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Ärzte & Sportklinik
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Dr. Rainer Siebold
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Schulterverletzungen - Schulterluxation
Schulterverletzungen - SchulterluxationSchulterverletzungen im SportDie Schulter bietet aufgrund ihres anatomischen Aufbaus eine enorme Beweglichkeit. Das Bewegungsausmaß wird durch die Kombination von fünf Gelenken im Schultergürtelbereich erzielt. Das eigentliche Schultergelenk („Glenohumeralgelenk“) zwischen Oberarmkopf („Humeruskopf“) und Schulterblattpfanne („Glenoid“) ist ein knöchern nur sehr locker geführtes Kugelgelenk, welches seine Stabilität erst dem komplizierten Zusammenspiel von Haltebändern, Kapsel und Muskeln verdankt.
Begrenzt wird der Bewegungsumfang in erster Linie durch das Schlüsselbein („Clavicula“) und das Schulterdach („Acromion“). Die Clavicula bildet zum einen mit dem Schulterblatt das Acromioclaviculargelenk oder kurz AC-Gelenk, zum anderen mit dem Brustbein das Sternoclaviculargelenk. Diese Strukturen schränken zwar den Bewegungsumfang der Schulter ein, dienen jedoch als wichtige „Aufhängung“ des Schultergürtels am Brustkorb.
Es liegt nahe, dass die Schulter durch diesen komplexen Aufbau ein verletzungs- und verschleißanfälliges Gelenk ist. Ein häufiges Krankheitsbild ist die sog. „Schulterluxation“. Hierbei kommt es in der Regel durch Gewalteinwirkung z. B. beim Sport zum Herausspringen des Kopfes aus der Gelenkpfanne.Sportarten mit Sturzgefahr (z.?B. Fahrrad-, Ski- und Snowboardfahren) sowie Überkopf- und Kontaktsportarten tragen das größte Risiko. Je nach Elastizität des Gewebes werden hierbei verschiedene Strukturen überdehnt oder sogar zerrissen. In den meisten Fällen reißt die vordere stabilisierende Gelenklippe von der Pfanne ab. Dadurch geht die vordere „Leitblanke“ für den Kopf und damit der vordere Halt verloren. Die Folge ist, dass der Kopf über den vorderen Pfannenrand luxiert. Bei Kontaktsportarten (z. B. Hand-, Fuß- oder Basketball) führt das Reißen am ausgestreckten Arm ebenfalls nicht selten zu einer Schädigung des Labrums und somit zur Instabilität. Im klinischen Sprachgebrauch wird diese Verletzung auch Bankart-Läsion genannt. Bei der Luxation entsteht zusätzlich häufig eine knöcherne Verletzung am Oberarmkopf (Hill-Sachs-Delle).
Weitere Sportverletzungen im Schulterbereich: Abriss der langen Bizepssehne vom oberen Glenoidrand (sog. SLAP-Läsion) Schultereckgelenkssprengung (sog. AC-Sprengung je nach Grad Tossy I-V) Knochenbrüche an der Schulter treten bei Sportverletzungen eher seltener auf, müssen jedoch radiologisch ausgeschlossen werden.
Die Wahrscheinlichkeit nach erlittener Erstluxation eine erneute Luxation zu erleiden, ist umso höher je jünger der Patient ist. Liegt sie bei einem 20-Jährigen bei über 90?%, reduziert sich das Risiko bei einem 30-Jährigen auf ca. 70?%, bei einem 40-Jährigen auf ca. 50?%.Natürlich spielt die sportliche Aktivität bei der Wahrscheinlichkeit für eine erneute Luxation eine bedeutende Rolle. Spezielles Krafttraining vor und nach der OP: Nach der Luxation ist Krafttraining meist aufgrund der Schmerzen und Instabilität unmöglich. Ein gezieltes präoperatives krankengymnastisches Training zur Mobilisation der bewegungseingeschränkten Schulter ist sinnvoll. Die präoperative Krankengymnastik sollte auf alle Fälle schmerzfrei durchgeführt werden. Postoperativ muß eine Heilungsphase von ca. 5–6 Wochen eingehalten werden bevor ein vorsichtiges Krafttraining beginnt. Grundsätzlich sollte zunächst ein weitgehend freier Bewegungsumfang durch Mobilisation erzielt werden. Danach startet erst ein Kräftigungsprogramm der Muskulatur. Präventiv ist bei Sportlern in Risikosportarten sportartspezifisches Koordinationstraining sinnvoll, um das Risiko für eine Luxation zu senken. Natürlich sollte langfristig nach operativer Schulterstabilisierung ein konsequentes Krafttraining durchgeführt werden. Fazit Zusammenfassend besteht bei der Schulter ein komplexes Zusammenspiel des Schultergürtels und des knöchernen Glenohumeralgelenkes mit Kapsel-/Bandstrukturen. Bei jungen Sportlern ist nach Schulterluxation eine stabilisierende Operation zu empfehlen, um die Sportfähigkeit wieder herzustellen. Die Rehabilitationsphase nach der OP dauert bis zu 6 Monate. Dr. Rainer Siebold Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. Rainer Siebold: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/8462 |
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