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Gute Argumente für die Sportförderung

Leistungsmotivationstest (SMT) für Sportler

Die Entscheidung über die Förderung von Sportlern wird oft aufgrund von zu wenigen Kriterien und subjektiven Einschätzungen gefällt. Zwar ­betrachten die Entscheider Merkmale wie sportliche Erfolge, ­aktuelle körperliche Verfassung und physische Voraussetzungen des Sportlers, lassen aber psychologische Aspekte häufig außer Acht. So bleibt meist auch die individuelle Leistungsmotivation unberücksichtigt, obwohl sie vergleichsweise zeitstabil ist und die Entscheidungsfindung – ­wissenschaftlich nachgewiesen – sinnvoll unterstützt. Nun gibt es ein Testverfahren zur Messung sportbezogener Motivation.

Sportler müssen mit vielen Herausforderungen und Entbehrungen durch Wett­kämpfe und Trainingsprogramme zurechtkommen. Die individuelle psychische Konstitution und die Persönlichkeit spielen eine wichtige Rolle beim Umgang mit diesen Belastungen und haben eine große Bedeutung für die Leistung des Sportlers. Die individuelle Orientierung auf Leistung ist vor allem dann maßgeblich, wenn etwas freiwillig oder unter geringem Zwang von außen getan wird, was gerade beim Sport häufig zutrifft. Verhaltensunterschiede, wie zum Beispiel die Frequenz und Inten­sität des Trainings und Ernährungsgewohnheiten, sind mit der individuellen sportlichen Leistungsmotivation erklärbar.

Persönlichkeitsmerkmale sind zeitstabil und messbar

Psychologische Determinanten sind also gerade im Bereich des Sports aussagekräftig, um die dauerhafte Leistungs­erbringung und -steigerung beurteilen zu können. Der Vorteil gegenüber Kriterien, wie beispielsweise der körperlichen Verfassung, ist, dass diese Persönlichkeitsmerkmale zeitstabil sind. Zur Messung wurde von Andreas Frintrup und Prof. Dr. Heinz Schuler von der Universität Hohenheim der Sportbe­zogene Motivationstest SMT entwickelt, der alle relevanten Dimensionen der Leistungsmotivation im sportlichen Bereich erfasst.

Sportförderung besser begründen

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass über den SMT die spätere Leistungsvarianz zuverlässig vorhergesagt werden kann. Die zukünftigen Erfolge eines Sportlers oder einer Mannschaft haben große ökonomische Auswirkungen auf alle anderen, professionell Beteiligten – auf Trainer, Vereine, Investoren, Förderer, Geldgeber, Sportvermittler, Sportmedien und Sponsoren sowie die Sportler und Mannschaften selbst. Die Entscheidung über den Beginn einer sportlichen Karriere und über die ideale Förderung einzelner Sportler oder ganzer Mannschaften rechtfertigt je nach Höhe des finanziellen und sonstigen Engagements eine vorherige umfassende Betrachtung aller Einflussfaktoren auf die zukünftigen Erfolge. Die psychologischen Merkmale und die Ergebnisse des SMT bei Entscheidungen zu Auswahl, Förderung und Training zu vernachlässigen, hieße wichtige Informationen schlicht zu ignorieren.

Der SMT in der Praxis

Die Anwendungsmöglichkeiten des SMT sind vielfältig. Er ergänzt ideal die physiologischen, physiomotorischen und sportmedizinischen Diagnose-, Prognose­instrumente und Leistungsindikatoren wie bisherige Erfahrung, Wettkampferfolge usw. In der Praxis findet der Test bei Auswahlentscheidungen für Spitzen­sportler Verwendung, also wenn es etwa um die Aufnahme in ein Team oder die Teilnahme an einem bestimmten Wettbewerb geht. Die Mitglieder der nationalen Schweizer Olympia-Mannschaft werden beispielsweise auch mit einer Version des SMT selektiert.
Für die Zusammenstellung von Mannschaften kann der Test ebenfalls herangezogen werden. So empfiehlt sich bei der Besetzung des Postens als Fußball-Mannschafts¬kapitän ein Stürmer, der insbesondere bei den Dimensionen ­„Dominanz“, „Selbstverantwortlichkeit“ und „Unabhängigkeit“ überdurchschnitt­liche Werte aufweist. Dabei geht es nicht nur um das individuelle Profil eines Sportlers, sondern auch um den Vergleich der Werte innerhalb der Mannschaft.
Weitere praktische Anwendungsgebiete des SMT sind die Auswahl eines Trainers, die Entscheidung zu Förderung oder Sponsoring, der Einsatz beim Coaching von Einzelsportlern oder Teams und viele weitere Fragestellungen.

*Aussagekraft bleibt erhalten*
Damit sich die Sportler nicht auf den SMT vorbereiten können, wird der Test ausschließlich an professionelle Institutionen und Fachpsychologen vertrieben. So bleibt gewährleistet, dass eine getestete positive sportliche Leistungsmotivation auch wirklich die Wahrscheinlichkeit erhöht, Hochleistungssport länger und erfolgreicher als andere zu betreiben.

www.testzentrale.de

Stichwörter:
Sportförderung

Ausgabe MSN 1 / 2008

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 1 / 2008.

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