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Orthesenversorgung am Sprunggelenk

Verletzungen am Sprunggelenk sind die häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Je nach Sportart machen Bandverletzungen bis zu 50 Prozent aller Verletzungen aus, wobei besonders häufig Ballsportarten betroffen sind. Es handelt es sich um keine „Bagatellverletzung“, obwohl die Sportler meist schnell wieder einsatzfähig sind. Oft verbleiben Restbeschwerden wie zum Beispiel ein Instabilitätsgefühl, zudem besteht ein großes Rezidivrisiko.

75-80 Prozent der Sportler verletzen sich erneut, meist innerhalb des ersten Jahres. Daher sollte beim Sport für ein Jahr ein entsprechender Schutz getragen werden, hierfür kommen Tapes und Orthesen in Frage. Begleitend soll selbstverständlich auch sensomotorisches Training durchgeführt werden, aus Platzgründen wird hierauf jedoch nicht näher eingegangen.
Nachteile der Tapes sind, neben den Kosten, die während der Belastung nachlassende Stabilität sowie Hautreizungen. Somit ist die Orthese auf lange Sicht hin die sicherste, günstigste und schonendste Methode der passiven Prävention. Verschiedene Studien zeigten, dass Orthesen die Häufigkeit von Sprunggelenksverletzungen um bis zu 47 Prozent reduzieren können. Zudem zeigte sich, dass sie keinen nachweisbaren Einfluss auf die Leistungen bei basketballspezifischen Fertigkeiten wie Springen und Laufen mit Richtungswechseln haben. Teilweise wurde sogar eine Leistungsverbesserung beobachtet. Nicht verschweigen sollte man, dass es auch Studien gibt, die von einer geringen Reduktion der Sprintfähigkeit und Sprunghöhe berichten. Diese Einschränkung ist jedoch so gering, dass sie nicht gegen das prophylaktische Tragen einer Orthese spricht.

Durch Stimulation von Hautrezeptoren beim Tragen einer Orthese kann vermutlich die Propriozeption verbessert werden, was bei funktionell instabilen Sprunggelenken zu einer Leistungsverbesserung führen kann. So stellt z. B. die A.S.O.®Knöchelorthese der Firma Basko für uns eine bewährte Lösung dar. Neben der prophylaktischen Nutzung im Profisport (Basketball, Handball, Tennis etc.) eignet sie sich auch hervorragend zur Behandlung von akuten Verletzungen. Nach Ausheilen der Verletzung können dann die seitlichen Plastikstabilisatoren entfernt werden, um die Knöchelorthese als Rezidivschutz für den Sport zu verwenden.

Literatur beim Verfasser
nn Lukas@drlukas.de

Ausgabe MSN 1 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 1 / 2011.
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