdigkeit, Lippenherpes, schlechter Schlaf trotz Müdigkeit, schlechter Appetit trotz hohem Kalorienverbrauch, plötzlich ohne ­ersichtlichen Grund auftretende Schmerzen, schlecht heilende Wunden oder zunehmende Infekt- und Verletzungsanfälligkeit. Die große Kunst des Trainierens ist es letztlich, den ­eigenen Rhythmus zu finden, in dem sich Belastung und ­Regeneration abwechseln müssen (Prinzip der optimalen ­Gestaltung von Belastung und Erholung).

Dr. Susann Kräftner

Stichwörter:
Kolostralmilch Biestmilch

Ausgabe MSN 1 / 2006

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 1 / 2006.
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